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Robert Resnick
Gestalttherapie: Den Kampf gegen sich selbst beenden
Im Gespräch mit Robert L. Harman


Aus der Gestaltkritik 1/2013:

Gestaltkritik - Die Zeitschrift mit Programm aus dem Gestalt-Institut Köln
Gestaltkritik (Internet): ISSN 1615-1712

Themenschwerpunkte:

Gestaltkritik verbindet die Ankündigung unseres aktuellen Veranstaltungs- und Weiterbildungsprogramms mit dem Abdruck von Originalbeiträgen: Texte aus unseren "Werkstätten" und denen unserer Freunde.

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  Hier folgt der Abdruck eines Beitrages aus Gestaltkritik 1/2013:

Robert Resnick
Gestalttherapie: Den Kampf gegen sich selbst beenden
Im Gespräch mit Robert L. Harman

Foto: Robert W. Resnick (Portrait von Bartell)Robert W. Resnick, © Bartell

 

Harman: Ich möchte dich dazu anregen, darüber zu sprechen, was du für wichtig in der Theorie der Gestalttherapie hältst. Fang' einfach an und folge deinen Gedanken.

Resnick: Das ist eine weitgefasste Einladung. Ich beziehe mich einfach auf ein paar Ideen, die mir in den Sinn kommen. Eine Sache, die mir angesichts der gegenwärtigen Trends der Vermischungen und gegenseitigen Beeinflussungen in der Psychotherapie-Szene besonders wichtig ist, ist die Definition dessen, was innerhalb der Grenze der Gestalttherapie ist und was außerhalb von dieser steht. Ich möchte vorsichtig sein und weder das "Innerhalb" noch das "Außerhalb" falsch definieren. Eine zu enge Grenze wäre nicht flexibel, nicht durchlässig und könnte nicht ausgeweitet werden. Es gäbe keinen Raum zum Experimentieren, zum Strecken und Wachsen. Enge ist der Gegenpol für die gestalttherapeutische Betonung von Prozess, Feld und Veränderung. Auf der anderen Seite würde es bedeuten, gar keine Definition zu haben, wenn man versuchen würde, "alles" einzuschließen. Es gäbe keinen klaren Unterschied mehr zwischen dem, was Gestalttherapie ist und nicht ist. Der dialektische Prozess zwischen Grenzsetzung und Grenzausweitung hält die Gestalttherapie am Leben, macht sie lebendig und bedeutsam.

Ein anderes Steckenpferd von mir ist zu betonen, wie wichtig die Unterscheidung zwischen psychotherapeutischen Theorien der Persönlichkeit (oder der Entwicklung) und den Theorien der Psychopathologie ist. Es scheint, als folge Welle auf Welle in der Entwicklung von Persönlichkeits- und Entwicklungstheorien, die sich nicht von Theorien der Psychopathologie unterscheiden. In den späten 1980ern beispielsweise, also heute, wird die Objektbeziehungs-Theorie und der Selbstpsychologie von Kohut manchmal mit einer Theorie der Behandlung oder Psychotherapie verwechselt. Der Untertitel der Gestalttherapie lautet, wie jeder weiß, der "Ego, Hunger, und Aggression" gelesen hat, "Eine Revision der Freudschen Theorie". 1977 hat Arnold Beisser, ein wunderbarer Mann und Kollege am "Gestalt Therapy Institute" von Los Angeles, gesagt: "Nur aufgrund eines historischen ›Unfalls‹ oder nur aufgrund von persönlichen Zwistigkeiten wird die Gestalttherapie heute nicht als neo-analytische Psychotherapie angesehen."

Große Teile unserer Theorie der Persönlichkeit und Entwicklung stammen aus der Psychoanalyse, aus einigen neo-psychoanalytischen Theorien und aus vielen anderen Quellen. Das hat allerdings nichts mit der Theorie der Behandlung zu tun. Die Theorie der Behandlung ist unabhängig von der Theorie der Persönlichkeit, Entwicklung und Psychopathologie. Und wenn deine Behandlung im analytischen Sinne auf Übertragung konzentriert ist und vor allem auf Interpretation basiert, dann machst du, soweit es mich betrifft, keine Gestalttherapie. Dabei kannst du natürlich gute Arbeit leisten. Das letzte Wort hat immer das, "was funktioniert". Aber du machst keine Gestalttherapie, wenn du in der traditionellen psychoanalytischen Weise mit Übertragung arbeitest und Interpretationen als die hauptsächliche oder fast ausschließliche therapeutische Intervention einsetzt.

Harman: "Übertragung" und "Interpretation" sind nicht gestalttherapeutisch?

Resnick: Das ist richtig, insoweit "Übertragung" und "Interpretation" allein gewiss nicht gestalttherapeutisch sind. Das heißt nicht, dass es kein Phänomen der Übertragung [transference] oder "des Übertragens" [transferring] gibt, wie ich es lieber nenne. Jeder, der Augen und Ohren hat, weiß, dass es zu Übertragungen kommt. In manchen Situationen reagieren die Leute aufeinander mit, wie Fritz sagen würde, "veralteten Antworten". Ich kenne kein Gegenargument dazu. Freuds Genie bestand darin, dass er das Phänomen des Übertragens auf den Therapeuten im Behandlungszimmer angewendet hat. Harry Stack Sullivans Genie bestand darin, dass er erkannte, dass die Menschen sich überall ähnlich (wenn nicht sogar gleich) verhalten. Er nannte das Phänomen "parataktische Störung". Seine neue Benennung war vielleicht sein Versuch, sich nicht offen gegen Freud zu stellen. Der Unterschied liegt darin, wie der Therapeut mit dem Phänomen umgeht. Die Psychoanalyse würde die Übertragung vielleicht anheizen. Die klassische Psychoanalyse verstärkt die Übertragung auf den Therapeuten, weil sie annimmt, dass er wie eine weiße Leinwand fungieren könne und sich nicht selbst zu definieren brauche. Auf diese Weise wird die Übertragung hergestellt, aufgebaut und "durchgearbeitet". In der Gestalttherapie muss die Übertragung oder das Übertragen bemerkt, aber ganz anders behandelt werden. Der Gestalttherapeut definiert sich selbst und hilft dem Klienten damit, zwischen dem zu unterscheiden, was aus Übertragung resultiert, und dem, was eine Reaktion auf die aktuelle Situation ist. Noch wichtiger ist sogar, dass der Gestalttherapeut den Klienten in die Lage versetzt, diese zentrale Unterscheidung vornehmen zu lernen. Das ist das Gewahrsein des Gewahrseins, die Metaebene des Gewahrseins. Das funktioniert wie ein Gyroskop [Meßgerät für den Nachweis der Achsendrehung der Erde], das sich immer wieder ausrichtet auf das, was Übertragung ist, und was auf das antwortet, was im Moment los ist. Am wichtigsten dabei: Wie trifft man die Unterscheidung?

Ja, also, Übertragung ist, soweit es mich betrifft, eine entscheidende Sache in der Gestalttherapie. Aber wenn der Therapeut sich nicht selbst einbringt, um als unbeschriebene Leinwand für die Übertragung zu dienen, und dann das Übertragene interpretiert, sehe ich das nicht als Gestalttherapie an. Wenn du so frei sein willst, alles Gestalttherapie zu nennen, gibt es absolut keine Begründung oder Rechtfertigung dafür, überhaupt eine Form von Psychotherapie zu benennen. Die Funktion einer Definition ist es, Grenzen zwischen Sinneinheiten zu bezeichnen.

Harman: Ich denke nicht, dass viele sich die Freiheit nehmen würden, keine Definition anzusetzen.

Resnick: Nun, unglücklicherweise ist das nicht wahr. Es gibt da solche Therapeuten, die Gestalttherapie fälschlich als "tun, was man will" charakterisieren. Ich habe einige Gestalttherapeuten das informell und in Vorlesungen sagen gehört. Ich habe gehört, dass einige sagen, dass die Theorie nicht wichtig sei, dass die theoretischen Bestandteile oder Prinzipien der Gestalttherapie keine Bedeutung hätten oder dass es sogar gar keine grundlegenden Prinzipien der Gestalttherapie gäbe.

Harman: Ich glaube, dass die Theorie für diese Leute keine Rolle spielt oder dass sie sie nicht verstanden haben.

Resnick: Ja, ich möchte ausdrücklich der Ansicht widersprechen, dass die Theorie nicht wichtig ist, und denen etwas Input geben, die meiner Meinung nach nicht verstanden haben, was Gestalttherapie ist.

Harman: Nun, zwei der Dinge, mit denen du angefangen hast, sind: was sich innerhalb der Grenzen der Gestalttherapie bewegt und was nicht.

Resnick: Ja, es bedarf einer Grenze. Sie mag zwar flexibel sein, aber es muss eine Grenze geben zwischen dem, was Gestalttherapie ist und was sie nicht ist. Eine zweite Grenze, die notwendig ist, um klar zu sein, besteht zwischen der Entwicklungstheorie der Persönlichkeit auf der einen Seite und der Behandlungstheorie der Psychotherapie auf der anderen Seite.

Harman: Meinst du nicht, dass die Behandlungstheorie sich aus der Entwicklungstheorie der Persönlichkeit ergibt?

Resnick: Ja und nein. Ja in dem Sinne, dass die Brille der Entwicklungstheorie teilweise bestimmt, wo du hinschaust, was du anschaust und worauf du dich konzentrierst. Aber wie du dich konzentrierst und was du damit anfängst, worauf du dich konzentriert hast, hat nichts mit der Brille der Entwicklungstheorie zu tun. Wenn du dich auf Interpretationen konzentrierst, dann ist es einerlei, welche Entwicklungstheorie du hast. Worauf du dich auch konzentrierst, du wirst bei Interpretationen enden. In diesem Falle ist Interpretation eine Methodologie. Wenn du dich auf Gewahrsein konzentrierst oder auf die Unterbrechungen im Rhythmus von Kontakt und Rückzug bei deinem Klienten, wirst du das tun - unabhängig davon, warum du meinst, dass das [Gewahrsein] wichtig ist, ebenso unabhängig davon, wie du dazu kommst [Gewahrsein für wichtig zu halten]. Das trifft zu, ob du nun einer freudianischen, einer neo-analytischen, einer jungianischen, einer rankianischen, einer kohutianischen oder irgendeiner anderen Persönlichkeitstheorie folgst.

Harman: Es scheint mir, als hätten wir nicht viel Zeit darauf verwendet, über das zu schreiben, was die Grenzen der Gestalttherapie ausmacht. Ich lese wie du die Dinge in den Zeitschriften oder sehe, was da so präsentiert wird, und werde furchtbar wütend darüber. Dinge wie "Gestalttherapie und…" oder "Wie die Gestalttherapie das Selbst sieht" oder solche Sachen. Der Fehler liegt meiner Meinung darin, dass wir nichts in die Gestalttherapie hineinmixen müssen. Wir müssen sie definieren.

Resnick: Ja, ich stimme dem zu. Wenn ich so etwas wie "Gestalttherapie und…" sehe, habe ich dazu zwei Anmerkungen. Eine ist, dass diese Autoren die Gestalttherapie nicht wirklich in den Begriffen von Feldtheorie und Prozess verstehen, sondern eine so enge und starre Definition zugrunde legen, dass sie etwas anderes dazumischen müssen. Sie müssen ein "und" drantackern, weil ihre erste Definition so begrenzt und starr ist. Sie enden oft damit, dass sie die enge Definition zurückweisen, die sie selbst vorgegeben oder als Ganzes geschluckt haben. Dann versuchen sie, die Gestalttherapie zu "bereichern", indem sie ein "und" hinzufügen. Jede Facette eines innerlichen oder äußerlichen Verhaltens, auf das sich der Therapeut oder der Klient konzentriert, hat mit den Interessen, Hintergründen, Sensibilitäten, Vorlieben usw. des Therapeuten und des Klienten zu tun. Es stimmt nicht, dass die Gestalttherapie sich nicht mit dem Körper, mit der Metapher, mit den Träumen, mit dem Kognitiven, mit der frühkindlichen Erfahrung und dergleichen befasst. Sie ist keine Therapie, die sich auf überhaupt einen Inhalt bezieht. Sie befasst sich mit Prozessen. Der Inhalt ist gleichsam eine Linse, durch die man den Prozess betrachten kann. Er ist eine Art, den Prozess anzuschauen. Der Prozess ist nicht sinnvollerweise als Abstraktion vorhanden. Der Inhalt ist ein Vehikel für den Prozess.

Harman: Das Wort "Metapher" ist heute üblich im Zusammenhang mit dem Ericksonschen oder dem NLP-Ansatz. Diejenigen, die mit Jim Simkin gearbeitet haben, wissen, dass seine Witze große Metaphern für das waren, was während der Therapie in den Klienten oder in den Gruppen vorging. Sie [die Jim Simkins Arbeitsweise kennen gelernt haben] werden nicht bestätigen, dass es etwas Neues sei, mit Metaphern zu arbeiten.

Resnick: Natürlich. Da geht etwas Interessantes vor sich. Es passiert häufig den Anhängern eines Theoretikers, nicht dem Urheber einer neu integrierten "Linse". Die Anhänger sind überzeugt, dass es sich, egal um was es geht, um etwas neu Erfundenes handelt, und dass es funktioniert. Ich bezweifele beispielsweise, dass Milton Erickson denken würde, er habe es "erfunden", die Metapher therapeutisch zu benutzten. Ich bezweifle, dass Heinz Kohut vorgeben würde, er habe es "erfunden", dass es wichtig ist, das Konzept (oder das hypothetische Konstrukt) des Selbst anzuschauen. Einige ihrer Anhänger tun das unglücklicherweise. Was in den letzten Jahren in dieser Hinsicht passiert ist, ist, denke ich, Teil der sekundären Schwierigkeiten, die Gestalttherapie zu definieren. Die primären Schwierigkeiten sind sehr einfach. Die Leute wissen entweder nichts von der Gestalttherapie oder sie wissen etwas von ihr, verstehen aber etwas anderes unter ihr [als wir] und lehnen sie darum ab. Das ist in Ordnung so. Nach meinem Dafürhalten sind in den letzten Jahren jedoch sekundäre Schwierigkeiten in der Definition der Gestalttherapie aufgetreten, die damit zusammenhängen, dass viele der Qualitäten, Konzepte und Prinzipien der Gestalttherapie, die damals die Gestalttherapie ausgezeichnet haben, in ganz positiver Weise von vielen anderen therapeutischen Ansätzen, von vielen anderen seriösen Psychotherapien assimiliert worden sind. Beispielsweise war es einmal ziemlich einzigartig, sich auf die aktuelle Beziehung von der Person des Klienten zu der Person des Therapeuten zu konzentrieren. Das hat seinen Ursprung bei Wilhelm Reich. Fritz und Laura Perls haben das zu einer dialogischen Ich-Du-Beziehung ausgebaut. In den letzten fünfundzwanzig Jahren ist das zu einem Allgemeinplatz geworden, besonders in den letzten fünfzehn. Teile der Gestalttherapie sind von anderen Arten der Psychotherapie absorbiert und assimiliert worden. Ich denke, dass das wunderbar ist.

Ich denke nicht, dass wir darauf achten müssen, die Gestalttherapie von anderen unterscheidbar zu halten. Was für mich wichtig ist, ist, dass man die Prinzipien der Therapie anschauen und anwenden muss, egal, ob man das Gestalttherapie nennt oder anders. Die Kohutianer beispielsweise benutzen das Konzept der Empathie, das dem Therapeuten erlaubt, auf den Klienten einzugehen. In der orthodoxen Freudschen Psychoanalyse wäre das undenkbar. Für Kohut und die Selbstpsychologie ist Empathie eine subjektive Methodologie. Die Gestalttherapie hat sich mit dem Prozess, durch den der Therapeut selektiv auf den Klienten reagiert, seit über fünfzig Jahren beschäftigt. Unter gewissen Umständen ist Empathie ein Tropfen auf den heißen Stein. Das interessante an der Kohutschen Selbstpsychologie ist für mich, dass Kohut anfing, sich mit der narzisstischen Charakterstörung zu beschäftigen, was die Psychoanalyse lange aufgegeben hat. Er sagte, dass man mit der narzisstischen Charakterstörung anders arbeiten müsse. Das macht schon Sinn. Die Leute, die ihm folgen, die Kohuts Perspektive einnehmen, scheinen heute jedoch zu diagnostizieren, jeder habe eine narzisstische Charakterstörung. Das gibt ihnen die "Lizenz", bei allen Klienten anzuwenden, was Kohut für eine relativ kleine Gruppe reserviert hatte. So kann, wenn auch durch die Hintertür, der Analytiker anfangen, authentisch auf den Klienten zu reagieren, wenigstens in der engen Dimension der Empathie.

Harman: Du hast einige Male das Wort "Gewahrsein" benutzt, und ich denke, dass Gestalttherapeuten wissen, über was wir sprechen, oder wenigstens eine gewisse Idee davon haben. Therapeuten aus anderen Richtungen, die dies lesen, haben das vielleicht nicht. Wie definierst du Gewahrsein?

Resnick: Gewahrsein ist einer der Begriffe der Gestalttherapie, der, wie es sie meiner Meinung nach in allen Systemen gibt, oberflächlich gesehen sich selbst erklärt. Wenn man ein wenig tiefer geht, wird es komplizierter. Wenn man noch tiefer gräbt, kommt man in die Gefahr der Haarspalterei. Das Konzept, das so klar zu sein schien, wird immer unschärfer, je tiefer man geht. Für mich hat Gewahrsein etwas mit Sensitivität zu tun, mit der Fähigkeit zu reagieren, mit "Reaktivität". Damit meine ich nicht notwendigerweise eine sichtbare Reaktion, sondern die Möglichkeit oder Fähigkeit, überhaupt [angemessen] reagieren zu können. Sensitivität und Reaktivität. Ist das eine kognitive Funktion? Vielleicht. Ist es eine sensorische Funktion? Ja. Ist es eine affektive Funktion? Ja. Ist es all dies zusammen? Manchmal. Es hängt von der Ebene der Organisation ab, an die du denkst, wenn du über Gewahrsein sprichst. Muss man über den ganzen Menschen sprechen? Kann man über nur eine Form der Erfahrung sprechen oder gibt es mehrere Formen - eine sensorische, affektive und kongnitive Erfahrung? Ist es möglich, über Gewahrsein eines organischen Systems zu sprechen? Kann man über Gewahrsein auf der zellulären Ebene sprechen? Bei einigen Beispielen ist das gewöhnlich möglich. Gewahrsein ist beispielsweise wie ein Thermometer, das misst, wie sensitiv und reaktiv jemand ist. Auf dieser Ebene kann man von zellulärem Gewahrsein sprechen. Sogar eine kleine Einheit wie die einzelne Zelle kann demnach Gewahrsein haben. Gibt es eine kognitive Komponente? Nein, nicht wenn man von Gewahrsein auf dieser Ebene spricht. Wie man Gewahrsein definiert hängt also, zumindest teilweise, davon ab, auf welcher Ebene der Organisation man sich befindet. Gewahrsein wird, denke ich, oft mit Erkennen [cognition] verwechselt. So als läge kein Gewahrsein vor, wenn kein Erkennen stattfindet. Aber wir tun viele Dinge, die wir nicht bewusst wahrnehmen. Wir tun sie im Dienst unseres Organismus, im Dienst der Selbstregulation und oft ohne kognitives Gewahrsein. Gewahrsein mag eine kognitive Komponente haben, aber es kann Gewahrsein auch ohne Erkenntnis geben.

Harman: Wissen, wann man isst oder trinkt, wann man zur Toilette geht. Diese Dinge, die geschehen, ohne dass sie einem durch den Kopf gehen. Passt das in deine Definition?

Resnick: Und ich bin gewiss keiner, der fordert, dass man zu jeder Zeit Gewahrsein haben muss. Dinge, die unterhalb der Schwelle des Gewahrseins stattfinden, sind habituell. Sie sind sehr nützlich und effizient. Andererseits: Die Gewahrseins-Schwelle zu überschreiten, kann organismisch nützlich sein, selbst wenn das bedeutet, zeitweise gespalten zu sein. In der Lage zu sein, sich bewusst zu machen, was ich gerade tue, verlangt eine zeitweise Spaltung. Diese Spaltung ist es wert, wenn diese Aufmerksamkeit es mir erlaubt, dass ich mit neuen Verhaltensweisen oder besseren Möglichkeiten der Bedürfnisbefriedigung experimentiere.

Harman: Ja, ich denke, dass die ganzen Routinen, über die du sprichst, uns verrückt machen würden, wenn wir uns ihrer immer bewusst sein müssten. Wie beim Fahren. Wir müssen aufmerksam sein, wo wir sind, aber nicht, wie sich die Räder drehen.

Resnick: Fahren ist für mich ein interessantes Beispiel. Als ich vor Jahren auf den britischen Inseln war und auf der anderen Seite der Straße (die wir Amerikaner die "falsche Seite" nennen) fahren musste, erkannte ich, dass man, wenn man routinemäßig, also ohne Gewahrsein, fährt, einen Bus in die Schnauze bekommt. Man fährt sich zu Tode. Viele Amerikaner fahren sich in England zu Tode oder sterben einfach beim Überqueren der Straßen. Viele große Kreuzungen in London haben jetzt weiße Pfeile auf dem Bürgersteig, die zeigen, wohin man nach dem ankommenden Verkehr schauen muss. Die Botschaft lautet: "Seid aufmerksam. Folgt nicht euren Gewohnheiten oder es gibt einen Unfall." Es kann sinnvoll sein, sich willentlich zu spalten, sich selbst beim Fahren zu beobachten, Dinge laut auszusprechen, um die Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten. Ich sage es laut vor mich hin und es hilft. Meine Frau, Rita, die auch Gestalttherapeutin ist, sagt mir laut voResnick: "Weite Rechtskurve, enge Linkskurve", wenn wir uns einer Kreuzung nähern, an der wir abbiegen müssen. Obwohl es ein bisschen lächerlich wirkt, wenn andere im Auto sind, ist das besser als die Alternative, es nicht zu tun. Das Fahren für ein paar Tage über die Gewahrseins-Schwelle zu heben, hilft wenigstens mir (und ein paar anderen Leuten, mit denen ich darüber gesprochen habe), eine neue Gewohnheit herauszubilden und zu fahren, ohne umzukommen. Das verlangt, die Gewohnheit, die sich unterhalb des Gewahrseins abspielt, ins Gewahrseins zu heben und aufmerksam zu experimentieren. Wenn die neue Gewohnheit sich herausbildet, muss sie sich festigen - erst dann kann das Gewahrsein wieder abnehmen.

Harman: Ich denke, man könnte das, was du gerade gesagt hast, als Beschreibung einer guten Therapie nehmen: Ziel ist es, den Klienten dahin zu bringen, dem, was er tut, willentlich Aufmerksamkeit zu widmen. Bis er sich dessen, was er tut, ganz bewusst ist. Dann kann es sein, dass er ein neues Verhalten anstrebt oder die Sache ganz bleiben lässt, wenn sie ihm nicht Passt.

Resnick: Ja, damit stimme ich völlig überein. Darum sage ich zu Klienten oder Trainees: "Gewahrsein ist hilfreich und eine notwendige Dimension der psychotherapeutischen Arbeit. Aber wer zum Teufel will durch die Welt gehen und ständig alles bewusst wahrnehmen?" Wenigstens ist es langweilig. In einer Sitzung ist es wichtig, aufmerksam zu sein und zu berichten, was man wahrnimmt, so dass sowohl der Therapeut als auch der Klient das Gewahrsein des Klienten überprüfen können, damit der Klient über seine Optionen Bescheid weiß. Der Therapeut und der Klient können nur wissen, dass der Klient Zugang zu seiner Erfahrung und zu seinem Verhalten hat, wenn sie sich explizit an das Gewahrsein halten. Dieser Prozess bewirkt in zweiter Linie auch, dass der Klient lernt, aufmerksam zu sein. Lerntheoretiker nennen das manchmal "Transferlernen". Wichtig ist der Zugang zum Gewahrsein, nicht das Gewahrsein an sich.

Harman: Sag das noch mal.

Resnick: In meiner Perspektive ist der Zugang zum Gewahrsein wertvoll, nicht das Gewahrsein an sich. Manchmal ist es schön, sich zu freuen und zu genießen, ohne sich darüber bewusst zu sein, dass man sich freut und genießt.

Harman: Ganz meine Meinung.

Resnick: Gewahrsein kann ein effektiver Weg sein, die Erfahrung abzutöten oder wenigstens zu reduzieren.

Harman: Während du gesprochen hast, ist mir der Gedanke gekommen, dass die Gestalttherapie heute in mancher Hinsicht anders ist als in den frühen Siebzigern, wo ich sie zuerst kennen gelernt habe. Es scheint mir, dass die meisten Gestalttherapeuten, die ich kenne, heute mehr ihr eigenes Gewahrsein benutzen. Dies macht den Therapeuten präsenter in der Sitzung. Es geht weniger um Anleitung, Experimentieren und Verändern. Ich frage mich, ob du denkst, dass dies ein Trend ist. Oder war das immer schon so, nur ich habe es nicht bemerkt? Ich spreche über die Art, wie der Therapeut präsent ist oder den Dialog, den der Therapeut mit dem Klienten führt.

Resnick: Nun, ich denke, dass einige Gestalttherapeuten das schon immer gemacht haben. Für einige hat, wie für mich, die dialogische Beziehung einen hohen Stellenwert. In der therapeutischen Arbeit ist die Beziehung des Klienten zum Therapeuten einer der "Orte" für den Therapeuten, um an wichtige Daten darüber zu gelangen, wie der Klient in seiner Welt interagiert, weil der Klient in dieser Beziehung seinen Charakter und seinen Stil, in der Welt zu sein, ausdrückt. Normalerweise wiederholen Klienten ihre Art, in der Welt zu sein, in ihrer Beziehung zum Therapeuten. Man bekommt die Daten sowohl auf der interpersonalen als auch der innerpsychischen Ebene. Niemand kann in signifikanter Weise interpersonal anders als innerpsychisch sein. Man kann interpersonal nicht mehr sein, als man innerpsychische Unterstützung dafür hat. Die Beziehung zwischen dem Therapeuten und dem Klienten ist der entscheidende Prototyp, den es anzuschauen gilt. Wie verhält sich diese Person zur Welt?

Als Therapeut bin ich ein Beispiel für die Welt. Ich bin ein signifikanter Teil der Welt, zu der sich die Person jetzt verhält. Zu schauen, wie diese Person ihre Figur-Grund-Bildung gestaltet, wie sie ihren Kontakt-Rückzugs­Zyklus stört, wie sie sich Unterstützung gibt und wie sie ihre organismische Selbstregulation unterbricht, wie sie verdrängt - das ist, was wir in der Therapie machen. Es passiert hier in der Sitzung. Man braucht, um das herauszufinden, nicht die Geschichten, wie sich die Person außerhalb der Therapiesitzung verhält. In der Sitzung bekommt der Therapeut unmittelbare Informationen aus erster Hand über den Prozess des Klienten, nicht nur die Berichte des Klienten über dessen eigene Wahrnehmung.

Damit das gelingt, muss der Therapeut sowohl als Person als auch als Therapeut anwesend sein. Das ist ein schwieriger Balanceakt. Es besteht nie eine perfekte Balance zwischen diesen beiden Weisen der Anwesenheit. Manchmal verhalten sie sich nicht ergänzend zueinander. Manchmal bricht sogar ein Konflikt zwischen ihnen aus. In der Therapie wird die Beziehung wichtig, weil sie der "Ort" ist, um wichtige Daten darüber zu erhalten, wie diese Person interagiert.

Eines der Dinge, die ich über Paartherapie sage, ist, dass mit Paaren zu arbeiten einfacher ist als mit einer Einzelperson, weil die jeweils andere Person, mit der die ­eine Person im Alltag umgeht, auch anwesend ist. Man muss keine Vermutungen darüber anstellen. Man kann die Art ihres Umgangs miteinander sehen und hören, ohne dass der Therapeut in der Weise persönlich verwickelt ist, dass er die Person ist, der vor allem die Aufmerksamkeit gilt. Es sei denn, man fordert letzteres heraus.

Harman: Als Therapeut ist man mehr der Hintergrund als in der Einzeltherapie.

Resnick: Richtig. Und man kann sich auf die Paarbeziehung konzentrieren. Einer der Wege, Einzeltherapie zu betrachten, ist, dass sie der Paartherapie gleicht, wobei der Therapeut der andere Teil des Paares ist. Wenn das wahr oder nützlich ist, dann kann der Therapeut nicht nur der Techniker oder Regisseur sein. Der Therapeut muss anwesend sein, teilweise auch als Person, damit er der Indikator für den Stil des Klienten ist. Halb im Ernst habe ich auch gesagt, dass die Paare lebende Rorschach-Tests füreinander seien. Wenn der Therapeut nicht selbst genug Psychotherapie hatte, wird er vielleicht auch Teil dieser Matrix von Projektionen.

Harman: Also besteht dein Stil darin, den Klienten auf dem Laufenden über dich zu halten, damit er nicht raten muss und projizieren kann.

Resnick: Das ist ein wenig übertrieben. Ich bin bereit - aber nicht versessen darauf -, mit dem Klienten meine Erfahrung zu teilen, wenn er danach fragt oder wenn ich sie erzählen will. Ich wäre darauf nur versessen, wenn meine Erfahrung ein starker Vordergrund wäre. Es ist ja in erster Linie die Therapie des Klienten, nicht meine eigene. Wenn ich etwas Therapeutisches daraus ziehe, wie es mir manchmal passiert, ist das wunderbar. Grundsätzlich aber ist es die Therapie des Klienten. Ich denke, es ist ziemlich unrealistisch, davon auszugehen, dass wir nur zwei Leute sind, die da sitzen und in allem gleich sind. Schließlich bezahlt einer von uns den anderen. Es ist wichtig, meine Erfahrung auszudrücken, um die Kontaktfunktion zu formen. Wenn ich merke, dass ich eine starke Erfahrung habe, die ich nicht ausdrücke, kann es keinen guten Kontakt auf gleicher Ebene geben. Es wäre dann unwahrscheinlich, dass ich in der Lage bin, die andere Person gut zu hören oder zu sehen. Ich kann dich nicht aufnehmen, wenn ich mit mir selbst beschäftigt bin. Unser Zusammentreffen dient in erster Linie der Therapie des Klienten. Ich würde nicht denken, dass es nützlich für mich ist, selbst genauso viel Zeit zu beanspruchen wie der Klient. Es mag Tage geben, an denen ich mehr von mir preisgebe als der Klient von sich. Aber im großen Ganzen ist es die Therapie des Klienten, nicht meine. Ich denke, dass sich die Therapeuten im Irrtum befinden, die den Ansatz, sich als Person auszudrücken und zu definieren, als Lizenz gebrauchen, um selbstbezogene Egotrips ohne viel therapeutischen Wert für den Klienten durchzuziehen.

Harman: Ja, ich stimme dem zu. Die alte Encountergruppen-Bewegung war ein Ort, an dem der Therapeut oder die Therapeutin seinen oder ihren eigenen Mist abladen konnte.

Resnick: Richtig. Wenn der Therapeut oder die Therapeutin dem Klienten oder der Klientin mehr erzählt, als dieser oder diese möchte oder braucht, wird die Ausdrucksmöglichkeit des Klienten oder der Klientin in den Schatten gestellt oder beschnitten.

Harman: Ich mag deine Idee, dass man wegen der Therapie des Klienten zusammenkommt, aber dass es manchmal nötig ist, sich selbst auszudrücken, um darüber Klarheit zu bekommen, was vor sich geht.

Resnick: Ja, dieser Selbstausdruck ist wichtig, besonders wenn er eine Antwort auf den Klienten darstellt. Der Klient lernt dabei etwas und bekommt unmittelbare Rückmeldung darüber, welchen Eindruck er auf dich als Repräsentant der Welt gemacht hat. Zusätzlich zu der Modell-Funktion dient das der Enthemmung der Kontaktfunktionen. Wenn ich nicht sage, wo ich stehe, und du über etwas anderes sprichst, kann ich nicht zuhören. Es kann keinen Kontakt geben, weil ich nicht meine im Vordergrund stehende Erfahrung ausdrücke. Meine im Vordergrund stehende Erfahrung ist der laufende Kontakt. Hochwertiger Kontakt verlangt nach Martin Buber Gegenwärtigkeit, Offenheit und Dialogbereitschaft. Ich muss bereit und fähig sein, meine Erfahrung auszudrücken, deine Erfahrung aufzunehmen und dem Dialog zwischen uns Raum zu geben.

Harman: Dies mag hier hergehören oder nicht: Vor ein paar Monaten empfahl ich dich einem Klienten. Er rief mich um Weihnachten an und berichtete, er habe dich getroffen. Der Weg sei zu weit und er würde nicht glauben, dass er mit dir weitermachen wolle. Er sagte aber, dass etwas, das du gesagt hast, einen tiefen Eindruck bei ihm hinterlassen habe. Du hast gesagt: "Sie sind vielleicht nicht der Typus Mensch, den ich mir als Freund aussuchen würde." Er erinnerte sich daran und denkt immer noch darüber nach. Ich dachte, dies könnte ein Beispiel dafür sein, dass du ihn wissen lässt, welchen Eindruck du von ihm hast und was in dir während der Sitzung vorgeht. Erinnerst du dich daran?

Resnick: Meine Erinnerung ist, dass er etwas über sein Problem damit sagte, jemanden Geld zu zahlen, der sich "Therapeut" nennt, damit er jemanden zum Reden habe. Er entsann sich eines alten Buches "The Purchase of Friendship" [Käufliche Freundschaft]. Er wollte etwas darüber wissen und fragte, ob ich etwas mit ihm zu tun haben wolle, auch wenn er mich nicht bezahlen würde. Der Gedanke brachte ihn aus der Fassung. In diesem Zusammenhang sagte ich zu ihm: "Da ich Sie erst zwanzig Minuten kenne, würde ich Sie nicht direkt als Freund aussuchen." Wichtig daran ist, dass es wahr ist. Es ist auch wahr, dass es sehr selten vorkommt, dass ich jemanden zum Freund wählen würde, den ich erst zwanzig Minuten kenne. Es ist wichtig, dies ­jemandem zu sagen, auch wenn es schwer ist. Wenn man es tut, fördert das die Glaubwürdigkeit von einem als Person - dann wird auch das, was man an Positivem sagt, glaubwürdiger. Natürlich ist es auch wichtig zu wissen, was man dem Klienten nicht erzählen sollte. Der Schlüssel dazu ist, aufgrund eines guten klinischen Urteils zu unterscheiden.

Resnick: Vor Jahren sagte ein Klient zu mir: "Nun, Sie mögen mich. Aber das müssen Sie ja auch, weil Sie mein Therapeut sind." Ich lachte in mich hinein und sagte zu ihm: "Sie sind auf dem falschen Dampfer!" Es ist wichtig für mich, dass der Klient die Wahrheit weiß. Mir ist nicht notwendigerweise danach, ihm diese Wahrheit auf die Nase zu binden, solange es sich nicht um eine starke positive oder negative Reaktion handelt. Wenn jemand speziell danach fragt, ist es, wie ich meine, sehr wichtig für ihn, die Wahrheit kennen zu lernen. Wenn es eine ungewöhnlich negative Reaktion auf ihn ist, kann das mein Ding sein (in anderen Zusammenhängen als "Gegenübertragung" bekannt). Wenn ich auf der anderen Seite auf Klienten in einer Art und Weise reagiere, die ihnen bekannt vorkommt, kann es für sie sehr nützlich sein, diese Reaktion von jemandem mitgeteilt zu bekommen, der ihnen nicht persönlich nahe steht. Das hat auch etwas mit Respekt zu tun. Dann werde ich glaubwürdig. Offensichtlich muss der Therapeut über ein gutes klinisches Urteil verfügen, wie groß die innere Unterstützung des Klienten ist und die Unterstützung, die er in Beziehungen von anderen erhält, um zu entscheiden, wann er ihm wieviel Wahrheit zumuten kann.

Harman: Ich habe an etwas gedacht, als du gesagt hast, dass die Klienten auf dem falschen Dampfer seien, wenn sie denken, man müsse sie mögen. Ich habe Klienten, die mir sagen, dass sie zu mir kommen, weil sie eine objektive Rückmeldung haben wollen. Ich antworte, dass ich keine "objektive" Rückmeldung geben könne. Sie ist vielmehr gefärbt durch alles, was ich je erlebt habe. Wenn jemand wegen einer "objektiven" Rückmeldung kommt, na dann ist er an den falschen Therapeuten geraten. Ich kenne einige Leute, die sich so weit zurückziehen und so rar machen, dass sie denken, sie könnten eine objektive Rückmeldung geben. Leute, die Gutachten für das Gericht schreiben oder solche Art Assessments machen. Ich glaube, nicht einmal das ist objektiv.

Resnick: Ja, ich denke, dass das Beste, was der Therapeut anbieten kann, ist, dass er einen unverbrauchten, anderen Satz Augen und Ohren hat. Meine Färbungen sind vielleicht andere als deine. Wenn du etwas sagst, etwas bist oder etwas fragst, was an meine eigenen Schwierigkeiten rührt, werde ich es nicht als ein für mich schwieriges Terrain erkennen, wenn ich nicht genügend Selbsterfahrung gemacht habe. Wenn ich in der Lage bin, das zu erkennen, kann ich dich davor warnen, so dass du sehr vorsichtig in der Bewertung dessen sein kannst, was ich bezüglich dieser Sachen sage, da es Sachen sind, bei denen ich meine eigenen Verzerrungen habe. Ich kann nicht meine eigenen blinden Flecken sehen. Aber mit genügend Selbsterfahrung kann ich gleichsam riechen, wenn ich in gefährliches Terrain komme und mich vielleicht entsprechend verhalten.

Harman: Ein anderer Begriff, den wir vielleicht sorgfältig definieren müssen, ist "Kontakt". Du hast ihn ziemlich oft benutzt. Andere beziehen sich auf ihn als Teil der Beziehung. Wie definierst du "Kontakt"?

Resnick: Kontakt ist wie Gewahrsein ein Ausdruck, der oberflächlich gesehen einfach zu verstehen ist, während es komplizierter und sogar völlig neblig wird, wenn man tiefer schaut. Ich gebrauche ihn sicher nicht synonym mit Beziehung. Wenn ich wegschaue und summe, während du sprichst, haben wir immer noch eine Beziehung. Beziehung heißt nicht, dass sie warm oder eng ist oder dass ich dich mag oder nicht mag. Es heißt, dass eine Verbindung besteht. Ich gebrauche Kontakt im technischen Sinne. Ich spreche nicht nur über die Konversation. Ich sage nicht, dass ich dich notwendigerweise anschauen muss. Ich meine nicht, dass man spezielle Sachen zueinander sagen muss. Ich sage, Kontakt ist, dass etwas geschieht - ein Geschehnis zwischen Leuten. Es ist nicht etwas, das man machen kann. Ich kann nicht Kontakt machen. Das, was ich höchstens machen kann, ist, die Chancen auf Kontakt zu erhöhen. Die Kriterien, die ich im technischen Sinne benutze, um Kontakt zwischen Leuten festzustellen, lauten:

1. Die Differenz zwischen mir und dir wird wahrgenommen.

2. Es gibt eine Bewegung.

3. Ich bin bereit, meine unmittelbare Wahrnehmung der Bewegung auszudrücken.

Wie ich früher gesagt habe, mein unmittelbares Gewahrsein, meine unmittelbare Erfahrung ist die Gegenwärtigkeit von Kontakt. Wenn du das aufnimmst, oder besser nocHarman: Wenn du bereit bist, dein unmittelbares Gewahrsein des Moments auszudrücken, dann "passiert" Kontakt. Kontakt ist die Berührung zwischen meinem unmittelbaren Gewahrsein (Erregung an der Kontaktgrenze) und deinem unmittelbaren Gewahrsein, während derer wir uns sowohl der Unterschiede als auch der Ähnlichkeiten zwischen uns bewusst sind und Bewegung aufrecht erhalten. Wenn die Bewegung stoppt, passiert wahrscheinlich eines von zwei Dingen: Wir können uns verhärten, starr werden und der Kontakt verwandelt sich in eine Form der Isolation, wie im Anstarren - der blanke, harte Blick des Starrens. Die andere Möglichkeit ist, dass wir anfangen zu verschmelzen. Das Gegenteil von Anstarren, das wie eine undurchdringliche Glaswand wirkt, besteht darin, dass wir verschmelzen. Einfach gesagt: Konfluenz. Um Unterschiede zu bewahren, muss es Bewegung geben. Unterschiede sind wichtig, damit es eine Grenze gibt. Ohne Bewegung kann es keine Unterschiede geben. Ohne Unterschiede kann es kein Gewahrsein geben. Ohne Gewahrsein kann es keine Grenze geben. Ohne all das kann es keinen Kontakt geben.

Harman: Ich möchte hier das Wort "erlauben" einbringen. Ich denke, du willst sagen, dass wir Bedingungen setzen können, die es dem Kontakt erlauben zustandezukommen. Wir können Kontakt nicht erzwingen oder "machen". Wir machen gewisse Dinge, die den Raum bereitstellen. Es ist mehr oder weniger, dass wir ihm nicht im Wege stehen.

Resnick: Richtig. Wenn ich bereit und in der Lage bin, diese Dinge zu tun, aber du bist nicht interessiert oder nicht in der Lage, kommt Kontakt nicht zustande. Beispielsweise, wenn der andere im wörtlichen Sinne schläft, wird kein Kontakt zustande kommen. Das macht auch klar, dass Kontakt nichts mit dem Inhalt des Kontaktes zu tun hat. Mein unmittelbares Gewahrsein mag Weichheit, Wärme, Freude, Sexualität oder Spiel sein. Es mag Trauer, Ärger oder Furcht sein. Was meine unmittelbare Erfahrung wichtig macht, ist nicht ihr Inhalt, nicht einmal das Ausmaß oder die Intensität. Was sie wichtig macht, ist, dass sie unmittelbar ist. Unmittelbarkeit macht sie wichtig.

Harman: Es ist "der Moment".

Resnick: Richtig. Manchmal benutze ich die Metapher einer Uhr. Wenn mein Gewahrsein 12 Uhr ist und lautet "Ich habe Angst", besteht die größte Chance zum Kontakt darin, dir zu sagen: "Ich habe Angst." Wenn ich dir mein 3-Uhr-Gefühl gebe und frage: "Weisst du welcher Tag heute ist?" OdeResnick: "Bist du schon mal hier gewesen?" Oder "Weisst du, wie viel Uhr es ist?" OdeResnick: "Wo kann man hier Kaffee bekommen?" Dann mögen das alles wahre Aussagen sein, aber sie repräsentieren nicht mein unmittelbares Gewahrsein. Sie sind nicht das, was mich im Moment unmittelbar bewegt. Sie sind nicht meine unmittelbare Erfahrung. Meine unmittelbare Erfahrung wäre "Angsthaben". Wenn ich dich nach Kaffee fragen würde, ergäbe sich daraus vielleicht eine Konversation und wahrscheinlich nicht mehr. Offensichtlich ist es in manchen Zusammenhängen nicht im besten Interesse einer Person, ihr unmittelbares Gewahrsein mitzuteilen. Die Situation stützt das nicht. Die Beziehung stützt das nicht. Später stützt sie es vielleicht.

Harman: Ich denke, eins der Anzeichen dafür, ob eine Person "gesund" ist, besteht darin, ob sie weiß, ob eine Situation sich dazu eignet, Kontakt oder den Ausdruck meines unmittelbaren Gewahrseins zu erlauben. Es gibt Zeiten, in denen es nicht in meinem besten Interesse ist, mein unmittelbares Gewahrsein auszudrücken, aber ich muss wissen, dass da etwas ist, was ich nicht ausdrücke.

Resnick: Natürlich. Wenn du im Kino neben deiner Freundin sitzt und dir mitten im Film langweilig wird, während du sexuelle Erregung spürst, lehnst du dich vielleicht zu ihr hinüber und sagst: "Lass uns ins Bett gehen." Deine Freundin sagt darauf vielleicht: "Lass mich in Ruhe." OdeResnick: "Toll." OdeResnick: "Hast du 'nen Knall?" oder "Phantastisch." OdeResnick: "Ich will den Film sehen." Oder. "Halt's Maul." Wenn du dich aber zur anderen Seite lehnst und das gleiche in das Ohr einer Fremden flüsterst, wird das Ergebnis ganz anders ausfallen. Du hast dein unmittelbares Gewahrsein ausgedrückt. Du wirst beschuldigt, verrückt zu sein, ein Spinner zu sein. Vielleicht wird die Polizei gerufen oder der Türsteher wird dich rausschmeißen. Was du gesagt hast, ist genau das gleiche. Die Situationen sind verschieden. In der einen Situation kannst du darauf hoffen, dass sie deine Bemerkung stützt. Die andere Situation, der "neue" Ansatz zu einer Beziehung, kann sie normalerweise nicht stützen. Ich hatte mal einen Klienten, der periodisch "bewies", dass Frauen ihn nicht leiden können. Er ging zu einer fremden Frau, etwa einer Kellnerin in einem Restaurant, wo er zu Abend aß, und fragte: "Willst du ficken?" Sie reagierte auf ihn mit Furcht oder Ärger und entfernte sich schnell. Dies bewies natürlich jedes Mal aufs Neue, dass Frauen ihn nicht mögen.

Harman: Der Kontext muss dem Kontakt auch Unterstützung geben.

Resnick: Laura Perls spricht davon, "der Situation verpflichtet zu sein" [what's due the situation]. Das ist eine andere Formulierung dafür. Ver-pflicht-ung gegenüber der Situation. Was im Kontext angemessen ist. Sie sagt auch, was ich faszinierend finde, dass die ursprüngliche Bedeutung des britischen Wortes "due" würde heißen, zu tun, wozu der Kontext der Situation verpflichtet. Dann wurde das Wort verhärtet und heißt, zu tun, was man tun sollte. Der Sinn kehrte sich also fast um. Heute hat das Wort "Pflicht" [duty] oder die Konzeption von "Pflicht" wenig mit dem Kontext zu tun. Man tut sie, weil man soll. Ursprünglich hieß es natürlich, was der Situation angemessen ist. Also - wozu der Kontext verpflichtet. Das ist heute überholt, aber es heißt weiter "Pflicht".

Harman: Du hast das Wort "Unterstützung" benutzt.

Resnick: Möglich. Du willst wahrscheinlich, dass ich die Begriffe einen nach dem anderen erkläre.

Harman: Als du Laura Perls erwähnst hast, dachte ich auch an Unterstützung, weil es eines ihrer Lieblingsthemen ist. Die Unterstützung [support], die der Klient benötigt, seine Unterstützung in der Therapie. Kannst du etwas darüber sagen, wie du dazu stehst?

Resnick: Unterstützung wird meines Wissens im Kontext der Gestalttherapie in zweierlei Hinsicht verwendet. Die eine Verwendung finde ich nützlicher als die andere. Allerdings enthalten beide Verwendungen etwas Wahrheit, soweit es mich betrifft. Die allgemeinere Definition von Unterstützung hat zu tun mit dem Zugang, den jemand zu seinen Fähigkeiten, seinem Wissen und seinen Fertigkeiten hat - Intellekt, Körper, Wissen, Fähigkeit zu handeln und zu denken, zu fühlen, sich zu bewegen und so weiteResnick: in der Lage sein, dies dann zu aktivieren, wenn es für die organismische Selbstregulation oder für die Bedürfnisbefriedigung nützlich ist. Das ist eine ziemlich allgemeine Weise, Unterstützung zu betrachten, der ich zustimme. Sicherlich denke ich, dass sie richtig ist. Allerdings ist sie, für sich genommen, nicht nützlich genug. Die zweite Verwendung von Unterstützung (die der ersten nach meinem Dafürhalten überhaupt nicht widerspricht) entspricht in etwa dem analytischen Konzept von "Ich-Stärke" und hat mit dem Grad der Identifikation mit meinem Zustand zu tun. Meine Unterstützung ist meine Erfahrung des Moments. Wenn ich Angst habe, ist meine Angst meine Unterstützung. Mich selbst in diesem Moment zu unterstützen würde bedeuten, mich mit meiner Angst, mit meiner Freude, mit meinem Hunger zu identifizieren. Es ist im Eigeninteresse des Organismus und dient der Selbstregulation, mich mit meinem Zustand zu identifizieren.

Harman: Hilf mir, den Satz "mich mit meiner Angst zu identifizieren" zu verstehen. Heißt das, die Angst anzuerkennen oder wahrzunehmen?

Resnick: Meine Angst anzuerkennen, sie zu fühlen, sie nicht zu bekämpfen, sie nicht zu verstecken, und vielleicht, sie auszudrücken. "Zu ihr zu stehen," wie man umgangssprachlich sagt. Zu sein, was ich bin. Wenn ich Angst habe, bedeutet es, dass ich auf meinen eigenen zwei Füßen stehen kann, die nun mal ängstlich sind, indem ich die Angst zeige, mich mit ihr identifiziere, zu ihr stehe, sie anerkenne, sie fühle. Wenn ich Angst habe und sie negiere, sie verdränge, wenn ich deflektiere, versuche, anders als ängstlich auszusehen, muss ich mich verbiegen, so als stünde ich neben mir. Dazu habe ich keine gute Unterstützung. Mir fehlt das Fundament, das in diesem Moment die Angst ist.

Du hast Laura Perls' Interesse an Unterstützung erwähnt. Einer der Wege, in dem Laura über klinische Fälle spricht, lautet, bei ihnen entweder die Kontakt-Rückzug-Themen oder die Unterstützungs-Themen anzuschauen. Meist sind es die Kontakt-Themen oder die Schwierigkeiten im Kontakt-Rückzug-Zyklus, die als erstes auftauchen. Aber ob man nun mit den Kontakt-Rückzug-Themen oder den Unterstützungs-Themen beginnt, man kommt im Verlaufe der Arbeit zu den Unterstützungs-Themen. Ein anderer Weg, das zu sagen, ist, dass mein Kontakt-Rückzug-Zyklus nicht besser sein kann, als meine Unterstützung ist. Meine Bedürfnisse kann ich nicht besser durch Kontakt und Rückzug befriedigen, als es meine Unterstützung zulässt. Die Sichtweise, Unterstürzung als Identifizierung mit meiner unmittelbaren Erfahrung zu definieren, macht die Beziehung zwischen Unterstützung und dem Kontakt-Rückzug-Zyklus verständlicher. Wenn ich in Chicago bin, ist der einzige Ort, von dem aus ich dich anrufen kann, Chicago - ob ich nun Chicago mag oder nicht.

Harman: Das erinnert mich, während du sprichst, an Beissers Idee über die paradoxe Theorie der Veränderung: Man fängt mit dem "was ist" an. Du bleibst bei deiner Erfahrung.

Resnick: Ja.

Harman: Bis man die Erfahrung zerstört oder "dekonstruiert" hat, so dass etwas anderes entstehen kann.

Resnick: Ja, aber Beissers Beitrag in "Gestalt Therapy Now" (1970) über die "Paradoxe Theorie der Veränderung" ist nicht wirklich neu. Fritz hat darüber gesprochen, als er sagte, vielleicht etwas zu kryptiscHarman: "Gewahrsein allein kann heilsam sein." Damit hat er angesprochen, dass es nicht möglich ist, im intra­psychischen Bereich, wo man nicht experimentieren kann, Erfahrung weiter "herunterzubrechen". Zum Beispiel wenn du traurig bist. Der Weg, die Traurigkeit zu beenden, ist, aufzuhören, die Traurigkeit zu bekämpfen, sondern vielmehr sich mit seiner Traurigkeit zu identifizieren - so lange traurig zu sein, zu trauern, bis man mit der Trauer zu Ende ist. Das heißt nicht, dass man seine Traurigkeit oder Trauer über den Tod einer geliebten Person beenden kann, indem man einmal kräftig weint. Trauer ist die gesunde Reaktion auf Verlust. Solch eine Trauer kann ein Jahr dauern, bis sie zu Ende ist, obwohl sie in diesem Jahr nicht omnipräsent sein wird, aber ebenso wenig wird sie nach dem Jahr ganz verschwunden sein. Emotionen können enden. Sie können nicht beendet werden. Sich mit einer Emotion - einem "Herausbewegen" [out-motion] - zu identifizieren und sie auszudrücken, ist nötig, um die sensomotorische Gestalt zu schließen.

Harman: Identifikation meint mehr als nur "darüber nachdenken" oder "sich damit zu beschäftigen"?

Resnick: Es bedeutet, sich dem zu ergeben [surrendering], was man ist.

Harman: Ja, ich mag das Wort "Ergebung" [surrender].

Resnick: Nicht im militärischen Sinne und auch nicht im hinhaltenden Sinne, dass ich, wenn ich mich meiner Traurigkeit ergebe, für immer traurig sein werde. Es bedeutet, im Ganzen so traurig zu sein, wie ich es wäre, wenn ich nicht versuchen würde, meine Traurigkeit zu beeinflussen. Mir zu erlauben, traurig zu sein, erlaubt es meinem Organismus, die Trauer zu beenden und zu etwas anderem weiterzugehen. So lange, wie ich meine Trauer bekämpfe, bleibe ich traurig. Beisser (1970) beschrieb das in einer sehr nützlichen, frischen Weise. Indem er es die "Paradoxe Theorie der Veränderung" nannte, machte er das Konzept ziemlich klar. Es hat sehr stark damit zu tun, sich mit seinem eigenen Zustand zu identifizieren, worin ich den nützlichsten Teil der Unterstützung sehe.

Harman: Ich bin innerlich noch ganz bei deinem Satz, "sich dem zu ergeben, was im Moment ›ist‹".

Resnick: "Sich ergeben" ist ein gefährlicher Ausdruck. Darum habe ich weiter gesagt: nicht im militärischen Sinne. "Ergebung" hat eine konnotative Bedeutung, die Kapitulation meint. Fritz Perls meinte das nicht. Es meinte nuResnick: anzuerkennen, was existiert, ohne es verändern zu wollen. Das heißt nicht, dass meine Erfahrung sich nicht ändert, es heißt nur, dass ich meine Erfahrung nicht ändere, indem ich versuche, sie zu ändern. Weniger ist mehr.

Harman: Ich denke, das ist wichtig. Ich liebe diesen Ausdruck. Er bedeutet, nicht zu bekämpfen, was immer meine Existenz ist. Ob ich trauere oder lache, belustigt oder ärgerlich bin oder was auch immer. Wenn ich mich dem ergebe und das zulasse, trage ich das Potential der Veränderung in mir.

Resnick: Nun, ab einer gewissen Ebene sind Organismus und Umwelt nicht zu trennen. Sie sind eins, ein Feld, ein System, ein Prozess, und auf dieser Ebene macht es überhaupt keinen Sinn, das Innerpsychische von der interpersonellen Umwelt zu trennen. Wenn ich mich allerdings traurig fühle, ist - pragmatisch gesehen -[die innerpsychische Aktivität von] Gewahrsein, Akzeptieren, Anerkennung und Ergebung alles, was ich tun kann. Hat meine Traurigkeit ihren Grund auch in Umweltbedingungen, handelt es sich bei ihr nämlich nicht um etwas, das sich durch Experimentieren erkunden lässt, um zu sehen, was passiert. Wir sprechen hier von zwei verschiedenen Ebenen. Auf einer Ebene gibt es wirklich keine Trennung zwischen Organismus und Umwelt. Das Organismus-Umwelt-Feld ist eins. Praktisch gesehen ist es jedoch manchmal nützlich, so zu handeln, als ob es zwei getrennte Dinge gäbe, das Interpersonale und das Innerpsychische. Klinisch gesehen ist es oft nützlich, interpersonale und umweltliche Prozesse so zu betrachten, als bedürften sie des Gewahrseins, des Kontaktes und des Experimentierens (oder der Aggression). Bei innerpsychischen Prozessen mag Gewahrsein ausreichen. Im interpersonalen und umweltlichen Bereich ist Gewahrsein plus Aggression (Experimentieren) häufig überlegen.

Harman: Bevor ich gekommen bin, hast du mit einem Paar gearbeitet. Ich denke daran, wie wichtig es für Paare ist zu lernen, "sich zu ergeben", "dabei zu bleiben", so dass sie sich miteinander austauschen können. Wenn ich bereit bin, meiner Frau gegenüber, oder wemgegenüber auch immer, auszudrücken, wie ich bin, verändert mich das. Ich dachte immer, dass ich, wenn ich ärgerlich wurde, dies zurückhalten müsse oder in einen Kampf geraten würde. Jemand würde mich schlagen oder ich würde jemanden schlagen. Aber, einem wichtigen Gegenüber in meinem Leben zu sagen: "Ich bin ärgerlich!" bedeutet, mich dem Gewahrsein zu ergeben und zu verbalisieren, was vor sich geht. Dann kann ich zu dem übergehen, was immer als nächstes kommt. Das macht für mich eine der Schönheiten der Gestalttherapie aus.

Resnick: Nun, entschuldige den Ausdruck, den du vielleicht nicht magst, du sprichst über so etwas wie eine emotionale "Rohrreinigungsmaschine". Wenn Ärger deine unmittelbare Erfahrung ist und du sie retroflektierst, also aus all deinen guten Gründen zurückhältst, dann verstopft das deine Rohre. Wärme, Weichheit, Süßigkeit usw. haben keine Chance, durchzufließen, wenn der Stopfen, der Ärger, nicht rauskommt - das ist die Analogie zur Rohrreinigungsmaschine. Oberflächlich gesehen wird der Ärger, wenn du ihn zurückhältst, mit der Zeit verschwinden, aber bis dahin hast du Massen von neuem Ärger und neuen Verletzungen angehäuft, die deine Rohre verstopfen. Es spielt keine Rolle, ob du deinen Ärger magst oder nicht. Er ist da. Und wenn er nicht ausgedrückt wird, blockiert er sowohl die Formation als auch den Ausdruck anderer Emotionen. Er verhindert andere Arten des Kontaktes.

Harman: Auf diese Weise werden viele Emotionen gefangen gehalten. Man kann nicht nur eine Emotion zensieren.

Resnick: Richtig. Was zensiert wird, bleibt eine unbeendete Situation, und eine unvollständige Gestalt blockiert den emotionalen Durchfluss. Dieser Ärger blockiert dann die Entwicklung von allem anderen, nichts kommt mehr durch. Süße, Reue, Verspieltheit, egal was - auch das, was wir besser finden. Normalerweise haben wir alle Schwierigkeiten, uns mit gewissen Erfahrungen zu identifizieren, weil wir diesbezüglich Verbote haben - besser gesagt: Introjekte. Diese Introjekte sagen uns, dass wir gewisse Gefühle oder Gedanken nicht haben oder ausdrücken dürfen. Entweder haben wir Angst vor ihnen oder wir denken, dass das Gegenüber sie nicht mögen und Angst vor ihnen haben könnte. Das sind die Art Erfahrungen, denen gegenüber wir tendieren, ein Verbot zu haben ,und die wir darum zurückhalten. Wir halten bei weitem nicht so viele jener Erfahrungen zurück, die wir mögen und von denen wir glauben, das Gegenüber würde sie mögen.

Harman: Gibt es noch Dinge, von denen du meinst, sie seien wichtig, über die wir aber noch nicht gesprochen haben?

Resnick: Ja, nach 25 Jahren oder so fange ich an zu überlegen, ob Therapeut-Sein der produktivste Weg ist, meine Zeit und Energie zu verbringen. Produktiv im Sinne der Ziele der Therapie, besonders angesichts einer Prozesstherapie wie der Gestalttherapie. Viele Leute, die in deine Praxis kommen, haben wieder und wieder die gleichen Probleme. Dies ist vor allem bei Paaren so. Für die letzten 15 bis 20 Jahre habe ich mich besonders mit Paaren beschäftigt. Ich habe mit Paaren gearbeitet und darüber geschrieben. Ich habe gesehen, wie die gleichen Prozesse wieder und wieder ablaufen. Nicht nur kehren die gleichen innerpsychischen und interpersonalen Themen immer wieder, sondern auch die kulturellen, soziologischen und sogar anthropologischen Themen befinden sich in einem Kreislauf, besonders in Hinblick auf Eltern-Kind-Beziehungen und Ehe. Ich habe manchmal das Gefühl, Therapie sei nur der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein, so als würde man mit einem Finger den Dammbruch aufhalten wollen. Würde es nicht besser sein, die therapeutischen Ziele, Gewahrsein und effizientere gegenseitige Bedürfnisbefriedigung, in einer prophylaktischen und erzieherischen Weise anzustreben, als die gleichen Themen an späteren Stellen wieder und wieder aufgreifen zu müssen? Das ist ein persönliches Anliegen von mir. Vielleicht ist es jetzt Zeit für mich, mich der Erziehung oder der Prävention zuzuwenden, anstatt hauptsächlich Psychotherapie und psychotherapeutische Ausbildung zu machen.

Harman: Wie kommen wir dahin, etwas anderes als Therapie zu machen? Ich stimme dir zu und ich denke, dass wir manchmal versuchen, mit der Hand die Sturzflut aufzuhalten. Ich schaue Paare an und es sind immer die gleichen Themen. Ich überlege, ob es Wege gibt, die das verhindern können, etwa in den Kirchen oder Schulen zu arbeiten.

Resnick: Nun, ein Thema ist der Inhalt, das andere der Rahmen. Als Institutionen kommen die Kirchen, Synagogen, Schulen oder der Staat in Frage - der Staat als derjenige, der die Eheschließung vornimmt. Vielleicht wäre es aber besser, diese Aktivitäten außerhalb der Institutionen vorzunehmen, um die institutionellen Ziele und Machtansprüche nicht zu perpetuieren. Kurse in Eltern-Kind-Beziehungen, Kurse in Eheleben und so weiter könnten sehr nützlich sein. Ich weiß nicht, was besser ist. Man müsste damit experimentieren. Wir alle haben unsere Vorurteile darüber, was besser klappen würde, als das, was die Leute bezüglich Partnerschaft, Trennung und Ehe heute so tun. Nach einer Weile, wenn ich sehe, wie so viele Leute immer wieder das gleiche tun, was immer wieder in den gleichen Schwierigkeiten endet, verlässt mich der Mut. Vielleicht ist es kraftvoll, darüber zu schreiben. Ich bin nicht sicher, was mehr hilft. Ich weiß nicht, ob irgendeiner von diesen Wegen überhaupt einen Einfluss hat, oder ob es vielleicht einen Weg gibt, den wir bisher noch gar nicht genutzt haben.

Harman: Ich denke, das Schreiben ist ein Weg, wenn es richtig gemacht wird. Robin Norwood schrieb das Buch "Wenn Frauen zu sehr lieben" (1985). Klientinnen von mir, die das Buch gelesen haben und sich damit identifizieren, meinen, es habe einen großen Einfluss auf sie gehabt - manchmal einen größeren als die Therapie bei mir.

Resnick: Gewiss. Allerdings besteht die Schwierigkeit mit vielen dieser Bücher darin, dass sie eine einzelne Dimension oder ein einzelnes Thema herausgreifen, dazu etwas Wahres sagen, aber zu viel hineinpacken. Sie verkaufen es als Allheilmittel, als die Antwort auf alles. Dies war mein Einwand, als vor 15 Jahren Arthur Janovs "Primärtherapie" groß in Mode war. Er nahm einen klitzekleinen Teil der Psychoanalyse und packte die ganze Pathologie da hinein - in den Pool des Primärschmerzes. Jeder müsste sich die Lungen rausschreien. Dann würden sich alle besser fühlen. Da ist sicher was Wahres dran, für einige Leute zu gewissen Zeiten. Aber den Primärschmerz als die Wurzel aller Neurosen und Psychosen und wer weiß noch was alles zu beschreiben, endet vielleicht darin, nicht mehr ernst genommen und abgeschrieben zu werden. In gleicher Weise erklärt "Wenn Frauen zu sehr lieben" nicht alle Schwierigkeiten in den Beziehungen und kann darum auch nicht alle heilen. Das Dilemma ist, dass sich ein Buch, wenn es nicht ziemlich dogmatisch ist und verspricht, die Ursache allen Übels seit der Schöpfung aufgedeckt zu haben, nicht verkaufen wird. Darum wird es niemand verlegen. Manchmal wird so ein Buch verlegt, aber niemand kauft es. Neulich habe ich ein Zitat über die Wahrheit gehört: "Eine komplexe Wahrheit verstehen die Menschen nicht, eine einfache vergessen sie schnell. Darum bleibt ihnen keine." Das ist gewiss eine Übertreibung, aber etwas Wahres steckt schon darin. Das betrifft nicht nur Beziehungen und Paare, sondern auch die Themen, die wir in der Einzeltherapie behandeln, beispielsweise das Thema der Kindererziehung, die oft im Zusammenhang mit Schwierigkeiten steht, die später im Leben auftauchen. Ich habe gerade gesagt, dass ich mutlos werde, wenn ich die gleichen Dinge und Prozesse immer wieder machen muss. Es sind andere Leute, aber es gibt nicht so viele verschiedene Prozesse, mit denen die Menschen sich selbst unterbrechen. Es gibt nur wenige, aber leider sehr wirkungsvolle Wege.

Harman: Ich war lange genug in Kentucky, um mit Leuten über mehrere Jahre zu arbeiten. Mit einem Mann habe ich drei Beziehungen durchgearbeitet. Jedes Mal war es der gleiche Prozess - genau der gleiche. Man konnte sehen, dass in jeder Beziehung das gleiche ablief.

Resnick: Wenn einer oder beide bereit sind, in die Paartherapie zu gehen, hat einer oder beide schon beschlossen, dass die Beziehung zu Ende gehen soll. Man sucht nur noch nach jemanden, der den Beschluss bekräftigen soll. Man will nur sagen können. "Wir haben alles versucht, wir sind sogar zum Therapeuten gegangen." Eins der Dinge, die ich manchmal vorschlage, ist, dass es, egal ob man sich nun trennt oder nicht, unendlich wertvoll ist, anzuschauen, was man miteinander macht. Selbst wenn beide glauben, dass die Beziehung völlig im Eimer ist, können sie etwas über sich selbst lernen. Um in der Lage zu sein, in der nächsten Beziehung ihre Bedürfnisse besser befriedigen zu können, müssen sie herausarbeiten, wie sie in der gegenwärtigen Beziehung ihre Bedürfnisse unterdrückt haben. Sie finden vielleicht zu ihrer Verwunderung heraus, dass etwas ganz anderes herauskommt und ganz andere Erfahrungen auftauchen, wenn man mit unterschiedlichen Arten, miteinander umzugehen, experimentiert. Vielleicht kommt sogar heraus, dass sie sich mögen. Unglücklicherweise sind die meisten Leute überzeugt, dass die Schwierigkeiten unabhängig von ihrem eigenen Charakter seien. Sie sind überzeugt, dass ihr eigener Charakter oder ihre eigene Art zu sein nichts mit den Paar-Problemen zu tun hätten, sondern dass ihr einziger Fehler war, eine schlechte Wahl getroffen zu haben. Wenn sie jemanden anderes nähmen, würde alles gut werden. Falsch! Vor langer Zeit habe ich aufgegeben, gleichmacherisch jedem die Hälfte der Schuld zuzusprechen. Vielmehr sage ich jedem der Partner, dass er zu 100 Prozent dafür verantwortlich ist, was er tut. Das hat nichts mit Halbe-Halbe zu tun.

Harman: Ich denke an den Workshop zur Paartherapie, den du auf der Gestalt-Konferenz 1982 durchgeführt hast. Hast du das aufgeschrieben?

Resnick: Ja, ich arbeite seit 20 Jahren an dem Material. Ich habe über Paartherapie gelehrt, referiert, geschrieben und Ausbildungen durchgeführt. Unglücklicherweise ist mein anderes Steckenpferd das Zögern. Ich kann etwas jahrelang herauszögern. In meinem neuen Büro habe ich alles bereit, sogar einen brandneuen Apple Macintosh - alles ist bereit, um ein Buch zu produzieren, oder dafür, neue Wege des Herauszögerns ausfindig zu machen. Mein Zögern hat etwas Gutes, obwohl es zu weiterem Zögern führt, nämlich über die Jahre hinweg haben sich neue Verbindungen und neue Blickwinkel ergeben. Das ist das Gute. Das Schlechte ist, dass das immer so weitergehn kann. Im Ergebnis passiert nicht viel mehr, als dass ich meinen Spaß daran habe, neue Verbindungen herzustellen, aber nichts Schriftliches kommt dabei heraus. Wenn ich etwas veröffentlicht hätte, könnte ich, wie man mir sagte, eine zweite Auflage mit all den neuen Erkenntnissen herausbringen. An den Partnerschaftsthemen und der Paartherapie ist interessant für mich, dass sich die Gestalttherapie in ihren frühen Jahren nie explizit mit den Primärbeziehungen beschäftigt hat. Ich glaube, dass das auf die Persönlichkeit und die Interessen von Fritz und Laura Perls zurückgeht. Für die letzten Jahre stimmt das nicht mehr. In Cleveland haben beispielsweise Joseph Zinker, Sonia Nevis und ein paar andere Leute das "Institute for Intimate Systems" gegründet. Ich bin an der Arbeit mit Paaren und an Partnerschaftsthemen seit Jahren interessiert und weiß, dass du auch an der Arbeit mit Paaren interessiert bist. Ich glaube, dass alle Elemente in der Gestalttherapie vorhanden sind. Ich denke nicht, dass die Arbeit mit Paaren der Einführung neuer Elemente bedarf. Es ist so wie bei Perls: Er nahm Elemente aus Psychotherapie, Philosophie usw., die vorhanden waren, und organisierte sie zu einer neuen und bedeutsamen Gestalt. Genau so funktioniert das bei der Arbeit mit Paaren.

Das Material und die Elemente sind da, sind in der Gestalttherapie angelegt, in der Soziologie und Anthropologie, in anderen Psychotherapien. Was neu ist, ist die Zusammensetzung. Die Zusammensetzung, die ich vornehme, die du vornimmst, die Zinker und Nevis vornehmen. Alle sind etwas unterschiedlich. Wir haben beispielsweise viele Sachen, die sich überschneiden. Viele Gemeinsamkeiten. Aber trotzdem gibt es ein paar wesentliche Unterschiede.

Paartherapie ist eine besondere Anwendung der Gestalttherapie, die bislang kein wichtiges Thema war. Zu einer anderen Zeit konzentrieren wir uns vielleicht auf Paare - oder ist das jetzt vielleicht wieder ein Beispiel für mein Zögern?

Praxisadressen von Gestalttherapeuten/-innen

Robert W. Resnick (2011)

Robert W. Resnick, Ph.D., Klinischer Psychologe, seit 47 Jahren Lehrtherapeut für Gestalt- und Paartherapie, erhielt seine Ausbildung (1965-1970), Prüfung und persönliche Zulassung (1969) durch Dr. Fritz Perls und Dr. James Simkin.

Im Sommer 1969 wurde er von Fritz Perls dazu berufen, die Gestalttherapie in Europa zu verbreiten. Seit 1969 ist er auch weltweit als Trainer für Gestalttherapie und Paartherapie tätig und gab jedes Jahr internationale Kurse. Von 1983 bis 1994 gehörte er zum Ausbildungsteam des Berliner Gestaltzentrums. 1972 gründete er das Gestalt Associates Training Los Angeles (GATLA) und hielt 40 Jahre lang den jährlichen Workshop zur Weiterbildung europäischer Gestalttherapeuten (European Gestalt Therapy Residential Training Workshop) ab. Im Sommer 1995 erschien im British Gestalt Journal ein Interview mit ihm über Grundsätze und Ausblicke der Gestalttherapie (Gestalt Therapy: Principles Prisms and Perspectives), 1997 erschien in der Gestalt Review “Der unendliche Zirkel der Scham” (The Recursive Loop of Shame). 2012 publizierte er “Zehn Gebote zur Aufrechterhaltung von Kontakt in Paaren” (in: Zeig, J. and Kulbatski, Tami: Ten Commandments for Couples: For Every Aspect of Your Relationship Journey. Zeig, Tucker & Theisen Publishers). Gegenwärtig arbeitet er an einer Serie von Ausbildungsfilmen über Paartherapie und Gestalttherapie. Sein erstes klinisches Praktikum bestand darin, in New York als Taxifahrer zu arbeiten. www.gatla.org

In unserer Zeitschrift "Gestaltkritik" ist bereits ein weiterer Beitrag von Robert Resnick erschienen: "Hühnersuppe kann tödlich sein" - Von der Balance zwischen minimaler und ausufernder Unterstützung in der Gestalttherapie

Robert Resnick’s Ausbildungsfilme über Paartherapie und Gestalttherapie:

Das Gestalt Associates Training Los Angeles (GATLA) freut sich, jetzt den Vertrieb von Robert Resnick’s neuen Filmen über Einzel- und Paartherapie zu übernehmen, in denen zeitgemäße Gestalttherapie, zumindest in einer ihrer Ausprägungen, vorgeführt wird. Die Filme sind mit Untertiteln in mehreren Sprachen ausgestattet, darunter auch Deutsch. Dazu gehört auch eine dreißigminütige allgemeine Einführung in Gestalttherapie.

Entstanden sind die Filme beim 41. jährlichen Sommerprogramm für europäische Gestalttherapeuten (GATLA). Die Sitzungen sind nicht mit Schauspielern inszeniert, sondern sind Arbeiten echter Klienten und echter Therapeuten an wirklichen Problemen. Sie werden auch in Echtzeit wiedergegeben, also ohne Schnitte oder Einfügungen. Für mehr Informationen oder den Erwerb von Filmen bitte Email direkt an BobResnick@aol.com. Künftig sollen Bestellungen aber auch über die Webseite www.gatla.org möglich sein.

 

Bob Harman, Gründer des "Gestalt Institute of Central Florida", ist seit vierzig Jahren in Gestalttherapie engagiert und lernt immer noch dazu. Er veröffentlichte vier Monographien und mehr als 30 Zeitschriftenartikel über Gestalttherapie. Bei vielen lokalen, regionalen und landesweiten Konferenzen ist er mit Vorträgen vertreten. Gegenwärtig ist er in einem Teilzeit-Ruhestand und führt die Praxis noch an zwei Tagen der Woche fort. Er lebt zusammen mit seiner Frau in Oviedo (Florida).

In unserer Zeitschrift "Gestaltkritik" ist bereits ein weiterer Beitrag von Robert L. Harman erschienen: Eine Stimme aus der Vergangenheit. Eine Gestaltarbeit mit Jim Simkin an einem Traum

Ebenso veröffentlichten wir dort auch ein Interview von Bob Harman mit Jim Simkin: "Solange der Therapeut weiß, was er tut" - Interview mit einem der ersten Gestalttherapeuten

 

Das hier veröffentliche Gespräch mit Robert W. Resnick führte der amerikanische Gestalttherapeut Robert L. Harman. Es wurde zuerst veröffentlicht im Buch "Werkstattgespräche Gestalttherapie. Mit Gestalttherapeuten im Gespräch" (hrsg. Von Robert L. Harman), das wir Ihnen hiermit besonders ans Herz legen möchten. Dieses Buch ist in unserer Edition des Gestalt-Instituts Köln (GIK) im Peter Hammer Verlag erschienen.

Aus dem Amerikanischen von Stefan Blankertz und Erhard Doubrawa.

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