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Erving Polster
Ein Blick in die Zukunft
EinVortrag

Aus der Gestaltkritik 2/2010:

Gestaltkritik - Die Zeitschrift mit Programm aus dem Gestalt-Institut Köln
Gestaltkritik (Internet): ISSN 1615-1712

Themenschwerpunkte:

Gestaltkritik verbindet die Ankündigung unseres aktuellen Veranstaltungs- und Weiterbildungsprogramms mit dem Abdruck von Originalbeiträgen: Texte aus unseren "Werkstätten" und denen unserer Freunde.

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Praxisadressen von Gestalttherapeuten/-innen

  Hier folgt der Abdruck eines Beitrages aus Gestaltkritik 2/2010:

Erving Polster
Ein Blick in die Zukunft
EinVortrag

Erving Polster (2009)Erving Polster (2009)

Die meisten von Ihnen kommen zu dieser Konferenz, um für die praktische Arbeit mit Einzelnen, Paaren, Familien oder auch mit kleinen Gruppen professionelle Anregungen zu bekommen. Ich selbst arbeite seit 60 Jahren als Psychotherapeut und habe ein Stück Erfüllung darin gefunden, anderen Menschen zu helfen, ein besseres Leben führen zu können. Heute möchte ich einen Blick über die Psychotherapeutische Praxis hinaus werfen, den Aspekt der Gemeinschaft stärker in den Fokus nehmen und Sie auf Möglichkeiten hinweisen, neue therapeutische Ansätze zu entwickeln, die sich weniger auf den einzelnen Menschen als auf die Gesellschaft insgesamt beziehen. Mir scheint, dass hier das Potential für eine durchaus spannende Zukunft liegt, auch wenn das Ganze noch etwas unklar erscheinen mag. In den letzten einhundert Jahren, in denen die Psychologie das soziale Bewusstsein mitgeprägt hat, sind eine Vielzahl unterschiedlicher Gruppierungen entstanden, insbesondere in den Bereichen Religion, Organisationsentwicklung und Selbsthilfe. Was uns Psychotherapeuten betrifft, waren wir bei der Entwicklung einer eigenen Gruppenkultur – wie etwa der von mir als Life Focus Communities bezeichneten Gruppen – eher zurückhaltend. Ich nehme an, dass Ihnen der Anspruch, den gesellschaftlichen Aspekt der Psychotherapie stärker zu betonen, durchaus einleuchten wird, auch wenn die Frage nach der konkreten Umsetzung – für die es allerdings Ansätze gibt – noch längst nicht ausreichend beantwortet ist. Wenn ich nun versuche, ein etwas anderes Bild von Psychotherapie zu zeichnen, bitte ich Sie daher mehr auf die Idee selbst als auf die Einzelheiten ihrer exakten Realisierung zu achten.

In den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wuchs bei uns Psychotherapeuten die Erkenntnis, dass wir nicht nur einen medizinischen Behandlungsauftrag haben, sondern auch die Aufgabe, persönliches Wachstum zu ermöglichen oder zu fördern. Einen Menschen zu behandeln bedeutet, ihm zu helfen, das, was ihn plagt oder krank macht, zu überwinden. Persönliches Wachstum zu definieren, ist dagegen deutlich schwieriger. Auf einer sehr grundsätzlichen Ebene meinen wir damit, dass Menschen, die beispielsweise in ihrer Arbeit eher passiv wirken, entschlossener werden, dass extrem ängstliche Menschen lernen, sich zu entspannen oder dass Menschen, die ihren Kindern gegenüber keine Geduld aufbringen können, lernen, wie sie gelassener reagieren und manches einfach geschehen lassen können. Doch Psychotherapie war mehr als die Alternative zwischen Heilbehandlung und persönlichem Wachstum. Diese dritte Dynamik der Psychotherapie, die für die gesellschaftliche Zukunft vielleicht eine noch größere Herausforderung darstellt, sah man in der Funktion, den Menschen zu helfen, sich ihres eigenen Lebens bewusst zu werden, und zwar so, wie sie es leben und unabhängig davon, ob therapeutische Behandlung oder persönliches Wachstums ihnen notwendig oder wünschenswert erscheinen. Diesen dritten Aspekt habe ich als Schärfung des eigenen Lebensfokus bezeichnet.

Bei der Betrachtung dieser drei Dynamiken Behandlung, Wachstum und Lebensfokus ist es wichtig, eine Unterscheidung zu treffen, und zwar zwischen dem Bild, das sich aus den Beschreibungen dessen ergibt, was ist (charakteristisch für das Life-Focus-Konzept), und dem transformativen Wesen dessen, was sein wird (charakteristisch für Heilbehandlung und persönliches Wachstum). Künstler, Philosophen und Menschen der Religion haben ganz wunderbare Beispiele für die Beschreibung menschlicher Lebensentwürfe gegeben, ganz im Gegensatz zu den Psychotherapeuten, die mit ihrem medizinischen Hintergrund vorwiegend an der Veränderung von Lebensqualitäten interessiert waren. Obwohl diese drei Ziele eigentlich nicht voneinander zu trennen sind, wurde das psychotherapeutische Wissen um die Beschreibung von Lebensverläufen und -entwürfen von dem durch den enormen Leidensdruck der Patienten motivierten medizinischen Auftrag der Heilbehandlung überschattet. Ungeachtet dieses Drucks zur Heilbehandlung war die Funktion der Fokussierung des gelebten Lebens Teil unserer Arbeit, denn als Psychotherapeuten konnten wir auf die Frage nach dem Sinn des Lebens vielen Menschen neue Perspektiven eröffnen und durch unser klares Verständnis innerer Prozesse dabei unterstützen, ihre eigene Identität zu entdecken. In unseren Bibliotheken finden sich ungezählte Schriften über Sein und Sinn des menschlichen Lebens.

In dieser Rolle als Beschreibende haben die Psychotherapeuten vor allem an der Schnittstelle zwischen dem gleichsam äußeren Handlungsstrang, der sich von Augenblick zu Augenblick entwickelt, und jener inneren Energie, die unserer spürbaren Erfahrung Farbe verleiht (Intuition, Geheimnis und Identität), wichtige Arbeit geleistet. Das Bedürfnis nach Einheit von äußerer und innerer Persönlichkeit, von Verhalten und Bewusstsein, die als Kongruenz bezeichnet wurde, war ein zentraler Aspekt des psychotherapeutischen Ethos. Und doch gibt es in diesem holistischen Mosaik nicht mehr als eine Andeutung davon, dass es um den Lebensfokus als den vitalen Bereich der menschlichen Existenz gehen müsste, und zwar um seiner selbst willen, und nicht als Mittel zum Zweck der Gesundung oder des persönlichen Wachstums. Bruno Bettelheim erzählte einmal eine Geschichte über Freud, die vermuten lässt, dass er diese Lücke erkannt hatte. Freud sagte, dass Psychoanalytiker in Amerika niemals Fuß fassen könnten, weil die Amerikaner so sehr auf Verbesserung setzten. Wie bitte? Da ich meine Aufgabe im Wesentlichen darin sah, anderen Menschen zu helfen, muss ich sagen, dass dieser Satz für mich zunächst wie ziemlich unverschämt klang. Doch er hatte einen Punkt getroffen. Der therapeutische Auftrag, Veränderungen zu ermöglichen, sollte nicht das Bedürfnis verschleiern, das Leben so zu betrachten, wie es nun einmal ist, also nach innen zu schauen und die Natur der eigenen Lebenserfahrung zu entdecken. Dieser Unterschied, auch wenn er manchmal nur schwer zu erkennen ist, beinhaltet den Schlüssel zu einer wahrhaft allgemeinen Psychotherapie, wie ich zu zeigen versuchen werde.

Das wachsende Interesse am Lebensfokus lässt sich maßgeblich auf die gestalttherapeutische Erkenntnis zurückführen, dass die Kraft, die der Konzentration in einer fast meditativen Intensität innewohnt, das unmittelbare Erleben des Menschen deutlich steigern und erhellen kann. Die psychotherapeutische Sitzung selbst war nur ein Spiegel für den in vielen besonderen Momenten ohnehin schon geschärften Lebensfokus: in der Kunst, vor allem der Musik, in leidenschaftlicher Sexualität, tiefer religiöser Verehrung und in der Beziehung zu einem geliebten Menschen, also solchen Lebensbereichen, die eine zauberhafte Anziehungskraft auf die menschliche Seele ausüben.

Im normalen Leben wird eine solche Erlebensintensität durch die alltäglichen Routinen geschmälert. Thoreau hat den bekannten Satz geprägt, dass die meisten Menschen ihr Leben in stiller Verzweiflung leben und ihr Leid mit ins Grab nehmen, doch es scheint noch eher so zu sein, dass sie ihr Leben in stiller Neutralisierung leben. Was können wir in den Life Focus Communities, die ich gleich beschreiben werde, angesichts dieser Neutralisierung tun? In der klassischen Einzeltherapie wüssten wir, was zu tun wäre. Sicherlich würden wir uns dabei nach den individuellen Gegebenheiten unseres Gegenübers richten, aber wenn wir unsere Arbeit getan hätten, dann hätten wir einen wichtigen Teil der Lebenserfahrung eines Menschen ans Licht gebracht. Wir würden nicht erwarten, dieselbe Tiefe bei allen Teilnehmern einer Gruppe erreichen zu können. Und das ist auch gar nicht nötig. Die Menschen müssen nicht – wie viele von uns – zu Mönchen werden und sich auf die Suche nach den tiefsten Geheimnissen machen, auch wenn einige das vielleicht tun.

Stellen wir uns vor, dass wir in einer solchen Gruppe Kleingruppen bilden, wo die Teilnehmer sich gegenseitig erzählen, wann ihr Leben eher neutral verläuft, und wann sie es spannend und aufregend finden. Eine Frau erzählt, dass sie immer wieder das Gefühl hat, auf der Stelle zu treten, wenn es ihr nicht gelingt, von ihren häuslichen Pflichten loszukommen. Und sie nennt einige Beispiele. Ein anderer Teilnehmer erzählt, dass er sich wie neutralisiert fühlt, wenn er sich auf der Arbeit tagein tagaus dieselben Geschichten anhören muss. Wieder ein anderer erzählt, dass er sich leer fühlt, wenn er seine Meinung nicht äußern kann. Im Gegensatz dazu sagt ein anderer, er fühle sich lebendig, wenn er mit den Kindern Nintendo Wii spielt, wenn er sich zusammen mit Freunden ein Fußballspiel anschaut oder wenn er über die Witze anderer lachen kann, und sie über seine. Sie können die Reihe solcher Erfahrungen endlos fortsetzen; vielleicht erscheinen sie unbedeutend, gleichzeitig besteht aber auch gar keine Notwendigkeit, sie mit den besonderen Momenten in der Einzeltherapie zu vergleichen. Dies ist der Stoff, aus dem das tägliche Leben gemacht ist und der nur wenig zur Geltung kommt. Wenn die Menschen solche Geschichten hören, werden sie sie mit Interesse aufnehmen, und da sie nicht den Auftrag haben, Veränderungen herbeizuführen, helfen sie sich gegenseitig dabei, Bestätigung, Gemeinsamkeit und Zugehörigkeit zu erfahren. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass diese Fokussierung von Lebenserfahrung nicht nur um ihrer selbst geschieht. Vielmehr geht es darum, das menschliche Bedürfnis anzusprechen, das Leben sowohl zu leben als auch zu reflektieren. Wandel und Veränderung sind wichtig, aber auch das Gefühl der Einheit, das dadurch entsteht, dass die Dualität von Beobachter und Beobachtetem gebündelt wird. Ich glaube, dass man dieselbe persönliche Tiefe, die wir aus der Einzeltherapie kennen, auch mit einer psychotherapeutischen Grundhaltung erreichen könnte und würde, die sich primär um klare Fokussierung und Gemeinschaftlichkeit bemüht. Auch in den uns vertrauten therapeutischen Settings verstärken wir gewöhnliche Erfahrungen, und die Menschen, die zu uns kommen, leben auf, wenn sie in die Endlosigkeit der Tiefe ihres Lebens hinabtauchen, und diese Tiefe ist so kraftvoll, dass selbst eine gelegentliche Berührung mit ihr ein belebendes und beseelendes Ereignis ist. Das Erleben von Zugehörigkeit, Kontinuität und die Möglichkeit, den Beobachter mit dem Beobachteten zu verbinden, wird insgesamt eine Intensivierung des Gefühls nach sich ziehen. So kann die Psychotherapie ihre Aufgabe, das Unbestimmte und Unbekannte zu erforschen, erweitern und ihre gesellschaftliche Bedeutung als Ausgangspunkt für das Interesse an der Natur des menschlichen Daseins vertiefen.

Die wachsende Bedeutung eines psychotherapeutischen Ethos, das klar über die klassischen Parameter der Heilbehandlung hinausgeht, macht eine Begeisterung sichtbar, sich diesem allgemeinen, aber auch erstaunlichen menschlichen Drang zuzuwenden, nicht nur ein effektives Leben zu führen, sondern sich auch der Frage zu stellen, wie wir dieses Leben gestalten und wie wir ihm Sinn und Bedeutung verleihen. Die uns Menschen eigene doppelte Rolle als Beobachter und Beobachtete wird nicht nur als segensreich betrachtet, weil sie viele innere Konflikte und Verzerrungen des Selbstbewusstseins mit verursacht. Wichtiger allerdings wiegt, dass darin auch die Ursache für wichtige Erkenntnisse und das Gefühl persönlicher Ganzheit begründet ist. Wir sehen darin aber auch den Auftrag, sich aus dem unermüdlichen Fluss der alltäglichen Ereignisse zu befreien, denn das ermöglicht es vielen Menschen, über ihr Leben zu sprechen und davon zu erzählen, das bedeutet zu leben und dieses Leben zu beschreiben, zu malen; es bedeutet zu leben und Religionen zu schaffen, die dieses Leben heiligen, es bedeutet zu leben und Philosophen zu studieren, die dieses Leben untersuchen, und es bedeutet zu leben und Geschichten über das Leben zu schreiben. Wie Shakespeares Polonius sagte: „Sei Dir selbst treu, dem muss wie die Nacht dem Tage folgen, Du kannst keinen andern betrügen.“ (1) Als junger Student las ich, wenn ich über den Campus ging, immer wieder einen Spruch, den jemand ins Mauerwerk eingeritzt hatte. „Erkenne Dich selbst, sodass Du von hier gehen mögest voll Wissen, Weisheit und Liebe.“ (2) Alexander Pope hat gesagt, dass der Mensch sich durch das gründliche Studium des Menschseins auszeichnet, Sokrates war der Auffassung, dass ein unerforschtes Leben kein lebenswertes Leben sei, und Arthur Miller meinte, dass man aufmerksam sein müsse. Marcel Proust gehörte zu denjenigen, die in ein Zeitalter der Selbstbewusstheit hineinwuchsen, und er lässt seinen Swann sehnsüchtig sagen: „Doch wenn von einer weit zurückliegenden Vergangenheit nichts mehr existiert, nach dem Tod der Menschen ...“ (3) Wir wissen, wie unglaublich schwierig es ist, sich in die Vielfalt menschlicher Erfahrungen einzufühlen, die aus der Konzentration auf die Dualität von Beobachter und Beobachtetem entstehen. Die riesigen Industrien der Kunst und der Religion, von Philosophen aller Zeiten unterstützt, waren und sind eine gesellschaftlich treibende Kraft bei der Erschaffung ungezählter Bilder sowohl des alltäglichen Lebens als auch des Versuches, in die nur schwer zu erreichenden, tieferen Schichten der Existenz vorzudringen. Die Psychotherapeuten jedoch, deren Arbeitsschwerpunkt natürlicherweise auf der Lösung von Konflikten liegt, haben die Frage nach dem Sinn des Lebens immer nur beiläufig gestellt bzw. nur so weit, wie es für die psychotherapeutische Arbeit gerade von Belang war. Freundschaft, Musikhören, unterhaltsame oder geistreiche Geschichten lesen, Erholung, Eintauchen in ganz gewöhnliche Familienbeziehungen, Beschäftigung mit Gruppenzugehörigkeit und viele andere Aspekte gewöhnlicher menschlicher Erfahrung, sind die Bausteine, aus denen unser Leben zusammengesetzt ist. Vielleicht schreckt der eine oder andere unter Ihnen vor der Frage nach dem Sinn des Lebens zurück, als ob man das so einfach sagen könnte, ganz zu schweigen von der Gefahr, für irgendeine bestimmte Lebensweise Partei zu ergreifen. Teilweise aus einer Art professioneller Beschämung darüber, sich mit so undurchschaubaren Fragen auseinanderzusetzen, teilweise aus Misstrauen gegenüber der Anfälligkeit einer angeblichen Autorität in diesen Dingen, haben wir uns als professionelle Therapeuten darauf beschränkt, uns mit den normalen Fragen des täglichen Lebens zu beschäftigen, wozu u.a. auch Geburt und Tod, Pubertät und Partnerschaft, Verlust und Trennung oder auch die Frage nach der geographischen Zugehörigkeit zählen. Zu den Versäumnissen gehört auch die Beschäftigung

mit nichtpathologischen Trauerprozessen, dem normalen Bedürfnis, sich mit anderen zu vergleichen, der Angemessenheit von Grundbedürfnissen wie Sexualität und Aggression, das Überdecken von Unwissenheit durch Vorurteile, Produktivität am Arbeitsplatz, der Umgang mit den Risiken und Herausforderungen der eigenen Zukunft usw. All diese Lebensaspekte sind nicht nur Ursache für Probleme, sondern machen den Kern des Lebens aus. Anstatt immer neue Blickwinkel auf das Leben unserer Klienten zu ermöglichen, hat das klassische Setting der psychotherapeutischen Praxis unseren Fokus darauf beschränkt, individuelle Krankheiten und persönliche Einschränkungen in den Blick zu nehmen und viele Aspekte unserer menschlichen Erfahrung nur dann aufgegriffen, wenn sie für den Problemlösungsprozess relevant wurden. In der Mitte des 20. Jahrhunderts jedoch setzte mit der Encountergruppen-Bewegung eine Erweiterung der gängigen therapeutischen Praxis ein. Diese Bewegung führte uns aus unseren Praxen heraus (vgl. Rogers: Carl Rogers über Encountergruppen, Harper N.Y. 1970), denn die Encountergruppen stellten eine epochale Erweiterung der Gruppenpsychotherapie dar und entwickelten sich zu einer historischen Innovation, die – durch die inspirierende Kraft von Gruppenprozessen als ihrem wichtigsten methodischen Instrument – für einen Großteil der psychotherapeutisch interessierten Bevölkerung die Hoffnung auf Selbstverwirklichung verkörperte. Die Encountergruppe war eine andere Welt, mit neuen und bis dahin unbekannten Möglichkeiten gemeinschaftlichen Ausdrucks und tiefer Selbstoffenbarung. Die Menschen in diesen Gruppen fühlten sich von der gegenseitigen Verbundenheit und den neu gewonnen Erkenntnissen, die sich während der Selbsterfahrungsprozesse einstellten, so inspiriert, dass nicht selten eine Art Urlaubsatmosphäre entstand. So viele Menschen innerhalb der psychotherapeutischen Szene fanden die Teilnahme an Encountergruppen so überaus spannend, dass es eigentlich erstaunlich ist, wie wenig man heute noch davon hört. Vielleicht können wir für die psychotherapeutische Zukunft, die ich hier skizzieren möchte, ja noch einiges daraus lernen – nicht nur von ihren unglaublichen Erfolgen, sondern auch aus ihrem Verschwinden aus der kulturellen Landschaft.

Zunächst einmal ist zu sagen, dass die Psychotherapeuten in der Encountergruppen-Bewegung von der Idee des Wachstums durchdrungen waren. Ihr diesbezüglicher Eifer war so groß, dass sie die Sicherheitsvorkehrungen, die sowohl in der alltäglichen Kommunikation als auch in der Gestaltung des psychotherapeutischen Prozesses eine wichtige Rolle spielen, teilweise völlig außer Acht ließen. Teilnehmer an Encountergruppen wurden dahingehend beeinflusst, das Unaussprechliche auszusprechen, das Undenkbare zu denken und das Unannehmbare zu fühlen. Es wurde viel über „extreme Erfahrungen“ gesprochen. Es ist durchaus notwendig, diesen Anspruch zu senken, indem man die Bevölkerung insgesamt anspricht. Wie ich schon an anderer Stelle gesagt habe: Man muss „verstehen, dass es keiner extremen Erfahrungen bedarf, um daraus eine nennenswerte Unterstützung zu erfahren. Es gibt viele erfreuliche Erfahrungen, die hinter der tiefsten Erfüllung, zu der unsere biologische Natur uns befähigt, zurückbleiben. Menschen erleben Erneuerung zum Beispiel durch das Singen, obwohl sie nicht in der Lage sind, alle Töne und Rhythmen zu treffen, die biologisch möglich sind. Menschen haben befriedigende sexuelle Erlebnisse, ohne die durchdringendsten Orgasmen zu erleben, die biologisch möglich sind. Wir können uns an die Vergangenheit erinnern ohne gleichzeitig alles vor Augen zu haben, was es zu erinnern gibt. Und doch sind Singen, Sex und Erinnerung wichtige Quellen der Belebung und Erneuerung, auch wenn sie nicht vollkommen ausgeschöpft werden.“ (Zugehörigkeit, S. 46.) Und es kommt sehr darauf an, diese Erfahrungen in den Prozess mit einzubeziehen – unabhängig von der Intensität, mit der sie erlebt werden.

Auf der Suche nach persönlichem Wachstum haben viele Encountergruppenleiter die unauflösbaren kulturellen Widersprüche, den demoralisierenden Aspekt des menschlichen Leidens und die unglaublichen organisatorischen Fähigkeiten, die erforderlich sind, um die im Leben eines jeden Menschen permanent wirksamen Kräfte zu bündeln, vernachlässigt oder nicht klar genug ins Auge gefasst. Dadurch wurden viele Menschen dazu gedrängt, über ihre natürlichen Grenzen zu gehen, sei es durch einen provokativen und offensiven Leitungsstil oder durch den „Zwang zum Wachstum.“ Es kam zu Verhaltensweisen, die in das überaus komplexe Alltagsleben nicht integrierbar waren: zu vorschnellen Trennungen, unüberlegtem Ausstieg aus dem Beruf, zu Wutausbrüchen wo leichte Verärgerung angemessener gewesen wäre, zur Verachtung der Werte und des persönlichen Stils anderer Menschen und zu Enttäuschung, wenn die eigenen hohen Freiheitsansprüche nicht erreicht wurden.

Die dramatischsten Ereignisse in Encountergruppen waren Geschichten, die man eher im Theater oder im Roman erwarten würde, wo es immerhin das Sicherheitsnetz des Stellvertretertums gibt. Carl Rogers zum Beispiel (Rogers: Carl Rogers über Encountergruppen, Harper N.Y. 1970) erzählt die Geschichte eines Mannes, der sich etwas fremd fühlte, weil er keine Freunde hatte und auch keine zu brauchen schien. Später rührte ihn dann die Geschichte eines anderen Gruppenteilnehmers so sehr an, dass er seine distanzierte Haltung aufgab, und wenn andere Teilnehmer ihren Arm um ihn legten, brach er in unkontrolliertes Schluchzen aus. Solche Ereignisse wurden von sehr, sehr vielen Menschen weitergegeben. Die Aussicht auf innere Befreiung war für viele Menschen, die solche Erfahrungen miterlebten, ein Sesam-öffne-Dich, hatte aber auch weitreichende unbeabsichtigte Konsequenzen.

Viele Menschen konnten diese neue Welt der Encountergruppen nicht in ihr tägliches Leben integrieren. Ein Mann, der sich nun seiner Einsamkeit stärker öffnete, bestand aus sehr viel mehr als dieser Einsamkeit. Die Encountergruppen waren eine episodische Erfahrung, und die in ihnen beabsichtigte Freizügigkeit und überzeugende Unmittelbarkeit hatten nicht die Qualität von Kontinuität, die erforderlich ist, um die dadurch gewonnen Erfahrungen in den größeren Kontext des eigenen Lebens zu integrieren. Darüber hinaus betonte die Wachstumsorientierung nicht hinlänglich das zentrale Bedürfnis der Fokussierung, dessen Befriedigung, wie ich bereits dargestellt habe, das Beobachter-Selbst mit dem Beobachteten-Selbst vereinigt. Menschen wollen nicht permanent wachsen. Sie wollen sich selbst und ihre Umwelt so erleben, wie sie gerade sind. Elementare Lebensfunktionen wie das Feiern von Festen, das Geben und Empfangen von Anerkennung und Verständnis und das Gefühl der Zugehörigkeit bewegen sie. In den Life Focus Communities liegt der Schwerpunkt auf Erkenntnisgewinn und Selbstbejahung. Zu diesem Zweck können die Lebenserfahrung der Teilnehmer genauer beleuchtet und verschiedene Übungen angeboten werden, aus denen sich dann wiederum thematische Schwerpunkte herauskristallisieren, die jedem Psychotherapeuten vertraut sind; auch die inspirierende Kraft der Kunst kann hier zur Anwendung kommen. All diese unterschiedlichen Elemente dienen letztlich dem einen Zweck, das Bedürfnis zu befriedigen, so wie man ist, in eine Gemeinschaft eingebunden zu sein und den individuellen Lebensprozess jedes Einzelnen in der Gemeinschaft zu würdigen.

Es gibt einige Unterschiede zwischen den relativ frei ablaufenden Prozessen innerhalb der Encountergruppe und denen einer konzeptionell gestalteten Großgruppe. Der vielleicht größte Unterschied – der über den Aspekt der zeitlichen Nichtbegrenzung der Gruppe hinausgeht –, besteht darin, sich dem Kern der psychologischen Fragestellung unmittelbar zuzuwenden, und zwar nicht nur, indem man die psychologische Fülle dessen, was Menschen für wichtig halten, als Ausgangspunkt für die weitere Arbeit heranzieht. Nein, in solchen Gruppen erzählen die Menschen sich gegenseitig Geschichten aus ihrem Leben, sie weinen miteinander, wenn etwas traurig ist, sie lachen zusammen, wenn sie merken, dass sie ähnliche Eigenheiten entwickelt haben, sie benennen persönliche Helden und Schurken, sprechen auch über beschämende Erfahrungen, sie loben und werden gelobt, singen und tanzen symbolisch und frei. Wenn die Psychotherapie den Menschen einen unverstellten Blick auf die Bandbreite ganz normaler und keineswegs pathologischer menschlicher Belange ermöglicht, dann macht sie sich damit einen wichtigen Aspekt der Religion zu eigen, die ja unter anderem auch die Aufgabe hat, ihren Anhängern Anleitung und Orientierung zu geben. Wohl unterscheidet sich die Art des Engagements in unseren Gruppen deutlich von der in den uns bekannten Religionen; die Grundregeln der Psychotherapie stehen klar im Vordergrund und immer im Zusammenhang mit konkreten Entwicklungsschritten; vor allem aber geht es darum, das Wunder der innersten Empfindsamkeit der Teilnehmer spürbar werden zu lassen und einen Raum bereitzustellen, in dem jeder Einzelne sich als Teil einer wohlwollenden und haltgebenden Gemeinschaft erleben kann.

Werfen wir einen Blick darauf, wie das psychotherapeutische Management solcher Gruppen aussehen könnte und betrachten wir als erstes das Konzept der Kongregation. Eine Kongregation ist eine Gemeinschaft, allerdings eine ganz bestimmt Art von Gemeinschaft. Definitionsgemäß ist es eine Gruppe von Menschen, die zusammenkommen, aber sie ist noch mehr als das. Wenn wir einen Vortrag besuchen, sind wir allein deshalb noch nicht Mitglieder einer Kongregation. Auch beim Theaterbesuch, bei Sportveranstaltungen oder anderen Ereignissen, wo Menschen zusammenkommen, sprechen wir nicht von einer Kongregation. Die Life Focus Communities sind deshalb Kongregationen, weil zu ihren Merkmalen eine starke, zwischenmenschliche Verbindung zählt, die persönliche Öffnung und gegenseitige Unterstützung beinhaltet. Das Wort Kongregation macht diesen Aspekt deutlicher als das Wort Gemeinschaft, denn es impliziert eine dauerhafte Treue und den gemeinsamen Willen, sich auf einen Prozess einzulassen, der die Gemeinschaft als Ganzes betrifft.

Als zweiten Punkt möchte ich die Notwendigkeit einer wohlwollenden Grundhaltung benennen. Die respektvolle und wohlwollende Haltung ist eine Grundvoraussetzung für jede Therapie, und Psychotherapeuten lernen, sie auch dann nicht zu verlieren, wenn die Arbeit – gerade mit großen Gruppen – auch provokative Elemente enthält. In großen Gruppen ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln, ist ungleich schwieriger und komplexer als in der Einzeltherapie. Dort ist nur der Therapeut gefragt, das Bedürfnis des Klienten nach Sicherheit zu kennen und zu respektieren, und es gehört zu seiner Professionalität, dies zu können. In großen Gruppen hingegen können die Bereitschaft und Fähigkeiten hierzu sehr vielfältig sein. Sicherheit ist eine sehr wichtige Voraussetzung, denn nur in einer sicheren Umgebung können Menschen sich frei genug fühlen, sich auf die ihnen erreichbare Tiefe auch wirklich einzulassen.

Andererseits ist es auch offensichtlich, dass die wohlwollende Haltung im Kontext von Bewusstheit und Ausdrucksfreiheit auch auf ihr Gegenstück treffen kann: auf Kritik, Konfrontation und Meinungsverschiedenheiten; dies kann unter Umständen belebend wirken und einer therapeutischen Zielrichtung dienen. Viele neigen dazu, solche Unterschiede erstens als menschlich unvermeidbar und zweitens als wichtigen Wachstumsimpuls zu betrachten. Obwohl diese Sichtweise ihre Vorzüge hat, liegt in der Dynamik der Gegensätzlichkeit auch ein hohes Risiko, denn ein Übermaß an Gegensätzlichkeit bewirkt häufig das Gegenteil dessen, was hilfreich wäre, also auch für diejenigen, für die solche Gruppen konzipiert sind. Für die Leitung der Gruppe ist es eine nicht zu unterschätzende Herausforderung, die wohlwollende Atmosphäre zu erhalten und gleichzeitig einen offenen und freien Kontext zu ermöglichen. Es gibt viele Möglichkeiten, eine wohlwollende Atmosphäre zu erzeugen, zu allererst ist hier sicherlich die Persönlichkeit und Vorbildfunktion der Leitung zu nennen, die das Gefühl von Aufgeschlossenheit und Akzeptanz vermitteln muss. Aber auch nicht-polarisierende Übungen, gemeinsames Singen und Tanzen können hierzu beitragen; und darüber hinaus sollte die Leitung die Teilnehmer immer wieder auf den Wert des gemeinschaftlichen Tuns hinweisen. Als Beispiel für eine sehr anregende, nicht grenzverletzende Übung, die ich einmal angeboten habe, möchte ich die Frage nach der Bedeutung von Heimat nennen. Ich spielte den Teilnehmern dazu ein wunderschönes, sehnsuchtsvolles Lied zum Thema Heimat vor; sehnsuchtsvoll deshalb, weil es leicht sentimentale Anklänge hatte, und wunderschön, weil der Gesang und die Musik sehr komplex, reizvoll und ästhetisch angelegt waren. Unser kulturelles Repertoire beinhaltet eine Fülle solcher Musik, und die Art, wie sie die Herzen ihrer Zuhörer bewegen kann, lässt sich mit der Wirkung religiöser Musik durchaus vergleichen.

Die Teilnehmer hatten die Aufgabe, die Musik in kleineren Untergruppen zu hören, sich ganz darauf einzulassen und sich dann gegenseitig zu erzählen, was beim Zuhören in ihnen angestoßen wurde. Einige Teilnehmer freuten sich über Erinnerungen an schöne Erlebnisse, andere wurden an etwas erinnert, was sie vermissten, manche hielten Heimat für ein sentimentales und völlig unzeitgemäßes Konzept, und wieder andere erzählten, wie sie sich als Erwachsene eine eigene Heimat geschaffen hatten. In den Gruppen, die ich angeleitet habe, haben die Teilnehmer durchweg sehr respektvoll auf die Mitteilungen der anderen reagiert. Dabei haben sie es mit der schwierigen und manchmal auch widersprüchlich erscheinenden Situation zu tun, sich einerseits auf ihre eigenen Empfindungen einzulassen, andererseits aber auch die Empfindungen anderer Teilnehmer weder zu bewerten noch zu interpretieren, sondern die Reaktionen jedes Einzelnen für sich stehen zu lassen und zu akzeptieren. Es ist wichtig, zu wissen, dass man eine solche Offenheit wirklich erreichen kann. Das hat Bedeutung nicht nur für den Prozess des Aufeinanderbezogenseins innerhalb der Gruppe, sondern stellt auch ein wichtiges Übungsfeld für die Anwendung des hier Erfahrenen außerhalb der Gruppe dar.

Wenn man weiß, dass die Erfahrungen innerhalb mancher Gruppen und Gemeinschaften sehr fragwürdige Gefühle und Verhaltensweisen hervorgebracht haben, insbesondere dann, wenn solche Gruppen einen stark appellativen, mahnenden und inspiratorischen Charakter haben, wird sehr schnell deutlich, dass es einiger Wachsamkeit bedarf, um unerwünschte Effekte zu vermeiden. Gruppen haben im Allgemeinen ein hohes „Ansteckungspotential“, was positive und negative Auswirkungen haben kann. Zwar stellen freie Rede und persönliche Selbstbestimmung ein wirksames Gegenmittel zu jeder Art von Gruppendruck dar, andererseits können sie aber auch selbst Druck erzeugen. So habe ich im Laufe der Jahre in manchen psychotherapeutisch orientierten Gruppen festgestellt, dass Ehrlichkeit manchmal damit gleichgesetzt wird, wütend zu sein, Kritik zu üben und immer mehr zu sehen als das Offensichtliche. Eine wohlwollende, eher milde Haltung hingegen wird manchmal als scheinheilig, schwach oder konformistisch betrachtet. Nach wie vor arbeiten manche Gruppen sehr authentisch und fruchtbar aus einer Haltung der Gemeinschaftlichkeit, der Geduld und gegenseitigen Unterstützung heraus, und die Teilnehmer werden nicht dazu gedrängt, bestimmte Verhaltensweisen zu zeigen. Das Beste, was wir tun können ist, die Vorteile dieses Ansteckungspotentials so gut wie möglich und zum Wohle der Teilnehmer zu nutzen, und gleichzeitig vor seinen Gefahren auf der Hut zu sein. Kein System bietet soviel Sicherheit, dass wir darauf verzichten könnten, den Ablauf des Geschehens genau im Auge zu behalten. Aber es ist auch nicht zu übersehen, dass Zugehörigkeit, Miteinander-Reden und Füreinander-Sorgen ein hohes Maß an förderlichen Erfahrungen mit sich bringen.

Sind das alles nur schöne, aber unrealistische Ideen? Ich glaube nicht. Ich glaube, dass viele Menschen dies in ihrem täglichen Leben bereits praktizieren. In all den Jahren, in denen ich mit Gruppen gearbeitet habe, konnte ich sehen, wie Menschen, wenn sie sich durch das, was andere sagen und tun, nicht bedroht fühlen, sich freundlich und respektvoll begegnen konnten, ohne ihre eigene Integrität zu gefährden. Wohlwollend zu sein bedeutet nicht, blind und konturlos zu sein oder immer so zu tun, als sei alles in Ordnung. Ohne in bezug auf die Frage der gegenseitigen Wertschätzung in einen unrealistischen Optimismus zu verfallen, ist es doch wichtig sich bewusst zu machen, dass die Teilnehmer an solchen Gruppen häufig die Erfahrung machen, dass Vielfalt, Lebendigkeit, Ehrlichkeit und klare Wahrnehmung in einer wohlwollenden Atmosphäre stärker sind als das Risiko der Konformität. Diese Betrachtungsweise entspricht auch den Voraussetzungen der Einzeltherapie, wo sich aufgrund einer wohlwollenden Atmosphäre ebenfalls häufig ein lebendiges, ehrliches und das Denken erweiterndes Gespräch entwickelt und den Boden für persönliches Wachstum bereitet. Gibt es aber Abweichungen von dieser Haltung? Natürlich gibt es die, aber ist es nicht unser Auftrag, solche Probleme dann anzugehen, wenn sie auftauchen, also auch in der privaten Einzeltherapie?

Wenden wir uns nun der Frage zu, ob es auch neurologische Bedingungen gibt, die den biologischen Aspekt der Suche nach Einheit bestimmen. Natürlich würde eine umfassende Beschreibung der neurologischen Basis für das Bedürfnis nach Einheit und Verschmelzung den Rahmen dieses Artikels sprengen, aber es gibt bedeutsame Hinweise für die Existenz eines Einheits-Reflexes. Die Anziehungskraft von Beziehungsgefügen ist auch Gegenstand vieler therapeutischer Theorien. In der Gestalttheorie beispielsweise spielt Kontakt als zentrales Konzept eine wichtige Rolle. Darin wird eine gemeinsame Grenze zwischen Selbst und anderem beschrieben. Bubers Ich-Du-Prinzip hat die psychotherapeutische Theorie mit der Idee der interpersonellen Unteilbarkeit bereichert. In der Kohut’schen Selbst-Objekt-Theorie wird beschrieben, dass ein Kleinkind nicht zwischen sich und seiner Umwelt zu unterscheiden vermag. Auch hier begegnen wir der inneren Aufforderung zur Ungeteiltheit, die – unterhalb der Bewusstseinsschwelle – anscheinend auch in späteren Jahren noch spürbar bleibt. Sollten diese natürlichen Voraussetzungen nicht durch Gruppen, die den Aspekt menschlicher Verbundenheit hervorheben, weiter verstärkt werden können und dabei eine Parallele bilden zu den Verschmelzungserfahrungen des Glaubens an Gott, das Unteilbare und allgegenwärtige Andere, das so vielen Menschen im Laufe der Geschichte geholfen hat, ihr Schicksal zu tragen?

Man braucht nicht besonders demütig zu sein um zu verstehen, dass niemand wirklich weiß, ob es einen Gott gibt, oder nicht. Aber diese Frage stellt sich hier auch gar nicht, denn es ist eine Frage, die sich sowohl der Neurologie als auch der Psychologie entzieht. Die eigentliche Frage lautet, ob der Reiz, den Gott auf viele Menschen ausübt, eine zentrale Aussage über den menschlichen Hang einer Beziehung zu etwas Unteilbaren repräsentiert. Wenn wir die unglaubliche Kraft menschlicher Metaphorik mit in Betracht ziehen, dann wird deutlich, dass der Geist sich im Glauben an die Unteilbarkeit von Gott und Mensch – bzw. an die Unteilbarkeit des Menschen von der Gemeinschaft – von dem Bereich der nüchternen Wahrheit abhebt. Hier akzeptiert der Mensch das Ungefähre und Poetische und übertrumpft die buchstäbliche Unteilbarkeit mit vertrautem Entzücken. Wie ich schon an anderer Stelle geschrieben habe: „Obwohl jene, die die Einheit mit Gott erleben, häufig glauben, diese Erfahrung sei mit nichts vergleichbar, tut es der Schönheit und dem Wert ihrer Erfahrung keinen Abbruch, wenn man anerkennt, dass sich diese unteilbare Einheit auch in anderen Beziehungen einstellen kann. Eine gemeinschaftlich anerkannte Autorität wie etwa ein Elternteil, ein weiser Mensch, eine charismatische Persönlichkeit oder die Gemeinschaft selbst können unter besonders intensiv erlebten Umständen ähnliche Gefühle von Einheit vermitteln.“ (4)

Der unvergleichliche Zauber, den eine göttliche Poesie oder eine Poesie von Gott ausstrahlt, ist weder in den Grundprinzipien der Psychotherapie noch in ihren Methoden angelegt. Andererseits beschreiben z.B. die Mitglieder einer Kirchengemeinde in Surprise, Arizona, dass die Teilnahme an verschiedenen Gruppen und Gesprächskreisen für sie wichtiger sei als die Predigten und Rituale, mit denen die Kirche im Allgemeinen doch viel stärker identifiziert wird. Tatsächlich hat die Psychotherapie ein großes Potential, eine ganz eigene Faszination und Anziehungskraft auszustrahlen, insbesondere da, wo die vertraute therapeutische Methodik um zeremonielle Elemente in Form von Musik, Poesie, Malerei oder Architektur erweitert wird, denn all diese Erfahrungsfelder sind in der Lage, eine starke Resonanz auf tiefe menschliche Erfahrungen zu erzeugen. In Entsprechung zu dem Gefühl der Gruppenzugehörigkeit und durch die gezielte Auswahl der besten und psychologisch relevantesten Kunstformen, kann die Planung gemeinschaftlicher Aktivitäten eine quasi-mystische Qualität erreichen, ohne sich dabei jedoch auf eine übernatürliche Idee beziehen zu müssen. Eine so konzipierte Gruppe bleibt nicht mehr auf den Bereich lebenspraktischer Fragen und Problemlösungen beschränkt, sondern hat den Raum, um sich mit tieferen Fragen und den Geheimnissen der menschlichen Existenz zu beschäftigen. Diese Verstärkung des Gewöhnlichen ist eine natürliche Folge der Revision zweier Aspekte unseres herkömmlichen Therapieverständnisses. Erstens entsteht Verstärkung durch das Phänomen der großen Gruppe an sich, wo durch die gleichzeitige Konzentration auf ein Thema, das für mehr oder weniger alle Anwesenden Bedeutung hat, eine Atmosphäre entsteht, in der die Erfahrung und das Erleben des Einzelnen sozusagen vergrößert wird. Emile Durkheim sprach in diesem Zusammenhang von einem „kollektiven Übersprudeln“, das sich bei Sportveranstaltungen, Konzerten, im Theater, bei politischen Versammlungen und religiösen Verrichtungen beobachten lässt, denn bei all diesen Ereignissen wird die persönliche Erfahrung des Einzelnen durch den Aspekt der Gemeinschaft erweitert. Und zweitens wird der Inhalt der Zusammenkünfte nicht nur durch inspirative Musik oder eine poetische Sprache verstärkt, sondern auch durch das Mit-Erleben und das Erleben von zwischenmenschlicher Reaktion und Resonanz auf jedes einzelne Thema, was wiederum die persönliche Erfahrung jedes Einzelnen befruchtet. Für die Psychotherapie ist es eher ungewöhnlich, inspirative Anregungen zu geben, die über den Rahmen des gemeinsamen Gesprächs hinausgehen; andererseits spricht einiges dafür, dass viele Menschen in einer Atmosphäre gemeinschaftlicher Lebendigkeit ein tieferes Gefühl ihrer eigenen Ausdrucksfähigkeit erleben. Je nach Interessen und Kreativität der Teilnehmer gibt es eine große Fülle an Möglichkeiten, den Ablauf einer Gruppe zu gestalten. An dieser Stelle möchte ich nur einige davon exemplarisch aufzeigen:

Kurze Vorträge durch die Gruppenleitung zu unterschiedlichen (psychologischen) Themen, wie zum Beispiel: wie wir unsere Zeit nutzen, ob unsere Gefühle wahr- und ernst genommen werden, wie wir die Zukunft einschätzen, ob sich unser Wertesystem in unserem Verhalten widerspiegelt. Aber auch Konkurrenz, Erwachsenenbildung, Opfer, Haushalt, Urlaub, Familienaktivitäten, Politik, Optimismus oder tragische Elemente gehören zu der endlosen Reihe der für viele Teilnehmer relevanten und interessanten Themen. Außerdem könnten wir untersuchen, welche Rolle Großzügigkeit, Dankbarkeit, Liebe, Rivalität, Zu-sich-selbst-Stehen, Geschichtenerzählen, Weinen und Lachen usw. im Leben jedes Einzelnen spielen. Die Literatur ist überaus vielfältig und enthält eine Reihe von Untersuchungen zu aktuellen und populären Fragen: Was ist emotionale Intelligenz? Wie gehen wir mit Mitmenschen um, die sich selbst nicht ausreichend versorgen können? Was ist uns bei der Erziehung unserer Kinder besonders wichtig? Wann ist es besser, sich scheiden zu lassen, und was sollten wir dabei beachten? Wie passt der Gedanke der Adoption in unser Leben?

Es ist wichtig, dass solche Gruppen nicht bei abstrakten Prinzipien stehenbleiben. Mit Hilfe von individuell angepassten Übungen können die grundsätzlichen Themen konkretisiert und auf die Lebenssituation des Einzelnen bezogen werden. Nehmen wir beispielsweise an, es gäbe ein Gruppentreffen zum Thema: Wie wir werden was wir sind. Die Gesamtgruppe teilt sich in Untergruppen zu jeweils 3 Teilnehmern auf. Jeder Teilnehmer soll über zwei Menschen in seinem Leben berichten, die für ihn eine besondere Bedeutung haben, einer innerhalb und einer außerhalb seiner Familie. Beim Erzählen sollen die Teilnehmer auch ins Detail gehen und sagen, worin die besondere Bedeutung besteht; so dass die anderen in der Kleingruppe das Gefühl bekommen, diese Personen etwas näher kennen gelernt zu haben. Dann kommen alle wieder in der Gesamtgruppe zusammen, und einige Teilnehmer berichten von ihren Erfahrungen in der Kleingruppe, wobei die Leitung moderiert, kommentiert oder zusammenfasst und auf allgemeine Aspekte der Erfahrungen hinweist.

Die Bandbreite möglicher Übungen ist enorm groß und variiert von Gruppe zu Gruppe, wobei auch denkbar ist, dass es im Laufe des Gruppenprozesses wiederkehrende Übungen gibt, ähnlich vielleicht den liturgischen Elementen im religiösen Kontext, die eine Schlüsselfunktion haben und bei denen die regelmäßige Wiederholung eine wichtige Rolle spielt. Was hier alles möglich ist und aus der jeweiligen Situation entstehen kann, lässt sich im Rahmen dieses Artikels nicht beschreiben. Allerdings muss man sehen, dass die inhaltliche Gestaltung solcher Gruppen sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt, wobei manche Übungen eine besondere Stellung einnehmen können, wie die Meditation im Buddhismus und bestimmte Gebete oder Gebetsformen in der jüdisch-christlichen Tradition.

Im Plenum wird ein Gedicht, ein Kapitel aus einem Roman, einem psychologischen Fachbuch oder auch ein Interview vorgetragen. Danach sprechen die Teilnehmer in Dreiergruppen darüber, wie dieser Vortrag auf sie gewirkt oder was er in ihnen ausgelöst hat. Auch hier sind die verschiedenen Möglichkeiten wieder unbegrenzt. Als Beispiel möchte ich das folgende Gedicht von William Blake anführen:

 

Wenn mit lachender Stimme der grüne Wald singt,

Der glucksenden Strömung Gelächter erklingt;

Wenn die Luft von unseren Späßen erschallt

Und vom grünenden Hügel der Lärm widerhallt;

 

Wenn die Wiesen laut lachen mit sprießendem Grün,

Und Grashüpfer lachend die Szene durchzieh‘n,

Wenn Emilie, Suse und auch die Mari

Mit Rundlippen trällern: »Ha, ha und hi!«

 

Wenn’s Gefieder sich lachend im Schatten versteckt,

Unsre Tafel mit Nüssen und Kirschen sich deckt:

Sei lieb, lass uns leben, lass mich nicht allein,

Stimm süß in den Kehrreim »Ha, ha, hi!« mit ein. (5)

 

Was dieses Gedicht bei den Teilnehmern auslöst, ist ungewiss, aber wir können uns vorstellen, dass in der Kleingruppe Themen wie das Atmen von frischem Blütenduft, die verbindende Energie des Lachens, die Bewunderung der Natur und die Verbindung zwischen Natur und Mensch zur Sprache kommen könnten. Vor allem geht es darum, dass die Teilnehmer beschreiben, was das Gedicht im Kontext ihres eigenen Lebens auslöst. Es geht nicht um die abstrakte oder allgemeine Interpretation des Gedichtes, sondern um den Bezug zur eigenen, persönlichen Lebenserfahrung.

Ein anderes Gedicht, von Merrit Malloy, soll die Teilnehmer animieren, auf ihre Hörerfahrung zu achten, wobei jeder seine eigene Erfahrung in die Gruppe mit einbringen soll. Die Konzentration auf diesen wichtigen Aspekt des menschlichen Zusammenlebens führt dazu, dass das Phänomen des Zuhörens aus der neutralen Sphäre der Alltagserfahrung herausgehoben wird und seine zentrale Bedeutung spürbar und erlebbar macht.

 

HÖR-HILFE

 

Er lehrte mich zuzuhören …

Nicht so sehr darauf, was andere mir sagten,

Sondern darauf, was ich hörte …

 

Immer noch höre ich Dinge

Durch den Filter meiner ganz persönlichen Bedürfnisse

Und manchmal höre ich nur das, was ich hören möchte …

 

Doch jetzt …

Kenne ich wenigstens …

Den Unterschied. (6)

 

In bestimmten Situationen kann der Leiter eine Therapiesitzung anbieten: mit einem einzelnen Teilnehmer, einem Paar oder einer Familie. Im Anschluss an eine solche Sitzung können die anderen Teilnehmer sich wiederum in Kleingruppen aufteilen und darüber sprechen, inwiefern die Sitzung Themen angesprochen hat, die für sie selbst eine Rolle spielen. Das Gefühl von Gemeinschaftlichkeit und Empathie erleichtert es vielen Menschen, einen tieferen Bezug zur eigenen Psyche zu entwickeln. Außerdem habe ich beobachtet, dass viele Gruppenteilnehmer von den Lösungen anderer profitieren und in deren persönlichen Erfahrungen auch Aspekte des eigenen Erlebens wiederfinden, was eine verbindende und gemeinschaftsstiftende Wirkung hat. Obwohl wir als Menschen also sehr unterschiedlich sind, ist es manchmal hilfreich, sich bewusst zu machen, dass wir in vielerlei Hinsicht doch im selben Boot sitzen.

Gemeinsames Singen und Tanzen trägt dazu bei, in der Gruppe das Gefühl von Verbundenheit und Lebendigkeit zu stärken. Hierzu eignen sich sehr viele Arten von Musik: klassische ebenso wie Popmusik, Folk, meditative Musik, oder auch solche, die eigens für den Gruppenprozess komponiert werden kann. In manchen Gruppen gibt es Leute, die Rockmusik machen und damit zum freien und expressiven Tanz anregen. Teilnehmer, die gerne Folkmusik mögen, fühlen sich angesprochen, wenn die Gruppe gemeinsam Lieder wie We Shall Overcome singt. In einer meiner eigenen Gruppen entstand einmal eine ganz besonders dichte Atmosphäre, als alle gemeinsam das Lied We Are The World sangen, und eine andere Gruppe, mit der ich gearbeitet habe, beginnt die Gruppensitzung immer mit gemeinsamem Trommeln und endet damit, dass alle im Kreis stehen, sich an den Schultern fassen und das Lied Blackbirds, Bye, Bye singen. Keiner weiß mehr, wie dieses Ritual entstanden ist, aber alle machen begeistert mit und spüren, wie gut es tut, sich in der Gruppe zu treffen und sich mit dieser Energie nun wieder in den Alltag zurückzukehren. Tatsächlich gibt es eine unglaubliche Fülle an musikalischen Möglichkeiten für die Arbeit in solchen Gruppen.

Was ich hier beschreibe, ist ein gemeinschaftlicher therapeutischer Prozess, der über viele Jahre und in aller Stille gewachsen ist. Er gründet sich auf einen umfangreichen Schatz an Erkenntnissen, der die Bibliotheken und Lehrpläne der Universitäten füllt. Die Verdichtung dieses Wissens stellt sozusagen die Palette dar, auf der eine Fülle an unterschiedlichen psychologischen Farbvariationen entsteht. Ich glaube, die Zeit ist gekommen, wo Psychotherapeuten mit dieser Akkumulation von Wissen arbeiten und mit seiner Anwendung und praktischen Umsetzung auf den Markt treten sollten, um dem Bedürfnis nach Orientierung sowohl auf der gesellschaftlichen Ebene wie auch im komplexen Leben jedes Einzelnen zu begegnen. Bereits jetzt gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher psychologisch ­orientierter Gruppen, und im Laufe der nächsten Jahre wird ihre Zahl und Vielfalt sicherlich zunehmen. Wenn wir Psychotherapeuten die wachsende Bedeutung dieser Entwicklung ernstnehmen, dann können wir dadurch uns selbst und andere ermutigen, nach neuen Möglichkeiten zu suchen, und unser Wissen und unsere Fachkenntnis auch für die Gestaltung des Alltagslebens zur Verfügung zu stellen.

 

Anmerkungen

(1) William Shakespeare, Hamlet: Prinz von Dänemark, aus dem Englischen übertragen von Theodor Fontane, Zürich 1989 (Manesse Verlag).

(2) Übersetzung von Martina Klein.

(3) Marcel Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, Band 2/Teil 1: Unterwegs zu Swann, Frankfurter Ausgabe mit überarbeiteten Titeln, hg. v. Luzius Keller, Frankfurt 2000 (Suhrkamp Verlag), S. 66.

(4) Erving Polster, Zugehörigkeit: Eine Vision für die Psychotherapie, Wuppertal 2009 (Edition GIK im Peter Hammer Verlag), S. 23.

(5) William Blake: The Laughing Song. Übersetzung von Eric Börner, Quelle: http://home.germany.net/100-163279/illeguan/blake1.htm

(6) Übersetzung von Ludger Firneburg.

Praxisadressen von Gestalttherapeuten/-innen

Erving Polster (2009)Erving Polster (2009)

Erving Polster, Ph.D., geb. 1922, gehört zu den bekanntesten Gestalttherapeuten der Welt. Vor fast 40 Jahren veröffentlichte er – gemeinsam mit seiner 2001 verstorbenen Ehefrau Miriam – das Grundlagenwerk »Gestalttherapie: Theorie und Praxis der integrativen Gestalttherapie« (als erweiterte Neuauflage 2001 in unserer Edition des Gestalt-Instituts Köln GIK im Peter Hammer Verlag erschienen).

Doch schon weit länger war er als Gestalttherapeut und Ausbilder tätig – u.a. im Rahmen des Gestalt Training Center – San Diego/Kalifornien

Aus seiner intensiven Therapie- und Lehrtätigkeit sind zahlreiche weitere Veröffentlichungen hervorgegangen - so auch die folgende Sammlung seiner Artikel zur Praxis der Gestalttherapie - wieder gemeinsam mit seiner Ehefrau: »Das Herz der Gestalttherapie: Beiträge aus vier Jahrzehnten« (erschienen 2002 in unserer Edition GIK) – übersetzt von Ludger Firneburg.

Erving Polsters neuestes Buch „Zugehörigkeit: Eine Vision für die Psychotherapie“ erschien 2009 (ebenfalls in unserer Edition GIK) – ebenfalls übersetzt von Ludger Firneburg.

Der nebenstehende Artikel ist Erving Polsters Vortrag auf der 6. Konferenz der Milton H. Erickson Foundation “The Evolution in Psychotherapy” in Anaheim/Kalifornien (9. – 12. Dezember 2009). © Erving Polster, 2009/2010. Wir danken dem Autor für die freundliche Genehmigung der deutschen Erstübersetzung.

Aus dem Amerikanischen von Ludger Firneburg.

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