Gestaltkritik - Zeitschrift für Gestalttherapie

Bärbel Wardetzki

Iß doch endlich mal normal!

Welche Rolle spielen die Angehörigen im Rahmen einer Magersucht oder Bulimie?

 

Hinweise:

Workshop für Therapeutinnen und Therapeuten

Aus der Gestaltkritik

Gestaltkritik - Die Zeitschrift mit Programm aus dem Gestalt-Institut Köln
Gestaltkritik (Internet): ISSN 1615-1712

Themenschwerpunkte:

Gestaltkritk verbindet die Ankündigung unseres aktuellen Veranstaltungs- und Weiterbildungsprogramms mit dem Abdruck von Originalbeiträgen: Texte aus unseren "Werkstätten" und denen unserer Freunde.

Hier folgt der Abdruck eines Beitrages aus der "Gestaltkritik" (Heft 1-1996): 

 

Praxisadressen von Gestalttherapeuten/-innen

 Foto: Bärbel WardetzkiBärbel Wardetzki

 

 

 

 

Bärbel Wardetzki

Iß doch endlich mal normal!

Welche Rolle spielen die Angehörigen im Rahmen einer Magersucht oder Bulimie?

 

Ein Stoßgebet

"Iß doch endlich mal normal" ist der verzweifelte Ausruf vieler Angehöriger von magersüchtigen und bulimischen Mädchen und Frauen.

Sie stehen ihrer Tochter oder Partnerin hilflos gegenüber, wenn diese anfängt zu hungern, mit der Familie nicht mehr am Tisch zusammen essen will, Kalorien zählt, statt Essen zu genießen, heimlich Unmengen verschlingt und dann wieder erbricht oder so stark abmagert, daß ihr Untergewicht lebensbedrohliche Ausmaße annimmt. Die Eßstörung wird zu einem Machtmittel gegen die Angehörigen, gegen das diese sich scheinbar nicht zur Wehr setzen können. Daß sie gleichzeitig ein Alarmsignal für die Familie oder Partnerschaft darstellt, daß 'etwas' nicht stimmt, wird lange Zeit übersehen. Dieses 'etwas' ist es 'eigentlich', um das es geht, doch ist es meist das Letzte, für das sich die Angehörigen interessieren. Statt dessen reagieren sie mit Empörung, Erschrecken oder Ungläubigkeit auf die Tatsache, daß die Tochter/Partnerin unter einer Anorexie oder Bulimie leidet.

Der Umgang mit einer Eßstörung stellt Eltern, Geschwister und Partner vor viele neue Fragen. Sie sind konfrontiert mit einer Krankheit, von der sie bisher nichts wußten oder wenn, dann nur durch die Medien oder durch Berichte von anderen Eltern. Aber nun sollen sie selbst betroffen sein! Unsere Tochter bulimisch oder anorektisch, undenkbar! Die Eltern fallen "aus allen Wolken", denn bisher war doch alles in Ordnung in ihrer Familie. Die Tochter machte wenig oder keine Schwierigkeiten und sie fühlten sich als intakte Familie. Natürlich gab es immer wieder Schwierigkeiten, aber wo gibt es die nicht?

 

Verleugnung und Verheimlichung

Bis die Angehörigen von der Eßerkrankung erfahren, können Jahre vergehen, in denen die Töchter oder Partnerinnen ihre Eß- Brechanfälle oder ihre Essensverweigerung geheimhalten. Da stellt sich natürlich sofort die Frage: Wie kann eine Eßstörung, bei der das Mädchen oder die Frau sichtbar abnimmt oder regelmäßig erbricht, im familiären oder partnerschaftlichen Zusammenleben über Jahre hinweg unaufgedeckt bleiben?

Ein Grund ist sicherlich das Unwissen von Eltern und Partnern über Eßerkrankungen, weswegen sie gar nicht auf die Idee kommen, daß ihre Tochter/Partnerin eine Bulimie oder Anorexie entwickeln könnte. Darüberhinaus gibt es Mechanismen des Nicht-genau-Hinschauens, Beschönigens, Erklärens, Leugnens und Umdefinierens, die ein Erkennen der Eßerkrankung verhindern oder zumindest zeitlich verzögern. Sie wirken zuerst entlastend auf alle Betroffenen: Die Tochter/Partnerin braucht sich mit ihren Problemen nicht auseinanderzusetzen und kann so weitermachen wie bisher, und die Angehörigen müssen sich nicht sorgen. Doch eine Lösung resultiert daraus nicht.

Zudem sind Suchterkrankungen, zu denen ich Bulimie und Anorexie zähle, durch Heimlichkeit und Verleugnung gekennzeichnet. So wie

die Süchtigen lange Zeit ihre Krankheit vor sich und den anderen verleugnen, tun es auch die Angehörigen, wenn sie einen Verdacht hegen. Oft sind es Angst und Hilflosigkeit und der Wunsch nach einer heilen Familie und Partnerschaft, die sie wegschauen lassen. Doch diese Haltung verstärkt die Eßstörung nur noch mehr.

Auch die Ärzte haben eine wichtige Rolle bei der Verleugnung oder Aufdeckung der Eßerkrankungen, weil sie meist die erste Anlaufstelle sind und Mädchen und Frauen daher helfen können, sich frühzeitig ihrer Eßstörung bewußt zu werden. Das erreichen sie beispielsweise dadurch, daß sie die Betroffenen über die körperlichen Folgen, die ihr magersüchtiges oder bulimisches Eßverhalten hat, aufklären und sie damit konfrontieren. Die Voraussetzung ist jedoch, daß Ärzte als Ursache körperlicher Leiden Eßstörungen als Ausdruck seelischer Probleme anerkennen, was leider immer noch viel zu selten der Fall ist. Statt dessen 'doktern' sie medikamentös an den Folgewirkungen herum, ohne auf den Gedanken zu kommen, daß beispielsweise die Amenorröh kein vordergründig hormonelles Problem ist, sondern ein Kennzeichen einer Pubertätsmagersucht.

 

Wut und Hilflosigkeit

Die Angehörigen wollen nach dem ersten Schreck und Entsetzen über die Eßerkrankung das Problem so schnell wie möglich "in den Griff bekommen", mit dem Ziel, daß die Tochter/Partnerin wieder normal ißt, an Gewicht zunimmt und aufhört zu erbrechen. Doch im Laufe der Zeit wird deutlich, daß alle Versuche scheitern und die Kluft zwischen den Angehörigen und der Betroffenen immer größer wird. Die Eltern/Partner versuchen es mit Strenge, mit Gutzureden oder Ignorieren, die Betroffene wird immer unzugänglicher, dünner und unerreichbarer.

Wenn sie mit ihrem "Latein" am Ende sind, sich keinen Rat mehr wissen, wie sie ihrer Tochter/Partnerin helfen können und sie immer mehr unter der Krankheit leiden, ist das häufig der Zeitpunkt, an dem sie fachlichen Rat suchen.

Die vorherrschenden Gefühle von Angehörigen eßgestörter Mädchen und Frauen sind Hilflosigkeit und verdeckte Wut. Eltern und Partner sind ratlos, wie sie auf die Betroffene eingehen sollen und wie sie sie zu einer Therapie motivieren können.

Eltern fühlen sich durch die magersüchtige oder bulimische Tochter zum Teil "kaltgestellt", da sie sich ihnen verschließt, sich aggressiv abgrenzt und weder auf Druck noch auf gutes Zureden reagiert. Dieses Verhalten befremdet sie vor allem deshalb, weil die meisten Eltern ihre Tochter vor der Eßerkrankung als ein braves Kind erlebten, das immer tat, was sie von ihr wollten, die fleißig, unauffällig und 'pflegeleicht' war. Ihr heutiger Widerstand entspricht gar nicht dem Bild, das sie bisher von ihr hatten. So leiden die Eltern nicht nur unter dem ungewöhnlichen Eßverhalten oder dem Untergewicht der Tochter, sondern zugleich unter ihrem veränderten Verhalten. Ihre bisherigen Erziehungsmaßnahmen sind wirkungslos geworden und es sieht so aus, als hätten sie die elterliche Macht über ihre Tochter verloren. Auf diese Tatsache reagieren sie mit Hilflosigkeit, mit der Zeit aber auch mit Ärger und Wut.

Denn Eltern müssen zusehen, wie die Tochter sich "zu Tode hungert", Partner erleben täglich den gleichen Kampf gegen das Überessen und Erbrechen, der sie abstößt und den sie am liebsten sofort abstellen würden. Die Magersüchtige oder Bulimikerin signalisiert jedoch lediglich: "Laßt mich bloß alle in Ruhe, ich habe eure ewigen Ermahnungen und Kontrollen satt." Sie will keine Hilfe, weil jede Unterstützung wie Bevormundung erlebt wird und mit Angst verbunden ist. Ihren Ärger zeigen die Angehörigen in der Regel nicht offen und begründen dies mit der Entschuldigung, daß die Tochter/Partnerin ja krank sei.

Da es schwer ist, Hilflosigkeit und unterdrückten Ärger auszuhalten, flüchten sich viele Angehörige in einen vehementen Aktionismus: Sie informieren sich ständig über Eßstörungen; lesen jedes Buch zu diesem Thema; stellen endlos Fragen an Fachleute, was sie tun sollen; reden auf die Tochter ein; fangen an zu kontrollieren, was sie ißt; streiten sich mit dem Ehepartner über die zu ergreifenden Maßnahmen und richten ihr Leben immer mehr an der Eßstörung aus. Sie sind ganz auf die Magersucht oder Bulimie fixiert und auf den Gedanken, etwas tun zu müssen. Sie können weder von dem einen, noch von dem anderen lassen.

Wenn sie nichts mehr probieren, haben sie Angst, daß alles noch schlimmer würde. Irgend etwas tun gibt ihnen mehr Sicherheit, als sich einzugestehen, im Moment nichts ausrichten zu können. Es ist jedoch eine Scheinsicherheit, und der Nutzen der unzähligen Aktionen ist gering.

 

Die Suche nach Schuldigen

Wenn die Eßerkrankung nicht besser wird, beginnen die Angehörigen, Schuldige zu suchen, die für die Bulimie oder Magersucht verantwortlich sind. In der Regel tendieren sie dazu, sich die Schuld für die Erkrankung der Tochter zuzuschreiben. Die vordringliche Frage, die sie sich immer und immer wieder stellen, lautet: "Was haben wir nur falsch gemacht?"

Die Antworten, die sie finden, bestehen in der Regel aus Selbstanklagen, die Tochter als Kind beispielsweise nicht genügend angenommen zu haben oder sich später zu wenig oder zu viel um sie gekümmert zu haben. Sie listen all das auf, was sie unterlassen oder getan haben und stellen sich als mangelhafte, gescheiterte Eltern hin. Aus ihren Versäumnissen heraus reagieren sie heute mit Schuldgefühlen, die die Beziehung zur Tochter erschweren.

Die Suche nach Fehlern, auch wenn sie schon länger zurückliegen, kann der gegenwärtigen Situation nützlich sein, sofern die Eltern daraufhin ihr Verhalten überdenken und verändern. Denn es ist nun einmal so, daß auch Eltern Fehler machen. Warum sollten sie es sich nicht zugestehen? Es scheint jedoch im 'Mythos der guten Eltern' ein Frevel zu sein, Fehler zu machen. Gute Eltern machen keine Fehler, oder nur ganz kleine. Der Umkehrschluß ist bitter: Eltern, die Fehler machen, sind schlechte Eltern. Und aus diesem Grund wird das Eingeständnis von eigenen Versäumnissen in der Erziehung zu einer generellen Anklage: `Wir sind schuld.' Eltern reagieren darauf mit heftigen Schuldgefühlen, die ihnen den Blick für die Lösung der gegenwärtigen Probleme verstellen. Der unhinterfragte Mythos trägt nicht selten zur moralischen Verurteilung der Eltern bei, da er sich mehr an einer idealen Norm als an der Realität orientiert. Der Vergleich 'realer' Eltern mit diesem Ideal muß scheitern und führt zu ineffektiven - sprich neurotischen - Schuldgefühlen, die alles nur noch schlimmer machen.

 

Neurotische Schuldgefühle und Schuldbewußtsein

Neurotische Schuldgefühle, die aus Selbstanklagen resultieren, führen zu keiner Lösung, sondern dienen in erster Linie dazu, das System so zu erhalten, wie es im Moment ist.

Aus Schuldgefühlen heraus trauen sich die Eltern nicht, der Tochter nötige Grenzen zu setzen oder sie verwehren sich ihr eigenes Leben. Sie opfern sich sozusagen auf, fast scheint es, als täten sie Buße. "Wenn wir schon so schlechte Eltern sind, dann haben wir es auch nicht besser verdient."

Eine solche Form von Schuldgefühl ist sinnlos und zerstörerisch. Denn sie ändert nichts, sondern löst in der Tochter Aggressivität und in den Eltern Minderwertigkeitsgefühle aus.

Stellen wir uns die Situation einer Mutter vor, deren 15jährige Tochter an Bulimie erkrankt ist. Sie befürchtet, ihre Tochter nicht genug geliebt zu haben, da sie sie nie richtig annehmen konnte. Das ist sicher ein sehr schmerzliches Eingeständnis, das mit Scham und Selbstverurteilung verbunden ist. Die Mutter versucht, ihr Schuldgefühl in Grenzen zu halten, indem sie ihr Versäumnis bei der Tochter wiedergutmachen will. Die gängige Form ist die Verwöhnung und der Verzicht, dem Kind Grenzen zu setzen. Verwöhnung soll ihr und anderen demonstrieren: Ich liebe mein Kind. Keine Grenzen zu setzen bedeutet, Auseinandersetzung zu vermeiden und die Beziehung in Harmonie zu wähnen. Wenn sie ihrem Kind Grenzen setzt, könnten andere sie, oder sie sich selbst, für eine schlechte Mutter halten, was sie jedoch aufgrund ihrer Schuldgefühle unter allen Umständen vermeiden will. In einem solchen, nach außen hin harmonischen Erziehungsklima, "geraten" die Töchter meist "wohl", verhalten sich angepaßt und tun, was von ihnen erwartet wird. Sie haben jedoch nicht gelernt, Grenzen und Frustration zu ertragen und sich zu einem autonomen und eigenständigen Menschen zu entwickeln. In der Pubertät, wenn es um Ablösung und Auseinandersetzung geht, fällt es ihnen schwer, sich "abzunabeln" und von dieser "guten" Mutter zu lösen, die doch immer nur das Beste für sie gewollt hat. Diese Tatsache macht die Tochter wütend, weil sie spürt, daß sie dadurch kaum eine Chance hat, eigenständig zu werden. Aufgrund des harmonisierenden Klimas ist jedoch damit zu rechnen, daß diese Wut in der Beziehung zur Mutter nicht erlaubt und daher mit Schuldgefühlen verbunden ist. Die Magersucht oder Bulimie kann in einem solchen Fall die wortlose Botschaft der Tochter sein, sich abzugrenzen und ihren Ärger auszudrücken. Wie wir an diesem Beispiel sehen, führt das Schuldgefühl der Mutter eigentlich genau zu dem, was sie vermeiden möchte, nämlich der Tochter zu schaden.

Ich möchte hier einige Gedanken über Schuld und Schuldgefühle ergänzen, denn es herrscht in unserer Vorstellung und christlichen Kultur eine Unklarheit, die häufig zu Mißverständnissen führt.

Schuld entsteht immer da, wo wir einem anderen, uns oder der Umwelt geschadet haben, Verhaltensregeln mißachtet oder unseren inneren Moralkodex verletzt haben. Aus der Schuld kann ein Schuldbewußtsein resultieren, verbunden mit dem schmerzlichen Gefühl der Reue über die Verfehlung und der Verantwortung für das eigene Handeln. Das bedeutet, daß wir um Verzeihung bitten, versuchen, das Geschehene wiedergutzumachen und bereit sind, eine gerechte Strafe anzunehmen (vgl.CHU 1994). Um sich überhaupt schuldig fühlen zu können, bedarf es eines vollständig ausgebildeten Gewissens und eigener Wertvorstellungen.

Das Schuldbewußtsein wird begleitet von einem Schuldgefühl, das aus der Einsicht in eine begangene Schuld resultiert. Neurotische Schuldgefühle dagegen haben anklagenden Charakter und entspringen nicht zwangsläufig einem schuldhaften Verhalten, sondern mehr einer Vorstellung davon. Der Mensch hält sich für schuldig und verurteilt sich dafür, unabhängig davon, ob er sich wirklich schuldig gemacht hat oder nicht.

So wie die Mutter im letzten Beispiel. Sie befürchtet, sich an ihrer Tochter schuldig gemacht zu haben, da sie sie ablehnte und nicht genug liebte. Sie könnte sich diese Schuld nun eingestehen und ein Schuldbewußtsein dafür entwickeln, daß sie ihre Tochter nicht ausreichend geliebt oder sogar abgelehnt hat. Sie könnte weiterhin versuchen, ihr ablehnendes Verhalten aufgrund ihrer eigenen Lebensgeschichte zu verstehen und es sich verzeihen. Statt dessen klagt sie sich ein Leben lang an und leidet unter neurotischen Schuldgefühlen, ohne zu einer Lösung und Erlösung zu kommen. Anstelle der alten, nicht wirklich eingestandenen und angenommen Schuld, ihre Tochter abgelehnt zu haben, glaubt sie statt dessen, an deren Eßstörung schuldig zu sein. Doch dieses Schuldgefühl ist unangemessen, denn eine einzelne Person kann nicht für eine spätere Bulimie oder Anorexie verantwortlich gemacht werden. Das Bedingungsgefüge für die Entstehung dieser Krankheiten ist sehr komplex und sowohl von individuellen Faktoren der Tochter als auch von familiären, kulturellen und gesellschaftlichen Normen abhängig. Die Mutter ist dabei lediglich ein Teil dieses Gefüges und trägt ihren Teil dazu bei, kann jedoch nie als die alleinig Schuldige hingestellt werden.

 

Scham und Schuld

Neurotische Schuldgefühle, die aus der Vorstellung erwachsen, schuldig zu sein, stehen in einem engeren Verhältnis zur Scham als zur Schuld. Im Gegensatz zur Schuld, die sich auf ein Verhalten bezieht, trifft Scham die Persönlichkeit. Scham ist eine qualvolle Empfindung der Herabwürdigung und Unzulänglichkeit, der Demütigung und Entwürdigung. Menschen, die sich schämen, haben oft das Gefühl, ihrer "Würde beraubt zu sein oder als im Grunde unzulänglich, schlecht und ablehnenswert bloßgestellt zu werden." (FOSSUM,MASON 1992, S.25)

Scham betrifft direkt das Identitätsgefühl von Menschen und bewirkt Minderwertigkeitsgefühle. Auch können wir gegen die Scham nichts tun, im Gegensatz zur Schuld. Das Wissen um Gut und Böse vorausgesetzt, haben wir im Fall der Schuld die Möglichkeit (oder auch die Verpflichtung), es das nächste Mal anders, besser zu machen. Dem Gefühl der Scham sind wir unentrinnbar ausgeliefert, oft ohne zu wissen, was wir eigentlich falsch gemacht haben. Wenn wir uns schämen, befürchten wir, irgendwie "falsch", "ablehnenswert", "ungeliebt" zu sein, ohne etwas ändern zu können. Diese daraus entstehende Ohnmacht und Hilflosigkeit sind der Motor, die Scham in Schuld zu verwandeln: Wir werden böse, rächen uns, verletzen den, der uns beschämt, schlagen vielleicht zu oder beschämen andere. Wir verwandeln Scham in Schuld, weil diese für die meisten Menschen weniger unangenehm ist auszuhalten.

Das trifft auch auf die Situation der betroffenen Eltern zu. Sie sind im Grunde beschämt durch die Eßerkrankung der Tochter, fühlen sich jedoch schuldig, klagen sich und die Tochter an und werten sich ab. Ihre Schuld wird als peinliche Verfehlung erlebt und erwächst aus der Scham. Die Suche nach der Schuld, den Fehlern, entfernt sie von dem Schamgefühl und vermittelt den Eindruck, etwas dagegen tun zu können. Deshalb stellen sie auch die ständig wiederkehrende Frage: "Was haben wir falsch gemacht?", in der Hoffnung, einen Rat zu bekommen und es ab jetzt richtig zu machen. Doch es zeigt sich, daß das nicht die Lösung ist. Denn sie können mit den Antworten nicht wirklich etwas anfangen. Scham ist durch Bessermachen nicht zu tilgen, es entstehen daraus nur bizarre Formen des Umgangs innerhalb der Familie.

Die herkömmliche Art der Eltern, mit ihren Schuldgefühlen umzugehen, erweist sich in der Regel als Falle: Unsere Tochter ist krank, wir sind schuld, also müssen wir jetzt alles besser machen, damit sie wieder gesund wird. Und wir müssen alle weiteren Fehler vermeiden, sonst wird sie nicht gesund und wir sind schlechte Eltern. Um die Eltern von ihren Schuldgefühlen zu befreien, muß die Tochter gesund werden. Und je mehr die Tochter das spürt oder unbewußt wahrnimmt, um so mehr Widerstand wird sie gegen ihre Genesung aufbringen.

Einen Weg aus diesem Dilemma gibt es, wenn die Eltern die Verantwortung für sich selbst übernehmen. Das heißt, wenn sie den Mut aufbringen, das, was sie an der Tochter verschuldet haben, anzunehmen, ein Schuldbewußtsein zu entwickeln und sich zu verzeihen. Und das, was sie nicht verschuldet haben auch nicht tragen. Das Annehmen von Schuld beinhaltet auch, von der Frage wegzukommen, was sie nun anders machen sollen, damit die Tochter wieder gesund wird. Die Genesung der Tochter darf nicht mit dem Selbstwertgefühl der Eltern verknüpft werden, weil sonst eine ungesunde Verstrickung der Familienmitglieder untereinander entsteht im Sinne von: "Nur, wenn du gesund wirst, geht es mir wieder gut, kann ich mich wieder als gute Mutter fühlen, kann ich wieder leben." In diesem Fall aber wird die Tochter emotional ausgebeutet, indem sie für das Selbstwertgefühl der Eltern Sorge tragen muß, für das jene jedoch selbst die Verantwortung übernehmen müssen.

In Familien mit einer magersüchtigen oder bulimischen Tochter oder Partnerin geben die Themen Schuld und Verantwortung häufig Anlaß zu Verstrickungen unter den Familienmitgliedern.

Es fällt auf, daß sowohl die Tochter/Partnerin als auch die Eltern/Partner vorwiegend Verantwortung für die anderen

übernehmen, für sich selbst jedoch nicht oder nur in geringem Maße. So sorgt beispielsweise die Mutter für die Tochter, den Vater und die anderen Kinder, ohne dabei an sich zu denken. Vielleicht denkt sie ja an sich und spürt, daß ihr die Sorge zuviel wird oder sie auch andere Interessen verwirklichen möchte. Sie setzt diese Wünsche jedoch meist nicht um. Denn die Verantwortung für die anderen ist wichtiger und der Schritt zu mehr Eigenleben scheinbar zu groß. Darüberhinaus würde er nicht in das Bild der perfekten Mutter passen, die sie versucht zu sein.

Ebenso hat die Tochter/Partnerin gelernt, sich zuerst um die anderen in der Familie zu kümmern und dafür zu sorgen, daß es ihnen gutgeht, bevor sie Verantwortung für sich übernimmt.

Sie handelt nach dem unausgesprochenen Gesetz: "Mir geht's nur gut, wenn's dir gutgeht." Diese Regel impliziert Schuldgefühle: Wenn es jemandem in der Familie/Partnerschaft schlecht geht, tragen die anderen automatisch die Verantwortung und halten sich für schuldig.

Ein entscheidender Punkt, um den sich in eßgestörten Systemen in der Regel die Kommunikation dreht, ist: Sich in Schuldgefühle und Vorwürfe zu verstricken, statt ein Problem zu definieren, Verantwortung zu übernehmen, eine Entscheidung zu fällen und das Problem zu lösen.

Die Aussage des Vaters einer magersüchtigen Tochter ist dafür charakteristisch: "Bei uns weiß immer jeder, was der andere falsch macht und ändern müßte."

Diese Einstellung führt dann nicht selten zu gegenseitigen Schuldvorwürfen, wer von den Eltern der Schuldigere an der Eßstörung der Tochter ist. Dabei schneiden in der Regel die Mütter schlechter ab, weil sie häufiger mit der Tochter zusammen sind und ihnen daher eine größere Verantwortung für die Erziehung zugeschrieben wird. Ich glaube allerdings nicht, daß sich Mütter schuldiger machen, sondern oft sogar bereiter sind, ihr Verhalten zu hinterfragen und zu verändern, als es die Väter sind.

So, wie die Eheleute sich gegenseitig angreifen, so beschuldigt auch die Tochter die Eltern, für ihre Eßstörung verantwortlich zu sein. Sei es, daß der Vater kritische Bemerkungen über die Figur und das Gewicht der Tochter machte oder die Mutter zu fürsorglich oder zu wenig fürsorglich war, es läßt sich immer ein "Grund" bei den anderen finden, mit denen die Tochter ihre Krankheit rechtfertigen kann. Ebenso machen viele eßgestörte Frauen ihre Partner oder Ehemänner für ihre Bulimie oder Magersucht verantwortlich, weil er sie beispielsweise zu häufig sexuell begehrt, sie zu oft alleine läßt oder ihnen nicht genügend emotional zugewandt ist.

Das sind zweifellos gravierende Probleme in einer Familie oder Partnerschaft, sie aber als Ursache für die Erkrankung heranzuziehen, wäre eine verkürzte Sichtweise. Denn genaugenommen gibt es keinen Grund, zu hungern, sich zu überessen und zu erbrechen. Es gibt aber Probleme, die gelöst werden müssen.

 

Co-Abhängigkeit

Schuldverschiebung und mangelnde Eigenverantwortung sind charakteristisch für Suchtsysteme, in denen die Angehörigen als sogenannte Co-Abhängige bezeichnet werden.

Co-Abhängigkeit beschreibt die Tendenz der Angehörigen, das eigene Tun von den anderen, speziell den Süchtigen, abhängig zu machen und sich nur noch auf diese Person und ihre Erkrankung zu zentrieren. Eigene Impulse, Wünsche und Bedürfnisse werden zurückgestellt zum Wohle der Süchtigen. Diese Hinwendung kann ihrerseits süchtigen Charakter annehmen, wenn die helfende Person nicht mehr aufhören kann, der Süchtigen zu helfen oder sie sich emotional so verbunden fühlt, daß sie nicht mehr von ihr loslassen kann. Eltern fühlen sich noch dazu durch ihre Sorgfaltspflicht und elterliche Liebe an die Tochter gebunden, was sie zwingt, Unheil von ihr abzuwenden und sich um sie zu kümmern.

Was Co-Abhängige in ihrer Sorge nicht merken, ist, daß sie mit ihrem Verhalten die Sucht der Tochter/Partnerin aufrecht erhalten.

"Tatsächlich stellt sie (die co-abhängige Person) durch ihre überverantwortliche Haltung erst eine Situation her, in welcher es keinerlei Grund für die Abhängige gibt, ihren Konsum einzustellen und verhindert Krisen, die dazu führen können, die Abhängige zu einer Änderung ihres Verhaltens zu bewegen." (RENNERT S. 59)

Um der Sucht ein Ende zu setzen wäre es unerläßlich, die Betroffene mit ihrem Suchtverhalten und den Konsequenzen ihres extremen Eßverhaltens - die erheblich sind - zu konfrontieren und ihrem ausufernden Verhalten Grenzen zu setzen, statt sie zu schonen, weil "sie ja krank ist". Diese Haltung fördert Verantwortungslosigkeit und somit die Sucht.

Die Rolle der Co-Abhängigen übernehmen meist emotional nahestehende Personen wie der Partner oder die Eltern, aber auch alle anderen, die direkt oder indirekt die Eßstörung verleugnen oder bagatellisieren. Das können Geschwister sein, aber auch Gleichaltrige und Lehrer, die aus Furcht "wegschauen", oder ärztliche und psychologische Behandler, die die Eßstörung verharmlosen oder unbeachtet lassen.

 

Die falsch verstandene Hilfe

Wenn ich Eltern oder Partner auf ihre Co-Abhängigkeit hin anspreche, ernte ich in der Regel Kritik oder Ablehnung. Denn sie begründen ihr aufopferndes Verhalten mit ihrer Verantwortung für die Kranke und ihrer Pflicht, für sie zu sorgen. Sie sind teilweise ungehalten, wenn ich betone, daß in eßgestörten Familien jeder für den anderen Verantwortung übernimmt, aber keiner für sich selbst.

"Wenn ich für mich Verantwortung übernehme und für mich sorge, dann lasse ich doch meine Tochter im Stich", meint eine Mutter. "Und das darf nicht sein."

In ihrem Verständnis von Verantwortung und Sorge, das sie mit vielen Angehörigen teilt, scheint es nur ein Entweder-Oder zu geben: "Entweder ich sorge für mich, dann vernachlässige ich die anderen oder ich bin für die anderen da, aber dann denke ich nicht mehr an mich."

Diese Haltung wird durch ein bestimmtes Ideal im christlichen Denken unterstützt. Je mehr ein Mensch gibt, um so edler erscheint er uns und je mehr er nimmt, um so egoistischer nennen wir ihn.

Diese Ansicht kann jedoch in sich nicht stimmig sein, wenn wir erleben, wie unglücklich Co-Abhängige sind und wie wenig ihre opfervolle Hingabe der Genesung der Bulimikerin oder Magersüchtigen dient.

Anhand der Geschichte des heiligen Samariters, die sozusagen einen Prototyp der guten Tat verkörpert, können wir erkennen, wie sich uns durch Jahrtausende das Bild der falschverstandenen Hilfeleistung vermittelt hat (vgl. FISCHEDICK), obwohl gerade sie uns lehren kann, was sinnvolle Hilfe bedeutet.

Denn der Samariter reagiert nicht aus Pflichtgefühl heraus, weil "man helfen muß", sondern weil er angerührt ist vom Leid des anderen, ihm das Schicksal des anderen "innerlich nahe" geht, wie es im Text heißt. Aus diesem Gefühl heraus greift er kurzfristig in das Leben des anderen ein, hilft mit praktischem Beistand, verliert aber nicht sein eigenes Ziel aus den Augen. Er bringt den Verwundeten in eine Herberge, die auf seinem Weg liegt. Dort übergibt er ihn in andere Hände, sichert die Situation für den Überfallen finanziell ab und geht ohne Abschied seiner Wege. Er tat, was in seinen Möglichkeiten stand und übernahm Ver-Antwortung: Er hat auf die Anforderungen der Gegenwart mit seiner Person geantwortet, aber sich selbst dabei nicht vergessen. Denn das Leid des anderen hält ihn nicht davon ab, seinen Weg zu verfolgen und seinen Geschäften nachzugehen.

Auch erwartet er keinen Dank oder muß sich sicher sein, daß seine Hilfe in entsprechender Weise wirkt. Er braucht den Hilfsbedürftigen nicht, sondern läßt ihn frei und gibt die Verantwortung für ihn, die er vorübergehend übernommen hat, wieder zurück. Er hat in seiner guten Tat den Teil von sich gegeben, den er unter den bestehenden Bedingungen geben konnte. Sein Opfer ist für ihn kein Verlust, sondern Ausdruck seiner Kraft, die er fähig war, an jemanden weiterzugeben. Er ist nicht ausgelaugt oder überfordert, weil er nur so viel gibt, wie seine Möglichkeiten ihm erlauben, und er von dem gibt, was genügend vorhanden ist. Seine Art der Hilfe ermöglicht dem Hilfsbedürftigen darüberhinaus, die Verantwortung wieder für sich zu übernehmen und auch bei anderen Menschen Unterstützung zu finden.

Anders stellt sich das Helfen der Co-Abhängigen dar, die ihr Leben und ihre Perspektive der Aufopferung für die Eßsüchtige unterordnen und eigene Interessen und Wünsche vernachlässigen. Sie erschöpfen sich in ihrer Sorge, weil sie sich selbst dabei verlieren und im wahrsten Sinn des Wortes selbst-los werden. Sie brauchen die Unterlegenheit der Hilfsbedürftigen und das gelungene Resultat ihrer Hilfe, um aus dieser Überlegenheit Stärke und Anerkennung zu ziehen. Sie befürchten, Rabeneltern oder schlechte Partner zu sein, wenn sie ihre eigenen Interessen vertreten und der Betroffenen die Verantwortung für sich selbst zurückgeben. Doch ist diese Form der Hilfe wirklich menschlicher als die des Samariters?

Ich denke nicht, denn seine Form der Zuwendung beinhaltet die Eigenständigkeit beider, sowohl des Helfenden als auch des Hilfsbedürftigen und seine Hilfe hat zum Ziel, das sie sich überflüssig macht. Die aufopfernde Hilfe dagegen braucht die Hilfsbedürftigkeit des anderen und führt ihn daher nicht in die Unabhängigkeit.

 

Die Verantwortung für die Genesung abgeben - Loslassen

Viele eßgestörte Mädchen und Frauen erleben es als erdrückend, wenn sie spüren, daß ihre Eltern/Partner nur noch für sie leben, weil sie sich dann ihrerseits verpflichtet fühlen, sich um sie zu kümmern und sich noch weniger trauen, ihren eigenen Weg zu gehen.

Angehörige haben jedoch oftmals große Angst, die Verantwortung für die Genesung der Tochter/Partnerin abzugeben, weil sie sonst befürchten, daß sie "abrutscht". Eine Mutter bringt das Thema auf einen einfachen Nenner: "Ich fühle mich wie in einer Zwickmühle. Egal, was ich tue, es ist nie richtig. Wenn ich loslasse, habe ich Angst, es passiert etwas Schlimmes, aber wenn ich festhalte, wird alles nur noch schlimmer."

Da es sich beim "Loslassen" um ein schwer objektivierbares Wort handelt, kann es immer nur individuell definiert und verstanden werden. Im wesentlichen bedeutet es, "Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann". Damit ist kein Fatalismus gemeint, sondern die Anerkennung eigener Grenzen des Handelns, beispielsweise die Beeinflußbarkeit der Krankheit der Tochter/Partnerin. Es beinhaltet auch nicht, die Verantwortung abzugeben, wo sie erforderlich ist, sondern aufzuhören, etwas zu tun, wo es im Moment nicht in der Kraft des einzelnen steht, etwas auszurichten.

Hinter dem Loslassen steht Vertrauen. Vertrauen in die Tochter oder Partnerin, daß sie ihren Weg finden und gehen wird, auch wenn es im Moment gar nicht danach aussieht; Vertrauen in das Leben oder eine höhere Macht, daß die Dinge sich so fügen, wie es sinnvoll und letztlich gut ist; Vertrauen in sich selbst, mit der Situation, wie sie ist, fertig zu werden.

Gerade in Zeiten, in denen es uns schlecht geht, fehlt uns häufig dieses Vertrauen, obwohl wir es besonders dann brauchen. Ich kann daher verstehen, wenn betroffene Eltern große Mühe haben, sich auf diesen Gedankengang einzulassen. Und dennoch sind Loslassen und Vertrauen zwei wesentliche Haltungen, die es den Angehörigen ermöglicht, ihr eigenes Leben zurückzugewinnen und der Tochter/Partnerin ihre Eßstörung zu überwinden.

 

Literatur

CHU, Victor, DE LAS HERAS, Brigitta: Scham und Leidenschaft. Kreuz, Zürich 1994

FISCHEDICK, Heribert: Der Weg des Helden. Selbstwerdung im Spiegel biblischer Bilder. Kösel, München 1992

FOSSUM, Merle A., MASON, Marilyn J.: Aber keiner darf's erfahren. Scham und Selbstwertgefühl in Familien. Kösel, München 1992

WARDETZKI, Bärbel: Weiblicher Narzißmus. Der Hunger nach Anerkennung. Kösel, München 1994 

 

Praxisadressen von Gestalttherapeuten/-innen

 gin M.A., Gestalttherapeutin und Ausbilderin im Arbeitskreis Kritische Gestalttherapie München (AKG), Familientherapeutin. Langjährige therapeutische Erfahrungen in der Psychosomatischen Klinik Grönenbach mit den Arbeitsschwerpunkten Sucht und Eßstörungen. Seit 1992 arbeitet sie als Psychotherapeutin und Ausbilderin in freier Praxis in München. Aus ihrer Arbeit entstand 1991 ihr Buch "Weiblicher Narzißmus. Der Hunger nach Anerkennung" (Kösel-Verlag, München). Ihr neues Buch zum Thema des hier abgedruckten Artikels "Iß doch endlich mal normal!" erschien 1996 ebensfalls im Kösel-Verlag.

Und hier finden Sie noch einen weiteren Beitrag von Bärbel Wardetzki:

Bärbel Wardetzki

Bulimie - der Hunger nach Anerkennung


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