Cover: Mortola, Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen

Peter Mortola
Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen
Das Praxisbuch zum Violet-Oaklander-Training
Mit einem Vorwort von Violet Oaklander
Herausgegeben von Anke und Erhard Doubrawa
Aus dem Amerikanischen von Ludger Firneburg

Jahrzehntelang hat Violet Oaklander therapeutisch mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet und ihr psychotherapeutisches Modell hat in der ganzen Welt Bedeutung erlangt. Ihr Trainingsprogramm ist legendär, Therapeuten aller Kontinente reisten nach Santa Barbara/Kalifornien, um daran teilzunehmen. Peter Mortola war einer von ihnen. Fasziniert von Violet Oaklanders Ansatz, der auf ihrem unerschütterlichen Vertrauen in die zentrale Bedeutung einer authentischen Beziehung zwischen Kind und Therapeuten basiert, nahm er zehn Jahre an ihrem Training teil, wurde dann ihr Assistent und Dokumentator und schließlich Oaklanders Co-Trainer. Nun hat er das ultimative Praxisbuch über das Violet-Oaklander-Training geschrieben. Es birgt eine Fülle von Anregungen und Methoden für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen – gleichermaßen für die Felder Psychotherapie, Beratung und Pädagogik.

Edition Gestalt-Institut Köln / GIK Bildungswerkstatt
im Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2011
272 Seiten, Paperback, 29,90 Euro

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 Praxisadressen von Gestalttherapeuten/-innen

 

Foto: Peter Mortola und Violet Oaklander
Peter Mortola und Violet Oaklander

 

Inhalt

Geleitwort zur deutschen Ausgabe (Leseprobe 1)

Vorwort von Violet Oaklander (Leseprobe 2)

Einleitung (Leseprobe 3)

01 Erster Tag: Eine Beziehung aufbauen (Leseprobe 4)
02. Zweiter Tag: In Kontakt gehen
03. Dritter Tag: Das Selbst erfahren
04. Vierter Tag: Arbeit mit aggressiver Energie und Wut
05. Fünfter Tag: Musik-Erfahrung
06. Sechster Tag: Sandspiel-Tag
07. Siebter Tag: Geschichten, Metaphern und Puppen
08. Achter Tag: Praktikumstag
09. Neunter Tag: Selbstheilung
10. Zehnter Tag: Abschluss
11. Epilog: Ton, Kultur und Alter. Die Arbeit nach Oaklander in Südafrika
12. Nachwort: Hintergrund und Methodik der Studie

Literaturempfehlungen zur Gestalttherapie

Anmerkungen

Literatur

 

Anke und Erhard Doubrawa: Geleitwort der Herausgeber

Über drei Jahrzehnte hat die bekannte amerikanische Therapeutin Violet Oaklander ihr zweiwöchiges Trainingsprogramm „Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen“ in Santa Barbara/Kalifornien durchgeführt. Über drei Jahrzehnte hat dieses besondere Intensivprogramm Therapeutinnen und Therapeuten aus der ganzen Welt angezogen, die Anregung und Unterstützung für ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen suchten. Aber leider bietet sie dieses Intensivtraining aus Altersgründen nun nicht mehr an.

Doch für alle, die nie oder nicht mehr die Gelegenheit zur Teilnahme hatten, kommt hier die gute Nachricht: Zehn Jahre war der amerikanische Psychologe Peter Mortola jeden Sommer bei diesem Training dabei, zunächst als Teilnehmer, dann als Assistent und Dokumentator und schließlich – während der letzten fünf Jahre – als Violet Oaklanders Co-Trainer. Nun hat er das ultimative Praxisbuch über das Violet-Oaklander-Trai-ning geschrieben: Tag für Tag dokumentiert er das Intensivseminar: Violet Oaklands Theorie, wie auch ihre Methoden. Ihre Lehreinheiten und genauso ­ihre Übungsanleitungen.

Er schildert dabei nicht nur die Ereignisse jedes Trainingstages, sondern schließt daran immer auch die Analyse und Reflektion der Lerninhalte und -prozesse im Hinblick auf Oaklanders therapeutischen Ansatz und dessen Vermittlung ein.

Wir sind überzeugt, dass dieses Buch Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, eine Fülle von praktischen Anregungen für Ihre Arbeit mit Kindern und ­Jugendlichen geben wird – gleichermaßen, ob Sie in den Feldern Psycho­therapie und Beratung oder im Bereich der Pädagogik tätig sind.

*

Und wir würden uns freuen, wenn dieses Buch Sie auch auf den zugrundeliegenden therapeutischen Ansatz neugierig machen würde: die Gestalt­therapie, die von den deutschen Psychoanalytikern Fritz und Lore Perls entwickelt und u.a. von Violet Oaklander vertieft und weiterentwickelt worden ist. In den Anhang dieses Buches haben wir deshalb Literaturempfehlungen zur Gestalttherapie aufgenommen (ab S. 251) und außerdem den Hinweis auf die Praxisadressenlisten des „Therapeutenadressen Service“ – u.a ­„Gestalttherapie mit Kindern und Jugendlichen“ und „Supervision mit dem Gestaltansatz“ (S. 271).

Schließlich möchten wir an dieser Stelle ausdrücklich Gordon Wheeler danken, dem Präsidenten des Esalen-Instituts in Big Sur/Kalifornien und Verleger der amerikanischen „Gestalt Press“. Er hat uns dieses von ihm erstveröffentlichte Buch besonders ans Herz gelegt – mit Recht, wie wir finden.

Anke und Erhard Doubrawa, Herausgeber

Gestalt-Institut Köln (GIK)

Foto: Violet Oaklander
Violet Oaklander

Violet Oaklander: Vorwort

Es ist mir eine große Freude, diesem vortrefflichen Buch einige einführende Worte voranzustellen. Können Sie sich vorstellen, wie es ist, wenn jemand so sehr an Ihrer Arbeit interessiert ist, dass er Jahre damit verbringt, sie zu begleiten, zu analysieren und darüber zu schreiben? Manchmal denke ich, dass Peter Mortola eine Art Schutzengel ist.

Seit 1981 führe ich das zweiwöchige Intensivprogramm, das Peter in diesem Buch beschreibt, jährlich durch; sechs Jahre lang sogar zweimal im Jahr. Die Arbeit macht mir viel Freude, sie ist sehr intensiv, zuweilen anstrengend und manchmal auch einsam. Wahrscheinlich gab es Zeiten, in denen ich ­ihren allgemeinen Wert aus dem Blick verloren und zu viel Zeit damit verbracht habe, die Rahmenbedingungen zu schaffen, um diese Arbeit überhaupt möglich zu machen. Ja, ich weiß, dass Menschen aus der ganzen Welt zu diesen Workshops kommen. Mir ist auch bewusst, dass es kaum ein vergleichbares Angebot gibt und das Bedürfnis, eine gute und fundierte Arbeit mit Kindern zu erlernen, immens groß ist. Und anscheinend sind die Leute von dieser Arbeit absolut begeistert. Aber wenn der Workshop zu Ende ist und die Teilnehmer wieder abreisen, dann räume ich auf, packe das ganze Material zusammen (keine leichte Aufgabe), und das war’s. Ab und zu höre ich von einem Teilnehmer, wie der Workshop seine Arbeit mit Kindern ­positiv beeinflusst hat, aber dann bin ich bereits wieder in mein normales Leben zurückgekehrt. Während dieser zwei Wochen, so scheint es mir, werde ich ganz und gar lebendig, und wenn sie vorbei sind, gehe ich zurück in mein alltägliches Leben. So ging es einige Jahre.

Dann kam Peter. Ich begegnete ihm zum ersten Mal, als ich 1987 nach Santa Barbara zog. Er war im Pädagogischen Seminar an der University of California in Santa Barbara auf mein Buch gestoßen. Als er hörte, dass ich hier war, bat er mich um ein Treffen; er wollte mit mir über ein Arbeitsbuch für einen Schauspielkurs für Kinder und Jugendliche sprechen, ein Projekt, das die Schauspielerin Jane Fonda plante. Es kommt mir vor, als hätten wir seit diesem ersten Treffen nie mehr aufgehört, miteinander zu reden. Obwohl er vor sechs Jahren nach Oregon gezogen ist, um dort am Lewis and Clark College als Dozent im Fach Psychologische Beratung zu arbeiten, reden wir immer noch häufig miteinander. Außer dem jährlich stattfindenden Sommerworkshop haben wir inzwischen auch in New York, in Cleveland und (erstaunlicherweise sogar) in Südafrika Workshops miteinander durchgeführt.

Peters Interesse an meiner Arbeit hat mir wieder neuen Schwung gegeben. Irgendwann kam ihm die Idee, über meine Arbeit zu schreiben, und schließlich wurde daraus seine Dissertation. Zehn Jahre lang nahm er jeden Sommer an dem Training teil, zunächst als Teilnehmer, dann als Helfer und Dokumentator und schließlich – während der letzten fünf Jahre – als mein Co-Trainer. Nun war ich mit meiner Arbeit nicht mehr allein, sondern hatte jemanden gefunden, mit dem ich über all die Dinge reden konnte, die während des Workshops passierten; und ich bekam das Feedback, das nur ­jemand geben kann, den diese Arbeit genau so interessiert und fasziniert wie mich selbst.

Abgesehen von der Freude, die das gemeinsame Arbeiten und Lachen mit Peter mir bereitet hat, gibt es noch etwas, das mir sehr wichtig geworden ist: Peter hat die Fähigkeit, meine Arbeit aus einer für mich neuen und ungewohnten Perspektive zu betrachten. Er hat Muster in meiner Arbeit entdeckt, die mir früher nie bewusst gewesen waren. Er stellt Verbindungen zwischen meinem eigenen Arbeitsansatz und anderen Ansätzen – beispielsweise der erzählenden Arbeit – her, was mir früher so nie in den Sinn gekommen wäre. Durch die endlosen Interviews, die er mit mir geführt hat, hat er mich gewissermaßen gezwungen, noch einmal neu nachzudenken. Dadurch konnte ich verschiedene Aspekte meiner Arbeit auf eine für mich selbst völlig neuartige Weise erklären. Vieles von dem, was ich tue, geschieht intuitiv; umso überraschender war für mich die Erfahrung, dass ich imstande bin, meine eigene Arbeit auch konzeptionell zu beschreiben.

Peter und ich sind ein großartiges Team. Während des Trainings vermittelt er den Teilnehmern einen Überblick über die Struktur der Arbeit und gibt Hilfestellungen bei der Analyse und Synthese der laufenden Prozesse. Dadurch hat er die beiden Wochen des Workshops ungemein bereichert. Aus den Rückmeldungen, die wir bekommen, weiß ich, dass die Teilnehmer das genau so empfinden. Am Ende jedes Tages werfen wir unsere Ideen zusammen und sprechen über unsere Gefühle; – eine Erfahrung, die ich vor unserer Begegnung so nicht habe machen können, und die enorm ­dazu beiträgt, den Teilnehmern gute und wichtige Erfahrungen zu ermöglichen.

Doch die Sache hat noch einen anderen Aspekt. Peter hat nicht nur über meinen Arbeitsansatz geschrieben, sondern ist selbst zu einem integralen Teil dieses Ansatzes geworden. Er lebt diesen Ansatz und glaubt an ihn. ­Unnötig zu sagen, dass auch meine Zeit weiterläuft, und inzwischen habe ich das Alter, in dem die meisten Menschen sich zur Ruhe setzen, deutlich überschritten. Manchmal habe ich das Gefühl, genug gearbeitet zu haben; dann möchte ich mich einfach nur noch zurücklehnen – und natürlich schreiben. Ich glaube nicht, dass ich das Training ohne Peter heute noch durchführen könnte. Es gibt viel Planungs- und Verwaltungs-arbeit und jede Menge Schlepperei. Ich weiß, dass das Training wichtig ist, Peter ebenso, und er ist bereit, im Rahmen

seiner Möglichkeiten alles dafür zu tun, dass es weitergeht. Er kennt das Programm so gut und so genau, wie ich selbst es nie habe beschreiben können. Er kennt es aus vielen verschiedenen Perspektiven: als Teilnehmer und Beobachter ebenso wie als „Schlepper“, Organisator und als Lehrer.

Dank dir, Peter, für dieses Buch. Ich hoffe, dass es allen, die es lesen, eine Idee davon vermittelt, was es heißt, ein solches Trainingsprogramm zu er­arbeiten und durchzuführen und dass es zeigt, wie komplex das Ansinnen ist, Erwachsenen beizubringen, wie sie mit Kindern und

Jugendlichen auf ­lebendige und effektive Weise arbeiten können.

Violet Oaklander, PhD

Santa Barbara, Kalifornien

 

Foto: Peter Mortola
Peter Morola

Peter Mortola: Einleitung

Über dieses Buch

Dieses Buch behandelt zwei miteinander in Beziehung stehende Themen: zum einen beschreibt es Dr. Violet Oaklanders besonderen Zugang zur Therapie mit Kindern und Jugendlichen, zum anderen dokumentiert es ihre Trainingsmethoden für Therapeutinnen und Therapeuten, die selbst mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Diese beiden Themen sind insoweit miteinander verwandt, als es zwischen Dr. Oaklanders Therapieansatz mit Kindern und ihren Trainingsmethoden für Erwachsene wichtige Parallelen gibt, die in diesem Buch beschrieben werden. Das Ergebnis ist ein Text, der für all die-jenigen von Interesse sein dürfte, die im therapeutischen, beratenden oder päd-agogischen Kontext mit Kindern oder

Jugendlichen arbeiten. Letztlich – denke ich – wird dieses Buch jeden interessieren, der sich mit der grundlegenden Frage auseinandersetzt, die auch mich immer wieder beschäftigt: Wie kann es gelingen, Kinder wirklich zu verstehen und effektiv mit ihnen zu arbeiten?

 

Über Violet Oaklanders Theorie und Praxis

Dr. Violet Oaklander ist eine Pionierin der Therapie mit Kindern und Jugend­lichen. In ihrem 1978 erschienenen Buch Windows to our Children: A Gestalt Therapy Approach to Children and Adolescents präsentiert sie ein Modell für die therapeutische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, das für viele Therapeuten auf der ganzen Welt große Bedeutung gewonnen hat. Bis heute liegt dieses Buch in zehn Sprachen vor: englisch, spanisch, portugiesisch, italienisch, serbokroatisch, kroatisch, russisch, chinesisch, hebräisch und deutsch. Zur Zeit wird außerdem an einer koreanischen sowie einer tschechischen Übersetzung gearbeitet. Darüber hinaus findet Windows to our Children weltweit Anwendung in der Aus- und Weiterbildung an Schulen und Universitäten, so etwa in Australien, Neuseeland, Südafrika, Brasilien, Israel, Kanada, den Vereinigten Staaten sowie in vielen europäischen Ländern. Trotz ihres internationalen Ansehens als Psychotherapeutin, Fachfrau und Trainerin, liegt der Schlüssel zu Dr. Oaklanders Erfolg in ihrem sehr persönlichen und beziehungsorientierten Stil, der sowohl ihre Arbeit als auch ihr Schreiben prägt. Um diesen persönlichen und beziehungsorientierten Ansatz ihrer Arbeit zu würdigen, möchte ich Dr. Oaklander von nun an mit dem Namen nennen, den fast jeder benutzt, der sich auf sie oder ihre Arbeit bezieht: Violet.

Nachdem Violet 20 Jahre in eigener Praxis in Kalifornien als Therapeutin mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet hat, schreibt sie zur Zeit an ­einer Fortsetzung ihres ersten Buches und arbeitet als Supervisorin mit anderen Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten. Hinzu kommen Ein­ladungen zu nationalen und internationalen Fachkongressen. Im April 2000 beispielsweise nahmen in Südafrika ca. 500 Mitarbeiter psychiatrischer und psychotherapeutischer Einrichtungen an Trainingsveranstaltungen teil, zu denen sie eingeladen worden war. Und erst kürzlich trat sie als Hauptreferentin in drei großen internationalen Fachkonferenzen zur Therapie mit Kindern auf: in Cork (Irland), Graz (Österreich) und Mexico City (Mexiko).

Jedes Jahr bietet Violet in Santa Barbara (Kalifornien) ein zweiwöchiges Intensiv-Sommerprogramm für Fachleute aus dem Bereich der Kinder- und Jugendlichen-Therapie an. Auf dieses Sommerprogramm konzentriert sich auch das vorliegende Buch. Ich schreibe diese Einleitung im Frühjahr 2005, und der für Juli geplante Sommerworkshop ist bereits seit Anfang Februar ausgebucht. Wie immer gibt es eine Warteliste, und wie immer ist der Workshop auch in diesem Jahr international besetzt. Die Teilnehmer kommen aus Mexiko, Südafrika, Irland, Italien, Saudi Arabien und Hong Kong.

Was also ist es, das die Fachleute aus so unterschiedlichen kulturellen Hintergründen an Violets Arbeit fasziniert? Was kann man aus der genauen Beobachtung ihrer therapeutischen Methoden in der Arbeit mit Kindern und ihren Trainingsmethoden mit Erwachsenen lernen? Seit ich vor zehn Jahren Violets Arbeit kennenlernte, seit ich anfing, ihre Texte zu lesen und ihre Workshops zu besuchen, beschäftigen mich diese Fragen. Um diesen beiden Fragen wirklich nachzugehen, brauche ich tatsächlich den gesamten Umfang dieses Buches. In dieser kurzen Einleitung möchte ich zwei Punkte ansprechen, die nicht nur die Grundlage für Violets Popularität unter Fachleuten bilden, sondern auch für ihren umfassenden Beitrag zur Therapie mit Kindern überhaupt. Erstens verfügt Violet über eine einzigartige theoretische Perspektive für die Therapie mit Kindern und Jugendlichen, deren Sinn und Bedeutung von vielen Fachleuten bestätigt wird. Zweitens ist sie in der Lage, diese theoretische Haltung mit scheinbar großer Leichtigkeit in die Praxis umzusetzen und den Praktikern dadurch den Zugang zu erleichtern. Mit einem Wort: Violet weiß, wovon sie redet.

Violets einzigartige theoretische Orientierung für ihre therapeutische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen basiert auf der Theorie der Gestalttherapie (Perls et al., 1951). Obwohl viele im therapeutischen Bereich Tätige einen flüchtigen Einblick in die Theorie der Gestalttherapie haben – etwa durch das bekannte „Gloria-Video“, das den konfrontativen Stil von Fritz Perls demonstriert –, hat kaum jemand die Gestalttherapie für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen adaptiert. Ja mehr noch: die Gestalttherapie wird allgemein eher mit der Anwendung bestimmter Tricks oder Techniken assoziiert (z.B. mit dem „leeren Stuhl“) und die Tiefe und Weite ihrer theoretischen Aussagen weitgehend verkannt (Perls, L. 1992). Nach der Lektüre des Buches Windows to our Children oder der Teilnahme an Violets Training, ­bekommen viele Therapeuten jedoch eine Idee von der Fülle und Einzig­artigkeit, die ihre gestalttheoretische Orientierung zu bieten hat.

Die Einzigartigkeit von Violets theoretischem Gestaltansatz zeigt sich u.a. in ihrem tiefen und unerschütterlichen Glauben an die zentrale Bedeutung einer authentischen Beziehung für den therapeutischen Prozess. Ohne den, wie sie es nennt, „Beziehungsfaden“ zwischen Kind und Therapeut kann therapeutische Arbeit nicht gelingen. Violets Haltung zum Wert der therapeutischen Beziehung basiert auf Martin Bubers Beschreibung der „Ich-Du“-Beziehung, in der zwei Individuen sich als Gleiche gegenüber­treten und offen bleiben für das, was ihre Begegnung hervorbringen mag.

Wie Buber sagt: „Alles wahre Leben ist Begegnung.“

Violets theoretische Haltung zu einer authentischen Beziehung beinhaltet für diejenigen, die an ihrem Therapieansatz interessiert sind, sowohl eine Herausforderung als auch eine Einladung. Die Herausforderung besteht darin, dass der Therapeut dem Kind oder Jugendlichen im therapeutischen Prozess auf authen­tische Weise begegnen muss (Latner, 1973). Aus gestalttherapeutischer Perspektive ist es nicht hilfreich, die Rolle eines „Experten“, einer „Autorität“ oder eines „Klischeetherapeuten“ einzunehmen (Polster, 1973). Der Therapeut muss sich selbst auf authentische Weise in die therapeutische Begegnung einbringen und so das Kind anregen, sich ebenfalls authentisch einzubringen. Aber wie tut man das innerhalb der gesunden und verantwortungsvollen Grenzen, deren eine therapeutische Beziehung zu Kindern bedarf? Wir werden sehen, wie Violet dieses Thema in den unterschiedlichsten Settings immer wieder neu „verhandelt.“

Zwar ist es so, dass Authentizität innerhalb der therapeutischen Beziehung eine Herausforderung darstellt, andererseits beinhaltet Violets beziehungsorientierter Ansatz aber auch ein Angebot und ein gewisses Maß an Freiheit, denn er lädt den Therapeuten ein, in seiner Arbeit ganz er selbst zu sein und nicht in künstliche Rollen zu schlüpfen, die nicht zu ihm passen oder ihm sinnlos erscheinen (Nevis, 1992). Ich betone diesen Aspekt der Einladung zur Authentizität deshalb, weil sehr viele Vorbilder in der Arbeit mit Kindern (sowohl im therapeutischen als auch im pädagogischen Feld) gerade Wert darauf legen, dass man bestimmte vorgefertigte Rollen einnehmen und mit Hilfe dieser Rollen eine persönliche Distanz erzeugen solle. In diesem Verständnis gibt es eine Reihe verschiedener Varianten: Manche Therapeuten lernen, die Probleme des Kindes zu erkennen, eine Expertenrolle einzunehmen und dem Kind zu sagen, wie es seine Probleme lösen kann; andere lernen, das Kind beim Spiel zu beobachten, die Distanz zu wahren und lediglich widerzuspiegeln, was sie wahrnehmen; dann gibt es die Möglichkeit, die Bilder, die das Kind gemalt hat, zu interpretieren und dann diesen Interpretationen entsprechende Interventionen zu entwickeln; oder aber der Therapeut lernt, das kindliche Verhalten oder andere Variablen so zu manipulieren, dass sie dadurch ein gewünschtes Ergebnis erzielen. Keiner dieser Ansätze misst einer authentischen, nicht-hierarchischen Beziehung zwischen Kind (Klient) und Erwachsenem (Therapeut) eine für den therapeutischen Prozess und den Therapieerfolg zentrale und entscheidende Bedeutung zu.

Im Gegensatz dazu hat Violet eine einzigartige theoretische Haltung eingenommen, beschrieben und umgesetzt, in der die Beziehung zwischen Kind und Therapeut im Zentrum des therapeutischen Prozesses steht. Diese theoretische Haltung ermöglicht es Violet, das zu benennen und mit dem zu arbeiten, was auf der Beziehungsebene geschieht, und zwar in dem Moment, in dem es geschieht. In der Arbeit mit einem Kind, das Schwierigkeiten mit seiner Aufmerksamkeit hat, könnte sie beispielsweise mit dem Kind auf dem Boden sitzen und mit Ton arbeiten, um ihm zu helfen, nicht nur mit dem Material in der Hand, sondern auch mit ihr als Therapeutin einen soliden Kontakt herzustellen. Auf diese Weise nutzt Violet ihren theoretischen Zugang der beziehungsorientierten Arbeit gleichermaßen in therapeutischer und diagnostischer Hinsicht, als Möglichkeit, Probleme zu erkennen und darauf einzugehen. Im Verlauf dieses Buches betont Violet immer wieder, dass wenn ein Kind Schwierigkeiten hat, eine Beziehung aufzubauen, die Arbeit genau an diesem Punkt ansetzen muss. Konkrete Beispiele hierfür finden sich in vielen der folgenden Kapitel.

Die knappe Beschreibung von Violets Arbeit mit Ton zeigt, was so viele Fachleute an ihrer Arbeit anspricht: Violet hat eine theoretische Orientierung, die eine große Fülle an Ideen beinhaltet; sowohl Ideen dazu, worunter Kinder leiden als auch dazu, wie ihnen geholfen werden kann. Mit anderen Worten: Violets Ansatz beantwortet die schwierige Frage, der viele Fachkräfte sich immer wieder ausgesetzt sehen, was nämlich mit einem Kind oder Jugendlichen in der Therapie eigentlich zu tun sei (tatsächlich war vor der Veröffentlichung von Windows to our Children eigentlich ein anderer ­Titel vorgesehen, nämlich What Do I Do with the Kid? [Was mache ich mit dem Kind?]).

Was man mit Kindern in der Therapie macht, zeigt Violet in diesem Buch, nämlich eine authentische Beziehung zu ihnen aufbauen und sie dabei unterstützen, einen gesunden Kontakt mit sich selbst und ihrer Umwelt aufzubauen, damit sie dafür sorgen können, ihre Bedürfnisse befriedigt zu bekommen und sich auf produktive Weise weiterentwickeln können. Kinder geraten dann vom Weg einer gesunden Entwicklung ab, wenn sie Beziehungen erleben, die nicht unterstützend sind und wenn sie daran gehindert werden, einen gesunden Kontakt mit sich und ihrer Umwelt zu etablieren. Violet ist davon überzeugt, dass die Erfahrung einer gesunden Beziehung und ­eines guten Kontaktes im therapeutischen Kontext sich heilend auf das verletzte Kind auswirkt. Aus ihrer gestalttherapeutischen Perspektive hilft diese gelebte Erfahrung von Beziehung und Kontakt den Kindern bei der Wiederherstellung ihrer Selbst-

regulationsfähigkeit. Violet arbeitet, um „das Selbst zu stärken“, wie sie sagt, nicht, um es zu kontrollieren oder zu manipulieren. So spiegelt Violets Ansatz „ein tiefes Vertrauen an das jedem Menschen innewohnende Streben nach Wachstum und Ganzheit“ (Wheeler, 2005) wider. Einer der Gründe, warum ich mit dieser Einleitung auf die theoretische Komplexität und Fülle hinweise, die Violets therapeutischem Ansatz zugrundeliegt, ist, dass ihre Arbeit manchmal täuschend simpel und einfach aussieht. Die Eleganz, mit der sie die Theorie in der therapeutischen Arbeit mit den Kindern bzw. dem Aufbau des Trainings für Erwachsene umsetzt, kann dazu führen, dass man die tiefe theoretische Fundierung ihrer Arbeit übersieht. In ihren Wurzeln greift Violets theoretischer Ansatz die grundlegendsten philosophischen Fragen zu kindlichen Lern- und Wachstumsprozessen auf. Epistemologisch betrachtet, beschreibt und demonstriert ihr gestaltbasierter Ansatz, wie Kinder durch Beziehungen zu anderen Wissen über sich selbst und ihre Welt hervorbringen. Noch tiefergehend und unter ontologischen Aspekten betrachtet, zeigt ihr Ansatz, wie Kinder durch ihre Beziehungen zu anderen und zu ihrer Umwelt zu dem werden, was sie sind. Wichtig ist auch, dass Violets theoretischer Zugang zur Arbeit mit Erwachsenen im Trainingszusammenhang deutlich zeigt, wie auch Erwachsene durch diesen beziehungsorientierten, konstruktivistischen Ansatz lernen und sich weiterentwickeln.

Die aufmerksame Lektüre der folgenden Kapitel wird nicht nur praktische Ideen und Anregungen zur Arbeit mit Kindern und Erwachsenen aufzeigen, sondern auch, wie diese Methoden in der Theorie der Gestalttherapie verwurzelt sind, die sich während der letzten 50 Jahren weiterentwickelt hat. Zwar werde ich in den folgenden Kapiteln auf einige Aspekte dieser Theorie eingehen, möchte aber denjenigen Lesern, die an einem tieferen Einblick interessiert sind, die umfangreiche Literatur zu diesem Thema ans Herz legen (z.B. Latner, 1973; Nevis, 1992; Oaklander, 1999; Perls etal., 1951; Perls, L., 1992; Polster & Polster, 1973; Wheeler, 1991, 2000, um nur einige Autoren zu nennen).

 

Zur Struktur dieses Buches

Die Form dieses Buches ist an Violets zweiwöchiges Sommer-Training angelehnt. Die ersten zehn Kapitel beschreiben die Ereignisse je eines Seminar-Tages. Außerdem schließt jedes dieser zehn

Kapitel mit einem Abschnitt, der mit „Reflexion“ überschrieben ist und in dem ich die Ereignisse des Tages und im Gesamtzusammenhang des zweiwöchigen Trainings reflektiere und analysiere. Diese Reflexion betont die eher strukturellen und direktiven Aspekte von Violets Arbeit und steht insofern im Gegensatz zu ihrer flüs­sigen und nicht-direktiven Arbeitsweise in Therapie und Training. Mein Wunsch ist, dadurch zu einem umfassenderen Verständnis ihrer Arbeit beizutragen.

Im elften Kapitel, einer Art Epilog, folgen wir Violet nach Südafrika, um auch interkulturelle Aspekte ihrer Arbeit deutlich zu machen, wobei auch dort ansässige und praktizierende Therapeuten zu Wort kommen. Im zwölften und letzten Kapitel gehe ich ausführlicher auf den Hintergrund und die Methodik meines eigenen Langzeit-Forschungsprojektes bezüglich Violets Arbeit ein, aus dem die Daten für dieses Buch und deren Analyse hervorgegangen sind.

Kurz zusammengefasst, stammt der wesentliche Anteil der für dieses Buch relevanten Daten aus dem Sommer 1997 als Teil eines größeren Forschungsprojektes, das von 1996 bis 2005 andauerte. Das Buch spiegelt im wesentlichen die Entwicklung dieses Sommerworkshops wider, der vom 14.-25. Juli 1997 stattfand. Da sich Violets Trainingsmethoden im Laufe der Zeit jedoch unweigerlich verändert haben, habe ich einige Elemente aus späteren Workshops (1998-2004) hinzugefügt, so dass ein realistischerer Eindruck des Trainings und seiner Weiterentwicklung entstehen konnte. Dadurch ist das Buch zwar eine Art Mischung aus Violets Sommerwork­shops, aber jeder, der an einem dieser Workshops teilgenommen hat, wird große Teile davon wiedererkennen. Und diejenigen, die Violets Sommer-Intensiv-Training nicht kennengelernt haben, werden nach der Lektüre dieses Buches in der Lage sein, die zugrundeliegenden Formen und Lektionen dieses Trainings zu verstehen.

Dieses Buch soll in mehrfacher Hinsicht eine Brücke schlagen. Erstens verbinde ich durch den Aufbau der einzelnen Kapitel beschreibende Beobachtung, Reflexion und Analyse. Zweitens zeige ich die Verbindungen und Parallelen zwischen Violets Arbeit mit Erwachsenen im Kontext des Trainings und ihrer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Kontext der Therapie auf. Und schließlich zeige ich dadurch, dass das Buch in Santa Barbara beginnt und in Südafrika endet, dass Violets Ansatz selbst als Brücke für die vielen Professionellen dienen kann, die in unterschiedlichen kulturellen Kontexten mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Durch das herausarbeiten dieser Verbindungen, hoffe ich durch dieses Buch nicht nur ein „Fenster“ zu Violets Therapie- und Trainingsmethoden zu öffnen, sondern auch einen hilfreichen Rahmen für die Betrachtung und das tiefere Verständnis ihrer Arbeit anbieten zu können. Violets bahnbrechendes Buch Windows to our Children wurde geschrieben, um Erwachsenen einen besseren Einblick in das emotionale Leben von Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen. Das zentrale Anliegen dieses Buches ist es, dem Leser einen hilfreichen Einblick – ein gut gerahmtes Fenster – in Violets Trainingsmethoden mit Erwachsenen zu eröffnen, damit sie diese Arbeit mit Kindern und Jugendlichen erfolgreich durchführen können.

 

Danksagungen

Da es in diesem Buch im wesentlichen um den menschlichen Prozess der Auseinandersetzung, der Veränderung und des Lernens geht, hätte ich die folgenden Kapitel nicht schreiben können, wenn nicht viele Menschen ­bereit gewesen wären, sich selbst auf diese Auseinandersetzungen, Veränderungen und Lernprozesse einzulassen. Aus diesem Grund bin ich jedem ­einzelnen Workshopteilnehmer sowie den Gast-Kindern, die mir erlaubt ­haben, über ihre – manchmal sehr persönlichen – Erfahrungen im Laufe des Trainings zu schreiben, aufrichtig dankbar.

Mein herzlicher Dank gilt außerdem Jeffrey Fletcher, Robert Lee, Jon Snyder, Elizabeth Stephens und Gordon Wheeler für ihre Unterstützung und Ermutigung beim Schreiben dieses Textes. Mein größter Dank richtet sich natürlich an Violet, die mir nicht nur viele Jahre lang die Tür in ihr Intensiv-Training geöffnet hat, sondern auch ihren Geist und ihr Herz mit aufrichtigem Vertrauen und in tiefer Freundschaft. Es war ein wahrhaft inspirierendes Geschenk für mich, zu sehen, wie tiefgehend die Hilfe sein kann, die aus deiner Arbeit erwächst – in so vielen unterschiedlichen Settings und mit so vielen Einzelnen und Gruppen.

 

Erster Tag: Montag

Eine Beziehung aufbauen

„Lasst uns anfangen“

Durch die Tür des Konferenzraumes kommen Menschen aus aller Herren Länder. Marisa kommt aus Brasilien, Dawn aus Neuseeland, und Juan Carlos sagt, er komme aus einer wunderschönen Stadt am Rande von Mexico City. Ich höre die portugiesische Sprachmelodie, die sich mit dem leicht ­nasalen Englisch vom südlichen Mississippi mischt. Es ist der erste Tag von Violet Oaklanders „Intensiv-Sommertraining“ an einem Montagmorgen Mitte Juli in Santa Barbara, Kalifornien, und – wie in all den Jahren zuvor – ein internationaler Workshop.

Die bunt gemischte Gruppe besteht aus 24 Teilnehmern. Jeder steckt sich ein Namensschild an, nimmt sich eine Mappe mit Arbeitsunterlagen und sucht sich einen Sitzplatz im Außenkreis oder auf einem der niedrigen Sessel. Während die Teilnehmer sich auf ihren Plätzen einrichten, stellt ­Violet den CD-Spieler leiser, und die ruhige Musik klingt aus. Dann bittet sie alle Anwesenden um Aufmerksamkeit. „Okay“, sagt sie. „Lasst uns anfangen.“

Obwohl Violet eine weltberühmte Therapeutin und Trainerin ist, hat sie einen ruhigen, fast lässigen Stil. Sie trägt ein T-Shirt mit einer bunten Zeichnung und dem aufgedruckten Satz „Mein Kopf ist voller Kinder.“ Als sie ihre Brille sucht, macht sie eine humorvolle Bemerkung, lacht ein bisschen, und einige der Teilnehmer stimmen in dieses Lachen ein. Sie begrüßt alle herzlich, erzählt von ihrer Aufregung, weil die meisten der Teilnehmer ­einige Anstrengungen unternehmen mussten, um hierher zu kommen, und verkündet in sachlichem Ton, dass es einiges zu organisieren gibt. Dann geht sie ­eine lange Liste durch; die Themen reichen von „Wo gibt es Kaffee“ bis dahin, dass sie das Feedback „kontrollieren“ wird, das die Teilnehmer nach einer Einzelarbeit in der Gruppe geben können.

Obwohl ich inzwischen an vielen von Violets Sommerworkshops teilgenommen habe, bin ich zu Beginn doch immer etwas nervös. Wahrscheinlich bin ich mit diesem Gefühl nicht allein, denn schließlich ist jeder von uns Mitglied einer ganz neuen Gruppe. Ich schaue mich um und sehe hier und da ein schüchternes Lächeln, den einen oder anderen unsicheren Blick, aber ich spüre auch die Aufregung, die mit diesem Anfang verbunden ist und die wir während der nächsten zwei Wochen miteinander teilen werden.

Selbst die allseits spürbare Anfangsnervosität löst sich erstaunlich schnell auf. Violet tut einiges dafür, den Auftakt dieses Workshops so angenehm wie möglich zu gestalten. Sie zögert nicht, sich von Anfang an mit den Details zu beschäftigen. Es ist irgendwie beruhigend zu sehen, wie sie die Runde durchgeht und auf sehr respektvolle Weise mit jedem einzelnen überprüft, ob Name und Anschrift auf dem von ihr vorbereiteten Plan korrekt sind. Dann bittet sie die Teilnehmer, sich kurz vorzustellen, zu erzählen, wo sie herkommen, warum sie hier sind und was sie sich von dem Training wünschen. Es ist faszinierend, den einzelnen Gruppenmitgliedern zuzuhören – und dem hier und da unüberhörbaren irischen, spanischen oder neuseeländischen Akzent.

In diesem Jahr kommen zwei Teilnehmer aus Mexico, zwei aus Irland, einer aus Brasilien und einer aus Neuseeland. Sieben sind aus den USA, darunter aus Mississippi, Texas, Montana, Oregon und Ohio. In der Anfangsrunde erwähnen die meisten, dass sie bereits jahrelange Erfahrung in der Beratung und Therapie mit Kindern und Heranwachsenden haben. Die Bandbreite der Arbeitsfelder reicht von kommunalen Gesundheitsdiensten über Schulen und Institutionen der Kinderpflege bis hin zu Krankenhäusern und Kliniken. In diesem Jahr haben wir 21 Frauen und drei Männer (mich selbst nicht mitgezählt) in der Gruppe. Vier Teilnehmer sind Ph.D.s, davon drei Psychologen. Die meisten anderen haben Master-Abschlüsse in Psychologie oder Pädagogik. Man kann sagen, dass diese Gruppe im Hinblick auf Geschlechterverteilung, Berufsbild und internationale Herkunft das Bild der letzten Jahre sehr gut widerspiegelt.

Die sechste Teilnehmerin, Joan, eine Sozialarbeiterin aus Mississippi erwähnt in der Anfangsrunde Violets Buch Windos to our Children und sagt: „Dein Buch ist für mich wie eine Bibel. Abends liegt es an meinem Bett, und wenn ich das Gefühl habe, ich brauche eine Anregung für meine Arbeit, schaue ich regelmäßig hinein.“ Ihre Bemerkung wird mit viel Nicken und Lächeln aus der Gruppe beantwortet, und im weiteren Verlauf der Anfangsrunde bestätigen die anderen Teilnehmer Joans Gedanken immer wieder. In den vergangenen Jahren habe ich Violet mit diesen biblischen Vergleichen bezüglich ihres Buches immer wieder aufgezogen – vor allem, weil sie in einer jüdischen Familie aufgewachsen ist und politisch sehr progressive Eltern hatte, die zudem noch Atheisten waren. Wir machen uns einen heimlichen Spaß daraus, in jeder neuen Gruppe darauf zu warten, wer als erster diese „biblische“ Bemerkung macht. Und wenn es dann passiert, muss ich jedesmal innerlich schmunzeln. Gleichzeitig habe ich großen Respekt davor, dass ihr Buch viele Teilnehmer sehr tief berührt. Sie erzählen ganz begeistert und mit großer Dankbarkeit davon, wie sehr dieses Buch ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen beeinflusst hat. Und tatsächlich war es diese – von Fachleuten aus der ganzen Welt geäußerte – große Wertschätzung ihres Buches und ihrer Arbeit, die in mir die Neugier und das Interesse geweckt hat, selbst herauszufinden, wie sie es eigentlich schafft, in ihren Trainingsworkshops so unterschiedliche Menschen anzusprechen und zu begeistern. Was ich dabei entdeckt habe, möchte ich in den folgenden Kapiteln aufzeigen.

Nachdem die Eingangsrunde beendet ist und wir eine Viertelstunde Pause gemacht haben, leitet Violet eine Übung an, die es der ganzen Gruppe noch etwas leichter machen soll, hier anzukommen und sich auf das Training einzulassen.

 

„Male dich selbst als Kind“

In ihrer Einführung hatte Violet darauf hingewiesen, dass jeder Tag des Workshops im Prinzip nach demselben Muster ablaufen wird: die Arbeitszeiten sind von 9.00 Uhr bis 16.30 Uhr mit kurzen Pausen am Vor- und am Nachmittag und einer etwas längeren Mittagspause. Als die Teilnehmer sich an diesem ersten Tag nach der Pause gerade wieder eingerichtet haben, sagt Violet: „Gut, dann malen wir jetzt ein Bild.“ Auf dem Boden vor ihr sind die Utensilien ausgebreitet: viele große Zeichenblätter, ein Stapel stabiler Zeichenbretter, große Kisten voller Pastellkreiden, Wachsstifte, Buntstifte und kleine Plastikschälchen, in denen jeder sammeln kann, was er zum Malen benötigt. Violet beginnt die Malübung mit folgenden Anweisungen:

Wir beginnen jetzt mit einer Erfahrung. Ich möchte euch bitten, es euch auf eurem Platz so bequem wie möglich zu machen. Ich möchte euch bitten, die Augen zu schließen. Am Anfang solcher Erfahrungen mache ich immer eine kleine Entspannungsübung. Wenn ich mit Kindern arbeite, mache ich die Übung ganz genau so wie jetzt mit euch. Das gilt für jedes Alter. Nun gehe also in dich und achte darauf, wie du dich fühlst. Bemerke, ob du irgendwo Schmerzen hast. Nimm einfach wahr. Nimm die Position deiner Beine wahr, die Position deiner Arme, und wenn dir danach ist, kannst du dich jederzeit bewegen. Wenn du deine Haltung verändern willst, dann verändere sie. Spüre den Druck des Stuhls und des Bodens auf deinen Körper. Wackle mit den Zehen. Spüre, wie du atmest. Nun möchte ich dich bitten, einen tiefen Atemzug zu nehmen. Hole Atem, halte den Atem, und lass ihn los. Noch einmal. Bemerke, dass deine Schultern immer ein wenig absinken, wenn du den Atem loslässt. Versuche das noch einmal. Nimm einen tiefen Atemzug und lass ihn wieder los.

Ich werde jetzt ein Geräusch machen. Ich möchte dich bitten, so lange wie möglich auf das Geräusch zu hören [sie schlägt zweimal hintereinander eine kleine Glocke an]. Jetzt möchte ich dich bitten, in die Zeit deiner Kindheit zurückzugehen und eine Kindheitserinnerung wahrzunehmen, die in dir auftaucht, während ich spreche. Das kann eine heitere Erinnerung sein, eine traurige Erinnerung, es kann eine wütende Erinnerung sein oder eine gemischte Erinnerung. Gehe zurück in der Zeit … vielleicht ganz weit zurück, oder in die mittlere Kindheit, oder auch in die Zeit deiner Jugend. Wähle eine Zeit aus. Und wähle eine Erinnerung. Es ist nicht nötig, dass du dich an jedes Detail erinnerst. Es kann auch eine ganz vage Erinnerung sein. Gehe in diese Erinnerung und nimm wahr, was in ihr passiert. Wo bist du? In welcher Umgebung bist du? Wer ist bei dir Oder vielleicht bist du auch allein?

Nun achte darauf, wie du dich in dieser Erinnerung fühlst. Spüre, wie es für dich ist, dieses Kind zu sein. Gleich werde ich dich bitten, dein Gefühl zu malen. Wenn du malst, denke daran, dass ich dein Bild nicht verstehen muss. Du kannst Farben, Linien, Formen benutzen oder kritzeln … was immer du möchtest. Du kannst mit oder ohne Farben malen; mach es so, wie du willst. Vielleicht möchtest du die Gefühle in Farben, Formen und Linien ausdrücken. Vielleicht möchtest du auch Strichmännchen malen, um es leichter zu haben. Es muss kein schönes Bild werden. Ich werde das Bild nicht benoten. Es dient nur dazu, deine Erinnerung auszudrücken.

Wenn du so weit bist, kannst du deine Augen öffnen und dir – ohne zu sprechen – ein Zeichenbrett und ein Blatt nehmen. Nimm dir eine Handvoll Pastellkreiden oder andere Stifte und lege sie in eine Schale. Du kannst im Raum bleiben oder nach draußen gehen; du kannst auch in den Aufenthaltsraum gehen, oder auf die Terrasse. Du hast ungefähr zehn Minuten Zeit, um dein Bild zu malen. Das reicht nicht für ein großartiges Bild. Wenn du so weit bist, möchte ich dich bitten, anzufangen. Nimm eine Handvoll Farben, und wenn du noch andere Farben brauchst, kannst du jederzeit zurückkommen und die Farben ­holen, die du brauchst.

Während die Teilnehmer langsam die Augen öffnen und schweigend ihre Materialien zusammensuchen, spüre ich, wie die Atmosphäre im Raum sich verändert. Normalerweise erlebt man in einer Gruppe aus lauter fremden, wenn auch professionellen Teilnehmern, am Anfang eher „oberflächliche“ Begegnungen, aber plötzlich herrscht eine entspannte Stille, und die Teilnehmer konzentrieren sich auf ihre Erinnerungen, auf die Wahl der Farben, der Formen und des körperlichen und emotionalen Ausdrucks, den die einfache Tätigkeit des Malens möglich macht. Nachdem ich mein eigenes Bild gemalt habe – in meiner Erinnerung ging ich in die sechste Klasse, war aus dem Krankenhaus nach Hause gekommen und hatte Besuch von Freunden bekommen –, schreibe ich die folgende Notiz an den Rand meines Bildes:

Die Leute sitzen auf dem Boden und malen schweigend mit Pastellkreiden. Violet sitzt da und schaut ihnen zu. Auch ich male ein Bild meiner Kindheit, und das Malen entspannt mich. Erst die Entspannung, dann das Malen und Schweigen mit der Gruppe – eine nonverbale Aktivität. (14. Juli 1997, 10:45 Uhr.)

Später, am Abend dieses ersten Tages, schreibe ich noch folgendes über diese Erfahrung vom Vormittag:

Ich hatte ein sehr starkes Gefühl, das sich änderte, als der Raum sich aus dem morgendlich formalen, verbalen, mit gekreuzten Beinen und dem Notizblock auf dem Schoß sitzenden Geschehen verwandelte: als ich mein erstes Bild gemalt hatte und mich umschaute, sah ich eine intensive, stille, nonverbale Aktivität, die den Raum mit Farbe füllte. Ich spürte Erregung, Engagement und Entspannung. (14. Juli, 21:26.)

Nach ungefähr zehn Minuten fordert Violet die Teilnehmer auf, zum Ende zu kommen. Als sie eine Minute später fertig sind, bittet sie alle, sich zu fünft zusammenzufinden und über die Bilder auszutauschen. Sie betont, dass es darum geht, „sich mit Hilfe der Bilder kennenzulernen“ und dass wir es vermeiden sollten, die Bilder zu analysieren. Nachdem die Teilnehmer sich nun also zunächst auf sich selbst konzentriert und dann schweigend ausgedrückt haben, beschreiben sie sich in kleinen Gruppen gegenseitig ihre Bilder. Als nach etwa 20 Minuten alle wieder zusammenkommen, fragt Violet nach allgemeinen Rückmeldungen zu der Übung. Eine Teilnehmerin spricht über das „kindliche Medium“ der Wachsmalstifte und Pastellkreiden und wie wichtig ihr das war, um ihre „Kindheitserfahrung ausdrücken“ zu können.

Ein anderer Teilnehmer äußert sich über den Unterschied zwischen Wachsmalstiften und Pastellkreiden und meint, mit den Pastellkreiden zu malen, sei ihm schwerer gefallen, andererseits hätten sie ihn aber etwas lockerer gemacht. Eine ähnliche Bemerkung hatte in meiner Kleingruppe auch Siobhan gemacht; sie meinte, dass diese „staubigen Pastellkreiden ihr geholfen hätten, mehr wie ein Kind zu malen.“ Als Siobhan das sagte, fiel mir ein, dass Violet, als wir am Abend vorher die Malutensilien zusammengestellt hatten, absichtlich mehr Pastellkreiden als Wachs- und Buntstifte ausgesucht hatte, um die Teilnehmer zu ermutigen, sich auf diese Art von Ausdrucks­erfahrung einzulassen. Auch hatte sie eine Bemerkung gemacht, dass der ­eigentliche Zweck der Übung darin bestand, sich an eigene Kindheits­erfahrungen zu erinnern: „Man kann diese Arbeit nicht machen, ohne sich daran zu erinnern, wie es ist, ein Kind zu sein.“

 

„Warum Kinder in die Therapie kommen“

Nachdem die Teilnehmer die Möglichkeit hatten, sich über ihre erste Mal­erfahrung auszutauschen, kündigt Violet an, dass sie gerne darüber sprechen möchte, „was Kinder in die Therapie führt.“ Gerade eben haben die Teilnehmer selbst eine starke sinnliche Erfahrung gemacht, und nun stellt Violet die These auf, dass die beiden Hauptgründe, warum Kinder zur Therapie kommen, mit der sinnlichen Erfahrung bzw. dem Mangel an sinnlicher Erfahrung zu tun haben. Das erste grundsätzliche Problem steht im Zusammenhang mit „einer Unfähigkeit, guten Kontakt herzustellen“ oder, wie sie es ausdrückt, „der Fähigkeit, in einer Situation ganz und gar präsent zu sein und dabei sämtliche Modi zu nutzen, die der Organismus dafür zur Verfügung stellt: Tasten, Schmecken, Sehen, Hören, Riechen.“ Das zweite Grundproblem im Zusammenhang mit Kontakt besteht in einem „verminderten Selbstgefühl“, das durch eine Blockierung der emotionalen und der sinnlichen Erfahrung entsteht. Violet beschreibt:

Jeder benennbare Grund, der Kinder in die Therapie führt, hat etwas damit zu tun, dass die Kinder sich auf irgendeine Weise selbst beschränken. Wenn ich sage, dass Kinder sich selbst beschränken, meine ich, dass sie ihre Fähigkeit verlieren, sowohl zu ihren eigenen Bedürfnissen als auch zu den Ressourcen der Welt um sie herum in Kontakt zu treten, um diese Bedürfnisse befriedigt zu bekommen.

Ausgehend von diesen beiden fundamentalen Problemen, die Kinder in die Therapie führen, sagt Violet, dass die Aufgabe des Therapeuten darin besteht, die blockierten Gefühle ins Fließen zu bringen und dem Kind zu helfen, mit seinen eigenen Gefühlen, seinem Körper und seiner natürlichen Fähigkeit, das Leben zu bewältigen, wieder in Kontakt zu kommen. Sie sagt:

Die Grundlage hierfür bildet das gestalttherapeutische Konzept der „organismischen Selbstregulation.“ Um dieses Konzept zu verstehen, muss man sich anschauen, wie der menschliche Organismus permanent damit beschäftigt ist, sich selbst zu regulieren, Homöostase wiederherzustellen und das Gleichgewicht zu finden. Es sagt uns, wann wir essen, schlafen, zur Toilette gehen und wann wir trinken müssen [sie nippt an ihrem Glas]. Und wenn wir nicht darauf hören, bekommen wir Schwierigkeiten. Wenn ich nicht auf meinen Durst achte, kann ich irgendwann nicht mehr sprechen. Es sagt uns, was wir brauchen, und wenn wir dieses Bedürfnis dann befriedigen, entsteht ein Gleichgewicht. Das ist der Prozess des Lebens. Dasselbe gilt für alle anderen Aspekte des Selbst: psychologisch, emotional, intellektuell und spirituell. Wir haben laufend neue Bedürfnisse, auf die wir achten müssen, denn unser Leben – und wir in ihm – ist immer in Bewegung. Kinder haben es sehr schwer, ihre Bedürfnisse zu erkennen und zu befriedigen, weil sie sich permanent verändern.

Violet weist darauf hin, dass organismische Selbstregulation die natürliche Fähigkeit des Organismus darstellt, das Gleichgewicht zu erhalten, indem man die eigenen Bedürfnisse wahrnimmt und aufgreift. Diese Selbstregulation, sagt sie, „lässt dich entspannt fühlen – wie nach einem echten und tief­empfundenen Weinen.“ Dieser Selbstregulationsprozess kann bei Kindern unterbrochen werden, wenn sie anfangen, sich selbst, ihre Gefühle und das Bewusstsein für ihre Bedürfnisse zu beschränken oder zu blockieren. Kinder landen in der Therapie, wenn sie den Kontakt zu ihren Selbstregulations­fähigkeiten verloren haben, erklärt sie. Der Therapeut kann dem Kind in der Therapie helfen, den Kontakt zum eigenen Selbstregulationsprozess zu verbessern, indem er es wieder mit all den verschiedenen Aspekten seines Organismus in Verbindung bringt: mit seinen Sinnen, seinen Emotionen und Gedanken. Wenn die Verbindung mit sich selbst und dem eigenen Selbst­regulationsprozess wiederhergestellt ist, kann sich auch der Kontakt des Kindes zum Therapeuten und dem Rest der Welt verbessern, was es ihm leichter macht, für die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse zu sorgen. Diese Erfahrung eines guten Kontaktes mit sich selbst und anderen befähigt das Kind darüber hinaus, ein klareres und positiveres Gefühl für sich und seine Fähigkeiten zu entwickeln.

 

Die Haus-Baum-Mensch-Zeichnung

Um deutlich zu machen, wie bedeutsam eine unterstützende und nährende therapeutische Beziehung ist, um das Kind im therapeutischen Prozess dabei unterstützen zu können, den Kontakt zu sich selbst und seiner Umwelt zu verbessern, gibt Violet den Teilnehmern nach der Nachmittagspause eine Einführung in die Haus-Baum-Mensch-Zeichnung (Jolles, 1964). Violet setzt diese Variante häufig am Anfang ihrer Arbeit mit einem Kind ein und nennt dafür drei Gründe: Erstens um dem Kind zu helfen, sich durch eine leichte, künstlerische und sinnliche Erfahrung auf den therapeutischen Prozess einzulassen, zweitens um die Beziehung zum Therapeuten aufzubauen und zu festigen und drittens um sowohl dem Kind als auch dem Therapeuten zu helfen, ein „Fenster“ zu den Bedürfnissen und der Welt des Kindes zu öffnen.

„Bei diesem Bild“, sagt Violet, „schließen wir unsere Augen nicht. Ich möchte euch einfach nur bitten, eine kleine Szene zu malen. Es ist egal, was ihr malt, nur müssen ein Haus, ein Baum und ein Mensch darin vorkommen.“ Zum zweiten Mal an diesem ersten Tag des Workshops bemalen die Teilnehmer die vor ihnen liegenden Blätter. Nur die Geräusche von reißendem Papier und kratzenden Pastellkreiden sind zu hören, während der „Farbgehalt“ im Raum wieder sichtbar und dramatisch ansteigt.

Nach etwa zehn Minuten haben die Teilnehmer ihre Bilder fertiggestellt, und Violet beschreibt, wie sie in der Therapie mit solchen Bildern arbeitet. Sie versteht diese Übung als etwas, das den Kindern helfen soll, „Aussagen über sich selbst“ zu machen. So gesehen, steht diese Übung in einer Linie mit dem, was sie vorher über die Entwicklung eines „starken Selbstgefühls“ gesagt hat. Violet beschreibt, wie sie ihre Klienten unterstützt, „Selbstaus­sagen“ zu machen, indem sie dem Kind oder Jugendlichen sagt: „Dein Bild könnte mir etwas über dich sagen, und ich möchte nun versuchen, das herauszufinden. Aber ich brauche dich, damit du mir sagst, ob ich richtig liege, oder nicht. Okay?“

Dann beschreibt Violet, wie sie aus ihren Beobachtungen an dem Bild Aussagen formuliert, was diese Beobachtungen ihr sagen und wie sie das Kind bittet, ihre Aussagen zu bestätigen oder zu verwerfen. Sie schreibt das, was das Kind sagt, auf die Rückseite der Zeichnung und macht damit deutlich, dass die Aussage des Kindes über seine Zeichnung wichtiger ist als all die Interpretationen, die der Therapeut sich davon macht oder die in den Test-Manualen nachzulesen sind.

Nach dieser kurzen Einführung geht Violet im Gruppenraum herum, macht Anmerkungen zu jedem einzelnen Bild der Teilnehmer und bittet sie, die Gültigkeit ihrer Aussagen zu bestätigen oder zu verwerfen. Sie tut dies in einem spielerisch-ratenden Tonfall und einem leichten und heiteren Grundgefühl. Zu Elizabeth, die ein Haus mit vielen großen Fenstern gezeichnet hat, sagt sie: „Dieses Bild mit all den großen Fenstern sagt mir, dass du vielleicht ein sehr offener Mensch bist.“ Elizabeth antwortet: „Das stimmt; es gibt Zeiten, in denen ich mich sehr offen fühle, aber es gibt auch Zeiten, in denen ich mich gar nicht offen fühle.“ Violet sagt, wenn dieses Gespräch mit einem Kind in der Therapie stattfände, würde sie diese Information auf die Rückseite des Bildes schreiben – und dazu all die anderen Dinge, die sie im Laufe dieses Gespräches über das Kind erfahren würde. Es geht nicht darum, das Bild zu interpretieren, betont sie noch einmal, sondern darum, eine Beziehung aufzubauen und dem Kind zu helfen, Aussagen über sich selbst zu machen.

An diesem Punkt der Therapie gehen wir nicht in die Tiefe. Wir sind ja dabei, eine Beziehung aufzubauen, deshalb wird sich vieles von selbst zeigen. Würden wir diese Informationen nun aufgreifen und vertiefen, bevor eine wirklich stabile Beziehung entstanden ist, dann bekäme das Kind Angst und würde sich zurückziehen.

Während Violet an diesem ersten Montagnachmittag im Raum herumgeht, schreibe ich folgendes in mein Notizbuch:

Sie verbringt viel Zeit damit, sich im Kreis der Teilnehmer zu bewegen (die Gruppe aufzuwärmen?). Dadurch demonstriert sie, wie sie den Beginn der Arbeit mit den Kindern gestaltet, um eine hilfreiche Beziehung aufzubauen … und dasselbe macht sie hier mit uns. Es ist interessant, dass sie in dieser Übung „rein und raus geht.“ Sie beschreibt, was sie mit einem Kind tun würde (z.B. „Das würde ich jetzt auf die Rückseite schreiben“), und dann geht sie wieder in die Situation, so als spräche sie mit einem Kind (z.B. „Es kommt mir so vor, als ob du dich oft zu etwas gedrängt fühlst. Dieser Mensch da, unter dem Baum, der gerade ein Buch liest, sieht so entspannt aus. Ich könnte mir vorstellen, dass das ein Wunsch von dir ist, und dass du vielleicht nicht genügend Zeit hast, um dich auch so zu entspannen. Deshalb meinte ich, dass du dich vielleicht gehetzt fühlst. Stimmt das? Weißt du, ich kann mich ja auch irren, deshalb kannst eigentlich nur du mir sagen, was es für dich bedeutet.“)

Während Violet im Raum herumgeht und demonstriert, wie sie die Haus-Baum-Mensch-Zeichnung mit Kindern anwendet, erfahren auch die erwachsenen Teilnehmer in der Gruppe mehr voneinander. Eine Teilnehmerin bestätigt Violet, dass sie ihr Haus und ihren Garten sehr liebt (Violet hatte gemeint: „Dein Haus scheint dir sehr wichtig zu sein. Ich sage das, weil die Person auf deinem Bild im Eingang eines großen Hauses steht.“). Eine andere Teilnehmerin hingegen sagt, der lange Zugangsweg zum Haus in ihrem Bild bedeute nicht, wie Violet dachte, dass sie ein „eher zurückgezogener Mensch“ sei. Vielmehr sei sie „ein sehr offener Mensch, allerdings immer etwas schüchtern, wenn ich neue Leute kennenlerne.“ Violet sagt, dies sei ein gutes Beispiel für die Art von „Selbstaussagen“, die sie sich von den Kindern wünscht, Aussagen also, die es den Kindern ermöglichen, sich selbst in ihrer eigenen Sprache zu beschreiben. Dadurch stärken sie sowohl sich selbst als auch die Beziehung zum Therapeuten.

Mehrere Teilnehmer haben einen Früchte tragenden Baum neben dem Haus gemalt. Als Violet erzählt, dass in einem Manual für die Haus-Baum-Mensch-Zeichnung als Interpretation vorgeschlagen wird „schwangere Frauen und solche, die sich Kinder wünschen, malen häufig Apfelbäume“ (Jolles, 1964), müssen alle lachen. Violet zitiert das Manual noch einmal, in dem Kinder, die ein Tier malen, das aus einer Höhle im Baum herausschaut „ein regressives Verlangen nach einem warmen, beschützten, quasi intrauterinen Leben“ haben. Diese Art von erwachsener, klinischer Interpretation kindlich-projektiven Malens sei das Gegenteil ihres eigenen Ansatzes, sagt sie. Vielmehr gehe sie davon aus, dass Kinder aus ihren Bildern ihre ganz eigene Bedeutung ableiten.

In den projektiv-expressiven Übungen, die wir in diesen zwei Wochen machen werden, werdet ihr feststellen, dass ich Interpretationen nicht hilfreich finde. Ich versuche, den Kindern zu helfen, die Projektionen in ihren Bildern, im Sandspiel, den Tonfiguren oder anderen Medien, selbst herauszufinden. Die ­Arbeit besteht darin, die Kinder zu unterstützen, das, was für sie Bedeutung hat, selbst herauszufinden und anzunehmen, und nicht darin, dass ich ihnen erzähle, was ihre Arbeit bedeutet.

Am nächsten an der Interpretation, sagt Violet, ist sie, wenn sie spielerisch versucht, zu erraten, was das Haus-Baum-Mensch-Bild ihr über den Menschen sagen könnte, der es gemalt hat. Dabei überprüft sie aber immer, ob ihre Idee vom anderen bestätigt wird, oder nicht.

Um 16:35 Uhr schließt Violet den Tag ab und kündigt an, dass sie ­morgen Beispiele von Haus-Baum-Mensch-Zeichnungen mitbringen wird, um daran zu zeigen, wie sie diese Übung mit Kindern und Jugendlichen durchgeführt hat; und in den nächsten Tagen werde ihr „nicht interpretativer“ Umgang mit expressiv-projektiven Übungen sicherlich noch deutlicher werden.

 

Reflexion des ersten Tages

In dieser ersten Reflexion möchte ich ein wichtiges Thema hervorheben, das an diesem ersten Tag deutlich geworden ist: Die Art, wie Violet den Work­shop für Erwachsene gestaltet, hat starke Parallelen zu ihrer Art, den therapeutischen Prozess mit Kindern zu entwickeln. Diese Parallelen ziehen sich durch die gesamten zwei Wochen des Trainings und werden im Laufe dieses Buches immer wieder angesprochen. An dieser Stelle möchte ich zwei grundlegende Parallelen zwischen Violets Trainingsaufbau und ihrer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aufzeigen. Erstens werde ich zeigen, wie sie die Funktion der Beziehung sowohl im Training als auch im therapeutischen Kontext betont, und zweitens will ich deutlich machen, wie sie die Rolle der Erfahrung in ihrer Arbeit mit Erwachsenen und mit Kindern hervorhebt.

 

Die Funktion der Beziehung

Eines der bemerkenswertesten Themen, das bereits sehr früh in Violets Training auftaucht und sich dann durch die gesamten zwei Wochen zieht, ist die Bedeutung der Art und Qualität der Beziehung, die sie in ihrer Arbeit mit Kindern und Erwachsenen aufbaut. Morgen Vormittag, am zweiten Tag des Trainings, wird Violet viel Zeit damit verbringen, zu erläutern, wie wichtig es ist, sowohl zu Kindern als auch zu erwachsenen Klienten eine nichthierarchische Beziehung aufzubauen. In vergleichbarer Weise hat sie einen Großteil des ersten Tages dazu genutzt, eine solche Beziehung zu den Teilnehmern in der Gruppe zu entwickeln: eine nicht hierarchische Beziehung, die gleichwohl klare Grenzen beinhaltet und die als „sichere Basis“ dienen kann, auf der die Teilnehmer auch Risiken in ihre Lernerfahrung integrieren können.

Obwohl viele Teilnehmer, die dieses Training machen, Violet und ihre Arbeit bereits „auf einen Sockel“ gestellt haben, begibt sie sich sofort und von Anfang an auf eine spielerische Ebene und beruhigt die Teilnehmer auf vielfältige Weise: sie kleidet sich leger, nimmt sich selbst auf den Arm, sie sitzt mit den Teilnehmern im Kreis (und nicht hinter einem Tisch oder auf dem Podium) und lässt es grundsätzlich nicht zu, in eine „One-up-Beziehung“ gehoben zu werden. Auf diese Weise gestaltet sie ein wohlwollendes Umfeld, in dem die Teilnehmer bereit sind, auch durch Risiken zu lernen – genauso wie sie das im therapeutischen Prozess mit Kindern anstrebt, wenn sie ihnen auf dieselbe respektvolle und nicht-autoritäre Weise begegnet.

Dass Violet sich auf diese nicht-autoritäre Weise verhält, heißt aber noch lange nicht, dass die Arbeit für sie ein „Kinderspiel“ wäre. Ein gestalttherapeutischer Grundsatz lautet, dass wir anderen helfen können, gute persön­liche und professionelle Grenzen zu entwickeln, indem wir unsere eigenen Grenzen deutlich machen. In dieser Hinsicht ist Violet mit ihrem Ansatz durchaus kongruent, denn weder mit den Erwachsenen im Training noch mit den Kindern in der Therapie schafft sie eine übertrieben permissive Atmosphäre. An diesem ersten Tag mit den erwachsenen Teilnehmern hat sie auf unterschiedliche Weise klare Grenzen gesetzt. Ein kleines Beispiel dafür ist die Art und Weise, wie sie innerhalb der ersten zehn Minuten deutlich gemacht hat, dass jeder seine Tasse selbst spülen muss. Ein größeres Beispiel ist ihre Ankündigung, das „Feedback zu kontrollieren“, wenn sie mit einzelnen vor der Gruppe gearbeitet hat. Violet ist warmherzig und freundlich zu Erwachsenen und zu Kindern, aber sie macht ihnen auch unmissverständlich klar, dass Grenzen sehr wichtig sind, für sie selbst und die anderen.

Eine weitere Parallele zwischen dem therapeutischen Prozess mit Kindern und Jugendlichen und dem ersten Tag des Workshops besteht darin, dass Violet die Übungen und Aktivitäten langsam angehen lässt. Auf diese Weise erfahren auch die erwachsenen Teilnehmer eine Unterstützung, die es ihnen leichter macht, sich auf kleine Risiken einzulassen. Denn es ist ein ­Risiko für die Teilnehmer, in einer Gruppe von Professionellen mit Pastellkreiden Bilder zu malen, insbesondere da das erste Bild eines von sich selbst als Kind ist. So hilft dieses erste Bild den Teilnehmern, mehr von sich in den Gruppenprozess einzubringen, indem sie sich darin auf ihre eigene Erfahrung beziehen. Violet beschreibt, dass Kinder ein „starkes Selbstgefühl“ brauchen, um in ihrer Umwelt gut funktionieren zu können. Auf vergleichbare Weise hilft sie auch den Erwachsenen an diesem ersten Trainingstag, ihr Selbstgefühl zu stärken.

Das zweite Bild, das die Teilnehmer am Nachmittag malen, ist die Haus-Baum-Mensch-Zeichnung. Violet weist ausdrücklich darauf hin, dass sie dieses Bild in der Arbeit mit Kindern sehr früh einsetzt, um „eine Beziehung aufzubauen“, und genau dieselbe Funktion hat es im Workshop mit den ­Erwachsenen. Anstatt eine autoritative Position einzunehmen und zu interpretieren, was die Bilder der Teilnehmer bedeuten, fragt sie nach, ob ihre ­eigenen Annahmen und Phantasien stimmen, oder nicht. So zeigt sie im Training dieselbe Haltung, die sie auch gegenüber den Kindern in der Therapie einnimmt: eine Haltung, die zu aktiver Teilnahme in sicheren, maßvollen Schritten einlädt, und zwar in dem unterstützenden Kontext einer respektvollen und sich allmählich entwickelnden Beziehung.

 

Die Rolle der Erfahrung

Von Beginn des Trainings an legt Violet Wert darauf, dass die Teilnehmer mit einer möglichst aktiven und erfahrungsorientierten Haltung an ihren ­eigenen Lernprozess herangehen. Bereits am ersten Tag haben sich die Teilnehmer zweimal mit Öl- und Pastellkreiden, Wachs- und Buntstiften „die Hände schmutzig gemacht.“ Sie haben zwei Bilder gemalt und gemeinsam mit Violet und den anderen Gruppenmitgliedern damit gearbeitet. Da­neben wurden viele Notizen gemacht, manche Themen wurden besprochen und diskutiert, und Violet hat an diesem ersten Tag zwei Erfahrungsthemen herausgehoben. Erstens hat sie ihre Erwartung deutlich gemacht, dass die Teilnehmer in der Lage sind, sich ihre persönliche Kindheitserfahrung ­bewusst zu machen, sich auf die Erfahrung des Malens einzulassen und ­anschließend darüber zu sprechen. Zweitens hat sie den Anspruch, dass die Teilnehmer sich nicht nur an ihre eigene Kindheit erinnern, sondern auch dieselben Übungen und Praktiken erleben sollen, die sie mit den Kindern in der Therapie anwenden. Dabei bekräftigt Violet den Gedanken, dass Erwachsene bei dieser Arbeit bereit sein sollten, sich ohne Schwierigkeiten auf dieselben Erfahrungen einzulassen, die sie den Kindern in der Therapie vermitteln. Am Ende dieses Trainings werden sich die Teilnehmer auf eine ganze Reihe solcher Erfahrungen eingelassen haben, die ihre Phantasie und ihr Gefühl für die Arbeit mit Ton, Musik, Sand und anderen Ausdrucksmedien anregen und die sie unmittelbar in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen umsetzen können.

Abgesehen davon, dass die erwachsenen Workshopteilnehmer dieselben Medien benutzen wie die Kinder im therapeutischen Prozess, gestaltet Violet das ganze Training so, dass sie den therapeutischen Nutzen ihrer Arbeit auch selbst erfahren können. Beispielsweise hat Violet an diesem Vormittag darüber gesprochen, wie wichtig zum einen die Fähigkeit des Kindes ist, zu sich selbst und der Welt einen guten Kontakt herzustellen, und zum anderen ein „starkes Selbstgefühl“ zu haben. Durch die Malübungen dieses ersten Tages haben die Teilnehmer bereits selbst die Erfahrung von gutem Kontakt mit sich selbst und anderen machen können. Und dadurch haben sie auch – bereits ganz zu Anfang dieses zweiwöchigen Abenteuers – ihr eigenes Selbstgefühl gestärkt.

Hinzu kommt, dass die Teilnehmer während der zwei Wochen nicht nur Bilder malen oder mit Ton und anderen Materialen arbeiten, sondern auch Gelegenheit haben, mit diesen Erfahrungen auf verschiedenen Tiefungs­ebenen und unter unterschiedlichen Aspekten zu arbeiten. Am ersten Tag haben sie sich über ihre Kindheitsbilder ausgetauscht und mit Violet über ihre Eindrücke aus den Haus-Baum-Mensch-Bildern gesprochen. So konnten sie einen Eindruck von der Arbeitsweise in diesem Workshop gewinnen, ohne allzu viel riskieren zu müssen. Während der nächsten zwei Wochen werden sie noch weitergehende Gelegen­heiten haben, die Erfahrungen, die Violet ihnen anbietet, zu vertiefen. Am dritten Tag, beispielsweise, werden sie 20 Minuten Zeit haben, um die Arbeit mit Ton zu erleben; und zu einem späteren Zeitpunkt können sie eine Stunde lang ihre Erfahrungen mit dem Sandspiel und deren praktische Umsetzung bearbeiten. So macht Violet auf vielfältige Weise die Bedeutung eines erfahrungsorientierten Ansatzes sowohl für die Lernsituation als auch für die Therapie deutlich – unabhängig davon, ob sie mit Kindern oder mit Erwachsenen arbeitet.

Die beiden Themen, die ich in diesem ersten Teil der Reflexion dargestellt habe, bilden das Fundament der Arbeit der beiden folgenden Wochen. Sowohl in der Therapie wie auch im Training dient die Art von Beziehung, die Violet mit Klienten und Teilnehmern aufbaut, als sichere Basis, von der aus Risiken eingeschätzt und fruchtbar gemacht werden können, so dass Kinder wie Erwachsene daran wachsen und daraus lernen können.

  Praxisadressen von Gestalttherapeuten/-innen

 

 Foto: Peter Mortola
Peter Morola

Über zehn Jahre hat Peter Mortola an Violet Oaklanders Training teilgenommen – zuerst als Teilnehmer, dann als Violet Oaklanders Assistent und Dokumentator und schließlich als ihr Co-Trainer.

Er ist außerordentlicher Professor für Psychotherapie und Schulpsychologie am Lewis and Clark College in Port- land / Oregon (USA).

 

Cover: Mortola, Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen

Peter Mortola
Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen
Das Praxisbuch zum Violet-Oaklander-Training
Mit einem Vorwort von Violet Oaklander
Herausgegeben von Anke und Erhard Doubrawa
Aus dem Amerikanischen von Ludger Firneburg

Jahrzehntelang hat Violet Oaklander therapeutisch mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet und ihr psychotherapeutisches Modell hat in der ganzen Welt Bedeutung erlangt. Ihr Trainingsprogramm ist legendär, Therapeuten aller Kontinente reisten nach Santa Barbara/Kalifornien, um daran teilzunehmen. Peter Mortola war einer von ihnen. Fasziniert von Violet Oaklanders Ansatz, der auf ihrem unerschütterlichen Vertrauen in die zentrale Bedeutung einer authentischen Beziehung zwischen Kind und Therapeuten basiert, nahm er zehn Jahre an ihrem Training teil, wurde dann ihr Assistent und Dokumentator und schließlich Oaklanders Co-Trainer. Nun hat er das ultimative Praxisbuch über das Violet-Oaklander-Training geschrieben. Es birgt eine Fülle von Anregungen und Methoden für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen – gleichermaßen für die Felder Psychotherapie, Beratung und Pädagogik.

Edition Gestalt-Institut Köln / GIK Bildungswerkstatt
im Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2011
272 Seiten, Paperback, 29,90 Euro

Dieses Buch erhalten Sie im gut sortierten Buchhandel und
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