Cover: Meister Eckhart, Heilende Texte

Meister Eckhart: Heilende Texte
Ausgewählt und (auf dem Hintergrund der Gestalttherapie) kommentiert von Stefan Blankertz.
Herausgegeben und eingeleitet von Erhard Doubrawa.

Zu diesem Buch

Mystik und Gestalttherapie! — Meister Eckhart für GestalttherapeutInnen, für ihre KlientInnen - und natürlich auch für alle anderen, die nach »Nahrung für die Seele« suchen!
Soeben ist der erste Band der neuen Reihe »Heilende Texte« bei uns druckfrisch angeliefert worden – ein Buch für alle, die sich und anderen ein Geschenk machen möchten:

Meister Eckhart ist einer der größten deutschen Mystiker. Seine tiefe Spiritualität lädt zur Meditation ein und lässt sich fruchtbar machen für alle, die nach »Nahrung für die Seele suchen«. BeraterInnen, TherapeutInnen und SeelsorgerInnen finden bei Meister Eckhart Gedanken, die große heilende Kräfte entfalten. Der vorliegende (liebevoll gestaltete!) Band versammelt kurze, prägnante Originaltexte des Mystikers und bezieht diese (auf dem Hintergrund der Gestalttherapie!) auf existentielle Fragen unseres heutigen Lebens.

Edition Gestalt-Institut Köln / GIK Bildungswerkstatt
im Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2005

175 Seiten, Paperback, 14,90 Euro

Dieses Buch erhalten Sie im gut sortierten Buchhandel und
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Inhalt und Leseproben

Inhalt:

  • Unaussprechlich: Gott
  • Alles um seiner selbst willen tun:
  • So lebenswert ist das Leben
  • Wie gesund ist gesund?
  • Du sollst kein Maß haben
  • Das Wirken der Seele:
  • Das Leibselbst
  • Die Gnade der Gelassenheit:
  • Das Paradox der Veränderung
  • Feuer und Axt fürs Werden:
  • Aggression
  • Nicht beten und nicht feiern:
  • Deflektion
  • Wie ich nicht werde, der ich bin:
  • Introjektion
  • Du machst dir ein Bild: Projektion
  • Unterscheiden tut weh: Konfluenz
  • Leiden: Retroflektion
  • Die Fruchtbarkeit der Jungfrau:
  • Die Seele als Mann und Frau
  • Die Kraft des ewigen Nun:
  • Hier-und-Jetzt
  • Von Engeln und Menschen:
  • Urbild und Abbild

 

Leseproben:

Leseprobe aus der Einleitung von Erhard Doubrawa:

Meister Eckhart, 1260-1328, hat vor Beginen (Laienschwestern), Nonnen, Mönchen, Studenten gepredigt, hat seine Predigten in Kirchen und auf Plätzen vor versammeltem Volke gehalten. Es ist üblich geworden, historische Autoren nur noch im Kontext ihres gesamten Werkes, im Kontext der Zeit und im Kontext der vollständigen Rezeptionsgeschichte lesen zu dürfen. So beschränkt sich die Auseinandersetzung mit historischen Autoren auf wenige Spezialisten. Meister Eckharts heilsame Gedanken sind aber zu kostbar, um auf diese Weise beschränkt zu werden – und er hat sie so auch nicht gemeint. Erst am Schluss des Buches finden Sie eine Übersicht über Leben und Werk des Meisters.

Wie gegenwärtig der Meister Eckhart uns heute noch ist, wenn auch indirekt, kann man daran ersehen, dass wir ihm einige häufig verwendete Worte unserer (Alltags-)Sprache verdanken, darunter Wirklichkeit, Gelassenheit und Entfremdung.

Die von Stefan Blankertz einfühlsam ausgewählten Texte aus Meister Eckharts mittelhochdeutschen Predigten regen dazu an, sich mit seinen tiefen und heilenden Gedanken auseinander zu setzen. Es geht um die Frage: Was sagen uns diese Gedanken heute? Mehr noch: Was sagen sie mir? Die auf jeden Textausschnitt folgenden Meditationen von Stefan Blankertz können dabei unterstützen. Sie sind keine historisierenden oder wissenschaftlichen Interpretationen, sondern stellen Versuche der Aneignung in einem ganz anderen Kontext als der Entstehung der ursprünglichen Gedanken dar.

Um die Fremdheit und Nähe, mit denen die Eckhartschen Texte uns gegenübertreten, deutlich zu machen, ist zu jedem ins Neuhochdeutsche übertragenen Textausschnitt das mittelhochdeutsche Original gesetzt worden. Die Übertragungen versuchen, sich sowohl hinsichtlich der Wortwahl als auch hinsichtlich der Grammatik so eng wie möglich an das Original zu halten, an manchen Stellen jedoch sind Umstellungen, Wortergänzungen oder sogar vorsichtige Interpretationen unumgänglich geworden, um den problemlosen Lesefluss sicherzustellen.

Meister Eckhart ist ein christlicher Mystiker. Es geht ihm um Gott und darum, wie sich der Mensch mit Gott vereinigen könne. Spiritualität ist heute eine sehr private Sache geworden. Fast ist es, als läge ein Tabu darüber, über den eigenen Glauben zu sprechen, jedenfalls wenn es sich um ein religiöses Erleben handelt und nicht um die kirchen- oder sozialpolitische Dimension der Religion. Es ist allerdings keine Voraussetzung dafür, die heilende Kraft von Meister Eckharts Gedanken in sich fruchtbar werden zu lassen, sich zu einem speziellen Glauben zu bekennen oder überhaupt an einen persönlichen Gott zu glauben. Denn die Themen von Meister Eckhart sind existenzieller Natur. Gott steht für das Unermessliche, von dem kaum einer bestreiten könnte, dass es einen wesentlichen Teil unserer Existenz ausmacht, seien es Liebe, Freude, Schmerz, Trauer, Mitgefühl, Verzweiflung, Hass, seien es Sinn-, Grund- und Wahrheitsuche, seien es schöpferische Kraft, Gnadenerlebnis oder auch Heilung. Die Leichtigkeit des Seins ist nicht weniger spirituell gefärbt als die Schwere des Seins.

Stefan Blankertz’ Hintergrund für die Meditationen zu den Eckhartschen Gedanken ist eine gestalttherapeutische Herangehensweise an die menschliche Existenz und an die Möglichkeit, seelische Heilung zu finden. Das zentrale Konzept der Gestalttherapie ist der Kontakt: Kontakt bedeutet, dass zwei getrennte Elemente sich berühren. In der Berührung bilden sie sowohl eine neue Einheit als sie auch weiterhin ein getrenntes Sein haben müssen, weil sonst der Begriff "Kontakt" keinen Sinn macht. Wenn man in ein halb volles Glas mit Wasser weiteres Wasser hinzugibt, kann man nicht davon sprechen, zwei halbe Gläser Wasser hätten hier "Kontakt". Es ist ein Wasser geworden, es sei denn, es gäbe eine Differenzierungsmöglichkeit wie unterschiedliche Farbe oder Temperatur. Dort, wo es ihm angebracht erschien, hat Stefan Blankertz in den Meditationen den Bezug zu gestalttherapeutischen Konzepten hergestellt.

Die spirituelle Dimension des Kontakterlebnisses ist in der Gestalttherapie zunächst meist durch die östlichen Philosophien des Buddhismus und des Tao repräsentiert worden. Seit einigen Jahren findet eine zunehmend stärkere Beschäftigung mit Martin Buber (1878-1965) und seiner mystischen Lehre von der Ich-Du-Beziehung statt. Buber selbst ist – vermittelt über seinen am 2. Mai 1919 von rechts-konservativen Freikorps-Leuten bei der Niederschlagung der Münchner Räterepublik ermordeten Freund Gustav Landauer – mit den Gedanken von Meister Eckhart vertraut gewesen. Diejenigen, die sich in den östlichen Weisheiten auskennen, werden beim Lesen der Eckhartschen Gedanken vielleicht erstaunt sein, wie ähnlich sich in mancherlei Einsichten beide Welten sind. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass es sich hierbei um nahezu universelle Einsichten handelt.

Die Beschäftigung mit Buber, Landauer und mit unserer eigenen christlichen Spiritualität hat uns dazu geführt, uns mit diesem besonderen Buchprojekt auf die Suche der heilenden Gedanken bei Meister Eckhart zu machen. Ich hoffe, dass Sie, liebe Leserin, lieber Leser, eine ebensolche Unterstützung von diesen Gedanken erfahren wie wir.

 

Leseprobe aus dem Kapitel »Wie ich nicht werde, der ich nicht bin: Introjektion«:

Gott [hat sich] in das Gewand des Gleichnisses vom Brot gekleidet. Das ist vergleichbar damit, wie die leibliche Speise durch meine Seele so gewandelt wird, dass kein Winkel meiner Natur nicht mit ihr vereint ist. Denn es ist eine Kraft in der Natur, die das Gröbste abscheidet und es auswirft und das Edelste hinaufträgt, sodass es nicht so viel wie eine Nadelspitze gibt, das nicht damit vereint ist. Was ich vor vierzehn Tagen gegessen habe, ist so eins mit meiner Seele wie das, was ich vom Leib meiner Mutter empfing. So ist es auch für den, der diese Speise rein empfängt: Er wird wahrlich so eins mit ihr wie das Fleisch und Blut mit meiner Seele eins ist.

(Meister Eckhart)

*

Das, was wir ganz in uns aufgenommen und uns gleich gemacht (assimiliert) haben, das ist zu unserer Natur geworden: Diese Natur unterscheidet sich nicht von dem unberührten, »jungfräulichen« Urzustand hinsichtlich dessen, dass wir nichts Fremdes in uns haben.

Gott oder Nahrungsmittel, es ist einerlei, was wir aufnehmen, solange es gut für uns ist und wir es uns vollständig zu Eigen machen können. Man sagt, dass einem etwas »in Fleisch und Blut« übergeht.

Was nötig ist, ist, das »Grobe«, das uns Fremde und für uns Ungeeignete, auszuscheiden. Dies ist unsere Tätigkeit, unsere Aufgabe. Wenn wir ihr nicht nachkommen und alles einfach schlucken, was uns vorgesetzt wird, vergiften wir uns.

 

 Cover: Meister Eckhart, Heilende Texte

Meister Eckhart: Heilende Texte
Ausgewählt und (auf dem Hintergrund der Gestalttherapie) kommentiert von Stefan Blankertz.
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Meister Eckhart ist einer der größten deutschen Mystiker. Seine tiefe Spiritualität lädt zur Meditation ein und lässt sich fruchtbar machen für alle, die nach »Nahrung für die Seele suchen«. BeraterInnen, TherapeutInnen und SeelsorgerInnen finden bei Meister Eckhart Gedanken, die große heilende Kräfte entfalten. Der vorliegende (liebevoll gestaltete!) Band versammelt kurze, prägnante Originaltexte des Mystikers und bezieht diese (auf dem Hintergrund der Gestalttherapie!) auf existentielle Fragen unseres heutigen Lebens.

Edition Gestalt-Institut Köln / GIK Bildungswerkstatt
im Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2005

175 Seiten, Paperback, 14,90 Euro

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