Arnold R. Beisser: Wozu brauche ich Flügel? Ein Gestalttherapeut betrachtet sein Leben als Gelähmter

Arnold R. Beisser
Wozu brauche ich Flügel?
Ein Gestalttherapeut betrachtet sein Leben als Gelähmter

Mit Beiträgen von Werner Bock und Frank-M. Staemmler
Aus dem Amerikanischen von Isabell Blankertz

"Veränderung geschieht, wenn jemand wird, was er ist, nicht wenn er versucht, etwas zu werden, das er nicht ist." Arnold R. Beisser, der diesen Satz in einem Beitrag zur Gestalttherapie schrieb, hatte an der Stanford Universität Medizin studiert und gerade die nationalen Tennismeisterschaften gewonnen, als er im Alter von 25 Jahren an Kinderlähmung erkrankte und fast vollständig gelähmt wurde. In seinem Buch schildert Beisser eindrucksvoll seine Versuche, mit diesem radikalen Einschnitt in sein Leben fertig zu werden.

Herausgegeben von Anke und Erhard Doubrawa
Edition Gestalt-Institut Köln / GIK Bildungswerkstatt
im Peter Hammer Verlag, 2. Auflage, Wuppertal 2002

156 Seiten, broschiert, 16,90 Euro

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Praxisadressen von Gestalttherapeuten/-innen

 Aus dem Buch:

Frank-M. Staemmler: Vorwort

Dieses Buch war längst überfällig. Jahrzehntelang waren Arnold Beissers Schriften nicht in deutscher Sprache erhältlich - und das, obwohl sie aus der Geschichte der Gestalttherapie und aus ihrer Theorie nicht wegzudenken sind: Beissers "paradoxe Theorie der Veränderung" (in Amerika 1970 veröffentlicht) gilt heute den meisten Gestalttherapeutinnen und Gestalttherapeuten nicht nur als ein Kernstück gestalttherapeutischer Anthropologie, sondern auch als Basis ihrer Methodik und Technik.

Beissers Veränderungstheorie hat ihre große Bedeutung sicher nicht durch Zufall bekommen, denn sie entspricht einem der wichtigsten Prinzipien der Gestalttherapie, der Betonung der unmittelbaren Erfahrung. Sie ist nicht grau; er hat sie nicht am Schreibtisch entworfen. Sie ist vielmehr aus der eigenen, schicksalhaften Erfahrung mit der psychischen Bewältigung einer schweren Körperbehinderung gewonnen. Diese fesselte ihn an den Rollstuhl und zwang ihn, zu leben wie ein Vogel ohne Flügel.

Beisser, ein Schüler, Mitarbeiter und Freund von Fritz Perls, stellte sich seinem Schicksal. Er übernahm die Verantwortung für sein Leben und entdeckte die Möglichkeit, auch ohne Flügel zu "fliegen". In seiner Autobiographie, die den größten Teil des vorliegenden Buches ausmacht, schildert er seinen persönlichen Veränderungsprozeß. Er läßt die LeserInnen an seiner psychischen Entwicklung als Gelähmter teilnehmen und lädt sie auf diese Weise ein, nachzuvollziehen, was es mit dem Paradoxon menschlicher Veränderung im ganz realen Leben auf sich hat. Ich freue mich sehr, daß ich in Anke und Erhard Doubrawa vom Gestalt-Institut Köln zwei Menschen gefunden habe, die sich dieses bewegenden Textes angenommen und ihn in ihre Edition im Peter Hammer Verlag aufgenommen haben.

Das Buch soll aber nicht nur Arnold Beissers Kraft und Sensibilität auf der Ebene der Verarbeitung seiner Erfahrungen vermitteln, sondern auch seine Fähigkeit zur theoretischen Reflexion. Beide Ebenen gehören zusammen, wenn das Bild dieses Menschen einigermaßen vollständig sein soll. Beissers Aufsatz über "die paradoxe Theorie der Veränderung", den ich bereits 1995 für die Reihe "Gestalt-Publikationen" am Zentrum für Gestalttherapie, Würzburg, übersetzt und herausgegeben hatte, ist daher ebenfalls in dem vorliegenden Buch enthalten. Dasselbe gilt für einen ausführlichen Kommentar, den mein Kollege Werner Bock dazu verfaßt hatte und in dem besonders der Bezug zur gestalttherapeutischen Praxis herausgearbeitet wird. Im Anhang des Buches findet sich schließlich noch ein weiterer Text von Arnold Beisser, in dem er seine Beziehung zu Fritz Perls schildert.

Ich bin froh über diese umfassende Zusammenstellung und hoffe, daß sie sowohl solche LeserInnen anspricht, die sich für Beissers persönliches Schicksal als Körperbehinderter interessieren, als auch jene, die einen wichtigen theoretischen Aspekt der Gestalttherapie von verschiedenen Seiten her kennenlernen wollen.

Arnold Beisser kann die Übersetzung seiner Texte ins Deutsche leider nicht mehr miterleben. Er starb 1991. Ich danke seiner Frau Rita für ihre Unterstützung, durch die dieses Buch möglich wurde.

Frank-M. Staemmler


Leseprobe:

Arnold R. Beisser: Wozu brauche ich Flügel?
Ein Gestalttherapeut betrachtet sein Leben als Gelähmter

daraus: Kapitel 11
Antäus und das Paradox der Veränderung

"Öffne deine Schenkel dem Schicksal und (wenn du es, ohne etwas zurückzuhalten, kannst) der Welt - empfange einen Menschen."

- E. E. Cummings

Die alten griechischen Mythen haben immer eine spezielle Anziehungskraft auf mich ausgeübt. Diese Geschichten von olympischen Göttern und Helden scheinen etwas vom Wesen des Menschen wiederzugeben. Sie zeigen unverhüllt unsere Sehnsüchte und Gefühle, die wir üblicherweise unter dem Schleier der Kultur verstecken. Eine Zeit lang hatte es mir ein Mythos besonders angetan, der Mythos von Antäus.

Der Legende zufolge war die Erde (Gäa) die Mutter von Antäus. Wie so viele Gestalten der griechischen Mythologie war auch Antäus halb Gott, halb Mensch. Aufgrund seiner unbegrenzten Kraft herrschte er über einen Teil Nordafrikas. Immer wenn ein Fremder durch sein Land zog, forderte Antäus ihn zum Ringkampf heraus. Der Fremde wurde jedesmal besiegt. Antäus pflegte ihn dann zu töten.

Die Kämpfe waren nicht immer leicht. Manchmal gelang es einem Gegner, Antäus auf die Erde zu werfen. Aber gerade sie war die Quelle seiner unschlagbaren Stärke. Sobald er auf der Erde lag, berührte er seine Mutter, von der er frische Kräfte bekam. Im Unterschied zu seinen Widersachern wurde Antäus im Verlauf des Kampfes stärker und stärker, bis er unbesiegbar war.

Aber so kraftvoll er auch zu sein schien, in der Quelle seiner Stärke lag zugleich die Möglichkeit seiner Niederlage. Als Herkules das Reich von Antäus betrat, bekam er heraus, daß sich die wunderbaren Kräfte des Antäus durch die Berührung mit seiner Mutter erneuerten. Er hob Antäus empor und entzog ihm so die Unterstützung seiner Mutter. Dadurch machte er ihn völlig hilflos. Während Herkules ihn hoch über der Erde hielt, konnte er Antäus zermalmen.

Der Mythos von Antäus erschien mir wie eine Metapher für meine eigene Erfahrung. Denn ich war stark gewesen und fähig, mein Leben zu meistern, bis ich plötzlich hilflos wurde wie Antäus. Wie er hing ich in der Luft - ohne Verbindung zur Quelle meiner Stärke, meinem irdischen Körper. Antäus war immer noch Antäus, und ich war immer noch ich selbst, aber ohne Unterstützung waren wir beide hilflos und abgeschnitten vom Ursprung unsere physischen Kraft. Ich fühlte mich wie getrennt von den elementaren Funktionen und Handlungen, die mich getragen hatten. Ich hatte im wörtlichen Sinne keine Erde mehr unter den Füßen, denn während ich mich in der eisernen Lunge, im Bett oder im Rollstuhl befand, berührten meine Füße fast nie den Boden.

Aber noch einschneidender war es, glaube ich, von den vielen alltäglichen Routinen abgeschnitten zu sein, mit denen sich die Menschen beschäftigen. Selbst wenn ich gearbeitet hatte, empfand ich keine physische Erschöpfung. Ich war nicht von mir aus in der Lage, so gewöhnliche Haltungen einzunehmen wie zu stehen oder zu sitzen. Ich war sogar von meinem Atem getrennt, denn es war eine Maschine, die für mich atmete. Ich hatte keine Verbindung mehr zu den gewohnten Rollen, die ich in meiner Familie, bei der Arbeit oder beim Sport gespielt hatte. Mein Platz in der Kultur war verschwunden.

Später entstand langsam eine neue Erkenntnis in mir. In mancher hinsicht geschah das, was mit mir geschehen war, auch mit vielen meiner Landsleute am Ende des 20. Jahrhunderts. Auch ihnen war der gewohnte Kontakt zur Erde abhanden gekommen. Als Bewohner von Städten und mehrstöckigen Gebäuden haben viele Menschen jede Verbindung zur Erde verloren. Sie gehen auf asphaltierten Straßen und bewegen sich ohne Kraftaufwand in Autos. Der Zusammenhang von Nahrung, Erde und Zyklen des Wetters sind dem Städter fremd. Die Arbeit ist getrennt von ihren Produkten. Nur wenige Menschen haben eine klare Vorstellung von der Verbindung zwischen ihren jeweiligen Aufgaben und dem praktischen nutzen ihrer Tätigkeit.

Die Bewegungen der kulturellen Befreiung haben viele Menschen zurückgelassen, die keine deutliche Kontinuität in ihrem Leben spüren. Sie sind von den üblichen sozialen Rollen in Ehe und Familie befreit und zugleich unschlüssig, wie sie Sicherheit und Zufriedenheit finden sollen. Sie sind sogar frei von manchen Bindungen an die eigene Biologie. So wird z.B. durch die Anti-Baby-Pille Sexualität ohne Angst von Schwangerschaft möglich.

Die Freiheit hat vielen Menschen des 20. Jahrhunderts die vertrauten Orientierungen und vorgezeichneten Lebensläufe genommen. Sie sind mit einer verwirrenden Menge an Möglichkeiten konfrontiert. In einer Welt, die sich schnell und andauernd verändert, ist die Erfahrung aus der Vergangenheit unbrauchbar. Anzunehmen, man könne sich auf sie verlassen, wird zur Behinderung. Früher oder später sind wir alle behindert, weil es unmöglich ist zu tun, was wir gerne täten. Es gibt eine Verwandtschaft zwischen der Wirkung, die meine Behinderung auf mich hat, und der Wirkung gesellschaftlicher Veränderungen auf Menschen mit gesunden Körpern. Wir kämpfen individuell, und wir kämpfen kollektiv, aber wir alle kämpfen.

In einem weiteren Sinne symbolisierten Antäus, Ödipus, Sysiphus und die anderen Helden der griechischen Mythologie den Kampf ums Überleben. Die Evolution hat uns dazu bestimmt zu kämpfen - darin sind wir alle gleich -, aber jeder Mensch muß auf seine eigene Art kämpfen und sich auf die Suche nach Sinn machen.

Ich bin durch meine Behinderung von der Welt getrennt und muß abseits von ihr im Exil leben. Dennoch bin ich auch ein Teil dieser Welt, und wie alle anderen lebe ich in einer Welt von Welten, die miteinander verbunden und verknüpft sind und einander wiederspiegeln. Was ich von meinem Standpunkt aus sehe, ist auch, was ich im Universum sehe.

Obwohl ich Gefangener meiner Wahrnehmungen bin, kann ich die Einsicht nicht vermeiden, daß es im Universum viel mehr gibt als in mir. Meine Behinderung war für mich ein weiser Lehrer, der mir manche Hinweise auf diese Einsicht gab. Sie hat mir gelegentlich den Ausgang aus meinem individuellen Gefängnis und das Licht jenseits davon gezeigt.

In meiner Kindheit habe ich gelernt, ich solle "etwas aus mir machen" und mir meinen Platz in der Welt schaffen. Es galt als eine Sache des Willens und der Anstrengung, die notwendigen Veränderung zu vollziehen, um etwas zu "werden" und einen Platz zu finden. Ich lernte, daß dieses Ziel erreichbar sei, wenn ich nur bereit wäre zu arbeiten, zu planen, mich anzustrengen und zu kämpfen.

Die Implikationen waren klar: Ich war von Anfang an "nicht genug". Es gab keinen Platz auf dieser Welt für mich, ohne daß ich ihn mir erarbeitete. Ordnung muß geschaffen werden. Ich mußte mich ändern, diszipliniert sein und mich bemühen. Die Welt mußte geändert werden, damit sie einen besseren Lebensraum darstellte. Selbstvervollkommnung war gefragt, und die Welt mußte zivilisiert werden. Willentliche, erzwungene Veränderung stellte die einzige Art von Veränderung dar, die ich kennenlernte.

Meine Behinderung hat mich gelehrt, daß es auch eine andere Form von Veränderung gibt. Nur mit Widerstreben und aufgrund von Fehlschlägen habe ich sie entdeckt. Ich sah mich einer Situation gegenüber, die durch keinen Aufwand an Arbeit, Anstrengung, Planung oder Mühe zu bewältigen war. An allen Fronten vernichtend geschlagen, mußte ich lernen, aufzugeben und anzunehmen, wie ich geworden war und nicht hatte sein wollen. Aus meiner Aufgabe und der Annahme dessen, was ich mir nicht ausgesucht hatte, erwuchs das Wissen um eine neue Art von Veränderung und eine neue Lebensweise, das ich nicht erwartet hatte. Es war eine paradoxe Veränderung.

Als ich aufhörte, zu kämpfen und an einer Änderung zu arbeiten, als ich Wege fand, anzunehmen, wie ich bereits geworden war, entdeckte ich, daß ich mich gerade dadurch veränderte. Anstatt mich behindert oder unzulänglich zu fühlen, wie ich befürchtet hatte, fühlte ich mich wieder ganz. Ich erlebte ein Wohlbefinden und eine Fülle, die ich zuvor nicht gekannt hatte. Ich fühlte mich nicht nur eins mit mir selbst, sondern auch mit dem Universum.

Es war keine Veränderung, die von Kampf, Arbeit und Mühe geprägt war, sondern eher die Entdeckung, wie es möglich ist, nicht zu kämpfen, nachzugeben, einen Schritt beiseite zu treten und die Wahrheit deutlich werden zu lassen. Es war keineswegs die tragische Wahrheit, die ich erwartet hatte.

Als ich bereit war, mich mit den Bedingungen zu konfrontieren, die mir unerträglich und undenkbar erschienen, veränderte sie sich in ihrer Wirklichkeit. Sie wurden von etwas Schrecklichem zuerst zu etwas nur Annehmbarem und dann zu etwas Interessantem und Erfüllendem. Ich erfuhr, daß es nicht immer nötig ist zu kämpfen, um seinen Platz in der Welt zu finden, denn ich entdeckte den Platz, den ich schon in mir hatte. Je mehr ich mit diesem Platz vertraut wurde und mich auf ihn verlassen konnte, desto mehr fand ich heraus, daß es auch einen Platz in der Welt für mich gab.

Ich hörte auf, mir Gedanken darüber zu machen, wie ich aus meiner mißlichen Lage herauskommen könnte, und begann stattdessen, mich auf sie einzulassen. Dabei entdeckte ich, wie ihre unangenehmen und inakzeptablen Aspekte sich veränderten. Sobald ich mir gestattete, vollständig zu sein, wie und wer ich in diesem Moment war, ohne mir Gedanken über den folgenden zu machen, änderte sich dieser Moment, und ich änderte mich.

Manchmal empfinde ich die Fülle, die ich hier und jetzt erlebe, umfassender als jemals zuvor. Es gibt dann keinen Wunsch, kein Defizit, nichts Größeres oder Kleineres, nichts Stärkeres oder Schwächeres. Es gibt nur das, was ist. Und das ist genug.

Ich empfinde es als ein Privileg, auf der Welt zu sein und das Wunder, die Majestät, den Schrecken, die Tragödie und die Komödie des Lebens zu erfahren. Ich brauche das Leben nicht zu bezwingen, indem ich es ändere. Das Leben bezwingt auch mich nicht. Auf diese Weise kann ich auch Herkules sein, der Antäus in der Luft hält. Ich bin geboren mit der Kraft des Herkules und der Schwäche des Antäus. Beide sind Seiten meines größeren Selbst.

Erde unter mir zu haben, ist nicht so sehr eine Frage der Position meines Körpers und dessen, was er berührt, sondern mehr eine Sache des festen Kontakts mit den Realitäten. Dieser Kontakt ist unter allen Bedingungen möglich und nicht nur, wenn man mit den Füßen die Erde berührt. Aber er entsteht nur in der Unmittelbarkeit des gegenwärtigen Augenblicks und in der unmittelbaren Umgebung, in der ich lebe.

Zu sein, wer ich bin, eröffnet mir überdies auch einen Zugang zur Transzendenz. Mein Bewußtsein und meine Bewußtheit entwickeln sich auf höhere Ebenen hin, denn ich bin Teil eines evolutionären Prozesses. Die evolutionäre Entwicklung ereignet sich überall, in jedem Moment und in allem. Wenn ich einen Schimmer von ihr erblicke, komme ich mit der Macht des Universums in Verbindung, mit seiner unaufhaltsamen evolutionären Kraft. In diesem Sinne bedeutet die Erde der Realität paradoxerweise zugleich die Überwindung dessen, was hier und jetzt ist, und eine Bewegung zu dem hin, was kommt.

In den von Menschen geschmiedeten Zukunftsplänen oder in den Erinnerungen an die Vergangenheit gibt es keine wahre Kontinuität, sondern nur im Fluß jener Kontinuität, die das Erbe aller Lebewesen ist. Unsere momentanen Zustände ermöglichen es uns, uns mit den Gezeiten des Lebens zu bewegen. der Entstehung und der Auflösung aller Dinge.

Der Puls des Universums ist der Rhythmus des Lebens. Die menschliche Ausdrucksform dieses Rhythmus besteht sowohl darin, nach außen zu gehen und sich auf die Welt einzulassen, als auch darin, sich zurückzuziehen und zu assimilieren. Es gibt Zeiten der Aktivität in der Welt und Zeiten der inneren Aktivität. Beide erfordern unsere ganze Aufmerksamkeit und unseren ganzen Einsatz.

Dieser Rhythmus entscheidet darüber, wann es Zeit ist, in die Welt einzugreifen, oder wann es darum geht, sich dem zu überlassen, was sie bereithält. Man kann ihr nur folgen, wenn man sich einer Weisheit zuwendet, die umfassender ist als eine Reihe menschlicher Glaubenssätze. Diese Weisheit kommt von innen und von außen. Man muß sie nehmen, wie sie kommt, in diesem Moment, an diesem Ort.

Ich hatte nach einer Lösung gesucht, die ich mit meinem Verstand erfassen konnte, nach einer Idee oder Methode, an die ich mich für immer halten konnte. Das hatte mich blind gemacht für die Rhythmen und Pulse des Lebens im Universum. Ich habe nicht mehr vor, mich mir selbst oder der Welt entgegenzustellen. Ich möchte mich jenem zeit- und raumlosen Prozeß anvertrauen, der paradoxerweise im Hier und Jetzt existiert.

Hier finden Sie noch einen weiteren Beitrag von Arnold R. Beisser:

Gestalttherapie und das Paradox der Veränderung 

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Kurzinfo zu Autor und Buch:

Dr. Arnold R. Beisser, 1925-1991. Der amerikanische Psychiater und Gestalttherapeut Arnold Beisser war klinischer Professor für Psychiatrie an der Universität von Kalifornien in Los Angeles und gehörte zu Fritz Perls' frühen Schülern der Gestalttherapie.

"Veränderung geschieht, wenn jemand wird, was er ist, nicht wenn er versucht, etwas zu werden, das er nicht ist." Arnold R. Beisser, der diesen Satz in einem Beitrag zur Gestalttherapie schrieb, hatte an der Stanford Universität Medizin studiert und gerade die nationalen Tennismeisterschaften gewonnen, als er im Alter von 25 Jahren an Kinderlähmung erkrankte und fast vollständig gelähmt wurde. In seinem Buch schildert Beisser eindrucksvoll seine Versuche, mit diesem radikalen Einschnitt in sein Leben fertig zu werden.

Eine Co-Produktion von Gestalt-Institut Köln GIK und Peter Hammer Verlag, herausgegeben von Anke und Erhard Doubrawa, 156 Seiten, broschiert

Verkaufspreis:16,90 Euro.

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